Harter Preiskampf: "3" geht die Luft nicht aus

17. Mai 2010, 12:11
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Netzbetreiber änderte Strategie - Harter Preiskampf drückt auf Umsätze der heimischen Mobilfunker

Die andauernde Preisschlacht bei den Handytarifen hat die Umsätze der Mobilfunkanbieter weiter schrumpfen lassen. Marktführer Mobilkom verzeichnete im 1. Quartal 2010 ein Minus von 9,5 Prozent auf 365,2 Mio. Euro. Verfolger T-Mobile kam auf ein Minus von 7,1 Prozent (248 Mio. Euro). Besser ging es der Nummer 3, Orange, wo der Umsatz um drei Prozent auf 137,3 Mio. Euro nachgab.

Umsatz pro Monat und Kunde

Der Umsatzrückgang spiegelt sich auch im durchschnittlichen Umsatz pro Monat und Kunde (ARPU) wider: Mobilkom 22,2 Euro (minus 12,9 Prozent), T-Mobile 30 Euro (minus 9,1 Prozent) und Orange 31,8 Euro (hier sind allerdings nur die Vertragskunden erfasst, minus 3 Prozent). Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) musste die Mobilkom einen Rückgang auf 144,4 Mio. Euro nach 160,7 Mio. Euro im 1. Quartal 2009 hinnehmen. T-Mobile vermeldete ein bereinigtes Ebitda von 83 Mio. Euro (plus 56,6 Prozent), Orange von 49,1 Mio. Euro (plus 14,3 Prozent).

Iphone

Interessanterweise verzeichneten alle drei Anbieter einen deutlichen Kundenzuwachs in einem gesättigten Markt. Die Mobilkom meldete heute 4,9 Millionen Nutzer (plus 6,8 Prozent), T-Mobile 3,6 Millionen (plus 6,1 Prozent) und Orange 2,2 Millionen (plus 5,5 Prozent) – macht in Summe 10,7 Millionen bei rund 8 Millionen Einwohnern (und ohne die Nummer 4 am Markt, "3"). Ein wahrer Renner ist weiterhin das Apple-Kulthandy iPhone. Die beiden Anbieter T-Mobile und Orange haben seit Verkaufsstart im März 2008 mehr als 150.000 bzw. 130.000 Stück verkauft.

"3" bleibt im Rennen

Nach Ansicht von Branchenbeobachtern gibt es in Österreich mit vier Anbietern mindestens einen Mobilfunkbetreiber zu viel. Die Hoffnungen, dass dem kleinsten Netzbetreiber "3" die Luft ausgeht, haben sich aber bisher nicht erfüllt. Allerdings hat „3" seine Strategie in den letzten Monaten geändert. So bietet der als reiner UMTS-Anbieter gestartete Mobilfunker Sprachtarife ohne Zusatzpakete an und tritt mit dem Prepaid-Angebot „ 3WahnSIM! „ gegen die Diskonttöchter der anderen Mobilfunker an. Der Tarif bietet 1000/500 SMS Minuten in alle Netze, 1000/500 SMS Minuten Netzintern und 1 GB Datenvolumen für 12,80 Euro.

Hinter "3" steht der chinesische Riesenkonzern Hutchison, der auch im Industriegeschäft stark vertreten ist. Die Mobilkom ist eine Tochter der börsenotierten teilstaatlichen Telekom Austria, T-Mobile gehört dem weltgrößten Mobilfunkkonzern Deutsche Telekom und Orange der France Telecom. (red/APA)

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