Infineon fliegt davon

17. Mai 2010, 17:37
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Verkauf der Handychipsparte an Intel rückt näher

München - Neu aufflammende Spekulationen über einen Verkauf der Mobilfunkchip-Sparte haben die Aktien von Infineon am Montag beflügelt. Die Titel des Halbleiterherstellers, der auch in Österreich produziert, setzten sich mit einem Plus zeitweise mehr als drei Prozent an die Spitze der Gewinner im Leitindex der Frankfurter Börse. Nach Informationen der Financial Times Deutschland verhandelt das bayerische Unternehmen mit dem US-Halbleitergiganten Intel über die Zukunft der Sparte, zu deren Kunden auch der Computerhersteller Apple zählt.

Intel habe großes Interesse, verwies die Zeitung auf Infineon-Kreise. Ein Verkauf der Handychipsparte könnte Infineon Milliarden bringen. Infineon wie Intel wollten nicht Stellung nehmen.

Infineon-Chef Peter Bauer hatte zuletzt signalisiert, das Geschäft noch mindestens zwei Jahre weiterzubetreiben und auf Rendite zu trimmen. Zuvor sei mit einer reinen Konzentration auf das größere Kerngeschäft mit Chips für die Autobranche und die Industrie nicht zu rechnen.

Kartellstrafen

In Österreich beschäftigt Infineon rund 2550 Mitarbeiter, etwa 2000 davon am Standort Villach. Produziert werden Chips für die Automobilindustrie sowie Industrieelektronik, Mobilfunkchips aber nicht. Im Rahmen der Forschung und Entwicklung beschäftigt man sich aber auch damit.

Die EU-Kommission wird Kreisen zufolge diesen Mittwoch Kartellstrafen gegen Infineon und andere Unternehmen der Chipbranche aussprechen. Gegen insgesamt neun Firmen würden Strafzahlungen im Gesamtausmaß von bis zu 300 Mio. Euro verhängt, sagten zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Montag. Grund: illegale Preisabsprachen für DRAM-Speicherchips.

Der US-Hersteller Micron komme als Kronzeuge ungeschoren davon. (Reuters, stro, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 18.5.2010)

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    Verweigert im Moment jeden Kommentar in Sachen Verkauf der Mobilfunkchipsparte: Infineon-Chef Peter Bauer.

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