Staatsverschuldung

Unis stehen Budgetkürzungen bevor

17. Mai 2010, 17:06

Keine Budgetanpassung bis 2013 - "Gestaltungsgespräche" mit Wissenschaftsministerium im Gange - Demo und Proteste angekündigt

Die österreichischen Universitäten müssen sich auf Budgetkürzungen gefasst machen. Darauf bereiten Vertreter des Wissenschaftsministeriums derzeit die Unis in sogenannten "Gestaltungsgesprächen" vor. Wegen der hohen Staatsverschuldung im Bund hat beispielsweise die Salzburger Universität in den kommenden drei Jahren 20 Millionen Euro weniger zu Verfügung. Das kündigte Rektor Heinrich Schmidinger laut ORF-Salzburg und in einem E-Mail an seine MitarbeiterInnen an.

Budgetstagnation für fünf Jahre möglich

"Wegen der hohen Staatsverschuldung soll es für keine Universität in Österreich ab 2013 eine Budgeterhöhung, ja nicht einmal eine Budgetanpassung geben", informierte der Rektor der Uni Salzburg die Mitarbeiter der Hochschule. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass das Budget noch zusätzlich sinke, "im besten Fall also eine Budgetstagnation mindestens während der kommenden fünf Jahre".

An den bis 2012 geltenden Leistungsvereinbarungen zwischen Bund und den einzelnen Unis soll zwar festgehalten werden, schreibt Schmidinger. Allerdings sei die Uni Salzburg in diesem Zusammenhang zu zwei Maßnahmen aufgefordert worden: Einerseits sollen Rücklagen gebildet bzw. Einsparungen vorgenommen werden, damit ab 2013 darauf zurückgegriffen werden könne. Andererseits soll dem Ministerium bis 15. November mitgeteilt werden, "aus welchen Positionen der bestehenden Leistungsvereinbarung die Universität zurücktreten wolle, um die künftigen Budgets nicht zu belasten".

Seitens des Wissenschaftsministeriums wurden die geplanten Maßnahmen bestätigt. Es gehöre zu einer verantwortungsvollen Politik, die Universitäten angesichts der angespannten internationalen Finanzlage vorzubereiten, damit sie intern planen können, es sei "nicht mit einer Budgetsteigerung zu rechnen", betonte ein Sprecher von Wissenschaftsministerin Beatrix Karl (VP).

ÖH hat für Dienstag Demo angekündigt

Als Reaktion auf die Pläne haben die Salzburger Hochschülerschaft, die ehemaligen Hörsaalbesetzer von "unibrennt" und das Rektorat für morgen, Dienstag, um 17.30 Uhr zu einer Hörerversammlung eingeladen. Dabei wird Schmidinger die Teilnehmer über die konkreten Auswirkungen für die Hochschule in Salzburg informieren. Außerdem wird Mosler über die Zugangsbeschränkungen für die Kommunikationswissenschaften sprechen. Für 19.30 Uhr hat die Hochschülerschaft zur Demo "Stoppt die Bildungstitanic!" aufgerufen. Irina Zelewitz von der ÖH sagte, dass auch weitere Protestmaßnahmen möglich seien.

"Katastrophale Auswirkungen auf die Zukunft Österreichs" befürchtet die HochschülerInnenschaft (ÖH) durch die angekündigte Stagnation bzw. Kürzung der Uni-Budgets. Immerhin seien die Unis schon jetzt "chronisch unterfinanziert", so Thomas Wallerberger (Fraktion Engagierter Studierender) vom ÖH-Vorsitzteam. BZÖ-Wissenschaftssprecher Rainer Widmann spricht gar von einem "Todesurteil für die Universitäten", das den Rektoren bei den so genannten Gestaltungsgesprächen übermittelt werde.

Badelt bestätigte Vorgaben des Ministeriums

Der Rektor der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien, Christoph Badelt, bestätigte inhaltlich die neuen Vorgaben des Wissenschaftsministeriums. Bei seinem Gespräch mit Vertretern des Ressorts sei ihm mitgeteilt worden, dass es 2013 bis 2015 "im günstigsten Fall bei einem nominell konstanten Budget" bleiben werde, "also de facto eine reale Kürzung", so Badelt. Hinsichtlich der derzeit geltenden Leistungsvereinbarung (2010-2012) hat Badelt das Ministerium so verstanden, dass man zum zugeteilten Budget bis 2012 stehe, aber man bereit sei, im Herbst über Reduktionen der Leistungen inhaltlicher Natur zu reden, um etwa Rücklagen bilden zu können.

Auswirkungen von angekündigten Verzögerungen bzw. Unterbrechungen universitärer Bauvorhaben auf den bereits begonnenen WU-Neubau kann sich Badelt nur schwer vorstellen, da dies "massive Folgekosten" hätte.

Für Badelt zeigen die Informationen des Ministeriums, "dass die Pläne der Regierung hinsichtlich des Uni- und Forschungs-Budgets Schall und Rauch sind was den Ausbau betrifft". Angesichts der dramatischen Budgetsituation hätten ihn die Pläne aber nicht völlig überrascht. Dies früh anzukündigen, um allenfalls auch Leistungen anpassen zu können, sei "korrekt".

SPÖ warnt vor vorschneller Überdramatisierung

SPÖ-Wissenschaftssprecherin Andrea Kuntzl warnte am Montag im Zusammenhang mit den Budgetplänen für die Universitäten Wissenschaftsministerin Karl vor "vorschnellen Überdramatisierungen". Das Budget für die nächste Leistungsvereinbarungsperiode sei noch nicht ausgehandelt und auch nicht festgelegt. Karl solle sich bei ihrem Parteikollegen, Finanzminister Josef Pröll, "mit voller Kraft" für mehr Mittel für die Universitäten einsetzen, "statt jetzt schon aufzugeben". (APA/red, derStandard.at, 17.05.2010)

Kommentar posten
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no ja
00
21.5.2010, 17:51
föderalismus als religion

und damit steht jede vernünftige reform: spitalsreform: gescheitert am föderalismus
schulreform: gescheitert am föderalismus
jugendschutz: gescheitert am föderalismus
etcetcetc
villeich schaffen wir österreich ab und machen 9 kleinstaaten:
kärnten: pleite ala griechenland
vorarlberg: bei der schweiz
niederösterreich und wien werden monarchien mit erbfolge
etc
dann könnten wir auch das militär in 9 teile teilen: nö burgenland: moderner grenzschutz
wien: hausmeister..endlich
kärnten: stasi....

the comedian
 
12
19.5.2010, 09:35
und glz mehr geld fuer fhs

http://derstandard.at/127137606... ieren-satt
raus mit der oevp aus der wissenschaftspolitik, aber sofort!

Quasselmodo
01
19.5.2010, 14:36
Neue FHs

stellen ein Zusatzproblem dar. Meistens sind da wieder die Länder zuständig, am Anfang wird ein protziges Füllhorn ausgepackt, nach kurzer Zeit stellt sich der normale Uni-Hungerleiderzustand ein (weil ein neu gefülltes Füllhorn wo anders gebraucht wird).
Die bestehenden Einrichtungen sehen hungrigen Auges die Füllhörner durch Gegend wandern, nur sich sie nicht und nicht zu erwischen. Ich habe gehört, dass sich deswegen sogar einige Wissenschaftler nach Gugging einweisen haben lassen.

slugi
00
18.5.2010, 20:24
einfach

nicht mehr wählen gehen und warten, bis wieder eine wählbare partei auf die bühne tritt.

riddler2008
 
13
18.5.2010, 17:55
Unis in den Streik

geht halt wirklich nur dann wenn auch die Lehrenden mitziehen; ansonsten wird es immer Studenten geben die nicht in die Zukunft denken und die eingehämmert bekamen dass sie so schnell wie möglich fertig studieren und arbeiten gehen müssen um nur ja nützlich für die Gesellschaft zu sein;

120 Jahre Karl Schranz
13
18.5.2010, 19:59
sehen sie: wenn die protestbewegung nicht zu einem großen teil genau diese arroganz austrahlen würde

(jeder der nicht zu allen unseren forderungen und der wahl der mittel uneingeschränkt ja und amen sagt ist angepasst und voll ÖVP) hätte man auch mal die möglichkeit eine wirkliche mehrheit der studenten hinter sich zu bekommen. ich z.b. fühle mich von so etwas nur abgeschreckt und halte dieses herabschauen auf die kollegen, die meine meinung nicht teilen, für einen schweren taktischen fehler.

Greets from the States
21
18.5.2010, 12:23

Hey bros whtsup`?
You'r still better of as the students in Afrika, Asia, South Amerika and wide part of Europe. Some would even say because of no study fees it's better here than in the US, GB, or in Australia. So lean back guys, everything is fine ...

Greets from the States!

Quasselmodo
02
18.5.2010, 14:13
Sis, R U nuts?

Lets hope that Austria is not on the same level as Timbuktu or Mombasa. Nevertheless, we are doing our best to get there.

riddler2008
 
00
18.5.2010, 17:47
Und da beginnt es schon

... Vergleich eines Staates mit Städten...

cerberos
00
18.5.2010, 19:27
Wenn man's genau bedenkt ...

... ist das leider gar nicht so abwegig.
Es gibt bestimmt Städte, die mehr Akademiker haben, als Österreich insgesamt.

Der Kobold
02
18.5.2010, 12:09
ja toll

Das Geld wird eben für "Wichtigeres" gebraucht, nicht?

Prof. Brodbeck ist bekannt für deutliche Worte in der Finanzkrise. Wir haben ihn gebeten, die Mechanismen der Währungsspekulationen verständlich zu erläutern. Seine bemerkenswerten Antworten hier:
http://www.mainpost.de/nachricht... 98,5573430

Greece's destruction has been orchestrated
by the bankers and the puppet/politicians...
http://www.youtube.com/watch?v=vjIac68z_lw

Paul Palme
01
18.5.2010, 14:47

Danke für die Links.
Wenn ich´s richtig verstehe, dann bedienen also die Staatsbürger letztlich die Forderungen der Banken, die sich dann neue Schuldner suchen können, für deren Schuld letztlich wiederum die Staatsbürger haften. Ein Teufelskreislauf!

Das ganze Problem, noch viel grundsätzlicher gesehen von Prof. Bernd Senf in folgendem Interview:

http://www.sein.de/gesellsch... jetzt.html

velvet80
04
18.5.2010, 11:37

ich frage mich gerade wo man die Politiker treffen kann,
dass es wirklich, WIRKLICH weh tut. Besetzungen und Demos? Pustekuchen.

- Streik der Lehrenden und Studierenden:
Niemand geht für 2 Wochen auf die Uni. Gelernt wird zuhause. Was bringts? Weltweites Medienecho - damit setzt man Politiker unter Druck.

- Publikationen für 1-2 Monate nur unter dem Namen der ausländischen Forschungsstätten der Mitarbeiter einreichen (oder die Privatadresse hinschreiben). Damit sackt der ohnehin geringe Output ins Bodenlose ab und trifft die Unis & die Ministerin an einer sehr empfindlichen Stelle.

potz
01
19.5.2010, 00:30

das ist der ministerin blunzn.

rätätä, rätätä ...
02
18.5.2010, 12:20

Wie das mit den Publikationen ausschauen würde trau ich mir nicht zu beurteilen, aber Streik kann man IMHO vergessen.

Erstens sind die Unis hierzulande so stockkonservative Vereine, dass sowieso die Hälfte Leute Streikbrecher wären (ausser es gibt Würstel und Bier von der Gewerkschaft ...)

Zweitens ist eine Uni halt kein Produktionsbetrieb. Wenn die wochenlang nicht hingehen, sollen sie halt. Schneiden sich höchstens in's eigene Fleisch. Letztlich trifft so ein Streik vor allem die Studierenden, und da wird sich der "Volkszorn" der Krone & Co rasch gegen die Streikenden richten.

Den Unis fehlen Lobbies und Druckmittel, und so wird ein Streik wohl eher Selbstzweck bleiben. :-(

velvet80
01
18.5.2010, 13:16

ich hab auch lange Zeit gedacht dass man sich an der Uni mit einem Streik selbst ins Fleisch schneidet, aber inzwischen bin ich mir nicht mehr so sicher.

Die Studis könnten ohne weiteres von zu Hause lernen (ausser natürlich Kurse etc.)
die Forscher die ein Labor brauchen, ok die müssten
drin sitzen; aber die anderen könnte alle zuhause bleiben; stellen sie sich das mal vor - es geht hptsl. was darum die internationalen Medien sagen:

"Austrian universities on strike"

das wäre etwas völlig neues!

und wenn Kürzungen wirklich kommen, trifft das praktisch direkt oder indirekt jeden an der Uni; ich kann mir nicht vorstellen dass das sovielen egal ist.

monost
02
18.5.2010, 13:48

absolut ihrer meinung. unis in den streik, jetzt!

Mahnende Stimme
02
18.5.2010, 11:18
Einsparungspotential ist gegeben!

Wie wär's mit der Einsparung von 9 Landtagen?
(Aufwertung des Bundesrates als Länderkammer!)
Das frei werdende Geld könnte locker die fehlenden Mittel für die UNI's ersetzen.

ride my pimp
15
18.5.2010, 10:53

gerade, als ich das gelesen habe, ist - kein Schmäh - ein Abfangjäger über unser Haus gedonnert, dass die Wände nur so gezittert haben vom Überschallknall.

Da weiß man, warum mein Universitätsprofessor sich sein Aufnahmegerät für seine Feldforschung aus der eigenen Tasche bezahlen muss.

Helmut-S
51
18.5.2010, 14:25
Völlig unqualifizierter Kommentar

Ein Staat hat mehrere Aufgaben aus seinem Budget zu bedecken, dazu gehören neben der Bildung halt auch innere und äußere Sicherheit, Infrastruktur etc.

Wir haben das niedrigste Verteidigungsbudget der ganzen EU, aber die teuersten Kosten für Frühpensionisten im Vergleich der EU-15.

Trotzdem richten sich unqualifizierte Kommentare wie Ihrer gegen die notwendigen Anschaffungen zur äußeren Sicherheit/Luftraumüberwachung wie von einem neutralen Staat völkerrechtlich gefordert, und NICHT gegen die Posten wo wirklich Geld verschwendet wird, zb. die seit Jahren verschleppte Verwaltungsreform.

Conclusio: Wenn Sie keine Ahnung haben worauf Sie schimpfen, lassen's lieber den Mund zu. Es wirkt sonst einfach nur ideologisch aufgestachelt.

slugi
01
18.5.2010, 20:22
was bitte,

haben die euro-fighter mit der landesverteidigung die sie hoffentlich meinen zu tun?
das sind kampfflugzeuge! - zur luftraumüberwachung gäbe es weit kostengünstigere alternativen (siehe berichterstattung dazu) -

Helmut-S
10
18.5.2010, 22:09
Wenn ich einen Euro hätte für jeden Poster...

...der mir mit dem polemischen Argument kommt es "gäbe kostengünstigere Alternativen", ohne diese (mangels Fachwissen) überhaupt konkret nennen zu können, wär ich diesen Sommer gleich zweimal auf Urlaub.

Sagen Sie's uns doch, was Sie in "der Berichterstattung" dazu für Alternativen gesehen haben. Erklären Sie uns, warum eine F-16 oder Gripen KEIN Kampfflugzeug ist! Sie können es nicht, weil Sie keine Ahnung von der Materie haben, gell?

Und die ganzen roten Stricherl oben zu meinem Posting, ohne ernsthafte Gegenargumente, nehme ich dann mal als stille Zustimmung.

Warum man in dem EU-Land mit dem niedrigsten Verteidigungsbudget immer Bildung gegen Armee hochrechnet, bleibt mir jedenfalls verschlossen.

al90
00
24.5.2010, 22:16

der sch*** Flieger kann ja nicht mal fliegen wenns regnet. Wie soll der helfen wenn wir dann ein Problem haben "Ups geht gerade nicht, vielleicht in ein paar Monaten wenns wieder Sommer ist"??? Ihre Logik ist auch nicht die Beste und an Ihrer Stelle würde ich mich mal über die technischen Detail informieren.

Quasselmodo
03
18.5.2010, 12:08
Überschall

war das sicher keiner, das ist bei den Kisten normale Betriebslautstärke.

die Stimme von Maggie Simpson
30
18.5.2010, 10:49

Könnt aber nicht klagen...
Die FHs in Oö sind top ausgestattet, alle mit neuen Gebäuden und Laboratorien, gut integriert in die jeweilige Wirtschaft, motivierte Studenten und Absolventen.

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