Regen, Wind und Sturm mit bis zu 170 km/h

17. Mai 2010, 12:18
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Eisheilige machten ihrem Namen alle Ehre - Kaltlufttropfen vom Eismeer

Wien - Die Eisheiligen haben in diesem Jahr ihrem Namen alle Ehre gemacht. Dieses Resümee hat am Montag die Klimaabteilung der ZAMG gezogen. Sie brachten starken Regen - den meisten in Wien - und Sturm. Die Spitzengeschwindigkeit wurde auf der Hohen Veitsch in der Obersteiermark gemessen: Der Wind blies dort mit 170 Kilometern pro Stunde.

Der meiste Niederschlag wurde zwischen Donnerstag und Sonntag von der Station Wien Innere Stadt mit 110 Litern pro Quadratmeter, ein Wert, wie er in Wien nur alle neun Jahre vorkommt. "Zusätzlich zu den starken Niederschlägen, die vor allem im Osten bzw. an der Alpennordseite niedergingen, erwirkte der Temperatursturz in ganz Österreich unbehagliches Wetter", erklärte Johanna Nikitsch, Klimaexpertin der Zentralanstalt. Die Maximaltemperatur in Innsbruck lag bei nur 9,3 Grad, in Salzburg bei 9,6 und in Linz sowie in Wien bei 11,1 bzw. 11,4 Grad. Zum Vergleich: Das Mittel der Mai-Maximaltemperaturen in Innsbruck liegt bei mehr als 20 Grad. In Linz wurde 1997 ein tieferes Mai-Maximum gemessen, nämlich 10,6 Grad. Noch kälter war es jetzt zum Beispiel in Schröcken am Arlberg mit 2,6 Grad.

Die höchste Windgeschwindigkeit wurde - abgesehen von Bergstationen - mit 118 km/h in Rechnitz im Südburgenland gemessen, 111 km/h wurden in Reichenau an der Rax (NÖ) registriert. In Wien erreichte der Wind einen Spitzenwert von 79 km/h. Johanna Nikitsch: "Derartige Windgeschwindigkeiten werden im südlichen Niederösterreich sowie der nordöstlichen Steiermark im Frühling nur alle nur etwa alle zehn Jahre gemessen."

Grund der Wetter-Misere ist das Einfließen sogenannter Kaltlufttropfen aus dem Nordatlantik und vom nördlichen Eismeer, das zur Bildung eine Tiefdruckgebiets geführt hat, das sich kaum vom Fleck bewegt, wie es bei der ZAMG hieß. Es handle sich um eine Wetteranomalie, die im Mai durchaus vorkommen kann und der sogenannten Schafskälte im Juni vergleichbar sei, die in der Regel aber kürzer anhalte und weniger Regen bringe. Der aktuelle Störungseinfluss soll am Donnerstag schwächer werden.

Übrigens: Auch die Sonne ließ sich am Wochenende blicken, am längsten in Obergurgl und in Nauders (Tirol) mit 14 bzw. 15 Stunden. (APA)

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