Attac

Einnahmen von 270 Milliarden Euro möglich

17. Mai 2010, 09:25

Bei europaweiter Finanztransaktionssteuer von 0,1 Prozent - Vermögens- und Kapitalsteuer könnte in Österreich 13,4 Milliarden Euro bringen

Wien - Eine Finanztransaktionssteuer von 0,1 Prozent könnte in Europa jährliche Einnahmen von 270 Mrd. Euro bringen, sagte Karin Küblböck von Attac am Sonntagabend in der ORF-Diskussion "Im Zentrum". Nationale Alleingänge seien dabei gut möglich, einige Länder hätten bereits vergleichbare Abgaben, darunter Großbritannien mit der "Stamp Tax".

Auch in Österreich habe es früher mit der Börsenumsatzsteuer eine vom Prinzip her vergleichbare Abgabe gegeben, sagte Küblböck, die auf "konservative Schätzungen" der Nicht-Regierungsorganisationen verwies, wonach alleine in Österreich über Vermögens- und Kapitalertragssteuern jährliche Einnahmen von 13,4 Mrd. Euro möglich seien.

Der frühere Grüne Bundessprecher Alexander van der Bellen sprach sich in der Diskussion unter dem Motto "Friede den Hütten, Krieg den Palästen" dafür aus, höhere Einkommen und Vermögen bei den Abgaben stärker in die Pflicht zu nehmen. In eine ähnliche Kerbe schlug BZÖ-Obmann Josef Bucher, der auch die höhere Besteuerung von Bonifikationen einforderte.

Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl, der mit der Forderung nach einem nationalen Alleingang bei der Einführung einer Finanztransaktionssteuer eine Kette von Reaktionen ausgelöst hat, meinte in der Diskussion, er halte wie Finanzminister Josef Pröll eine gemeinsame Einführung in Europa zwar für die beste Lösung, "im Notfall" sei er aber für den Alleingang Österreichs. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 146
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Da hilft nur Lagavulin!
00
18.5.2010, 08:35
Diese Steuer gehört ad hoc weltweit eingeführt - 0,1% sind definitiv zu wenig, nachdem was uns die Finanzkrise und derene Verursacher eingebracht haben!

Cedric Bergamasco
 
03
17.5.2010, 18:35
so leicht geht das nicht

- lokal beschränkte besteuerung bewirkt sofortiges abwandern der transaktionen. weiters wären dadurch finanzplätze wie london extrem bevorzugt und bekämen einen überproportionalen anteil am "kuchen".
österreich allein wäre idiotisch - eine umsetzung innerhalb der EU ist wahrscheinlich auch noch zu klein. wenn nicht weltweit dann wird so eine tobin-tax ein waghalsiges experiment!

- viele transaktionen erfolgen um eine minimale arbitrage abzuschöpfen, die oft deutlich unter 0,1 % liegen kann, und die dann natürlich wegfallen würden. das gesamtvolume würde schrumpfen und die errechneten (c.p.) einnahmen auch.
der finanzmarkt würde träger werden ... aber vielleicht wäre das dann doch ganz gut ;-)

abccba
11
17.5.2010, 17:44
Als Jemand,

der selber Aktien besitzt bin ich eindeutig FÜR eine solche Steuer, denn, es kann nicht sein, dass man für 1 Kilo Kartoffeln (Lebensmittel) -20%-Umsatzsteuer bezahlt und wenn ich Aktien oder sonstige Wertpapiere kaufe - egal ob um 10.000€ oder 10.000.000.000€ - KEINE Steuer dafür zahle!

Was sind bitte 0,1%???

H Salem
00
18.5.2010, 10:35
Keine Steuer auf Atiengewinne ??

Falls Sie bis jetzt nie Aktien VERKAUFT haben, dann haben Sie bis jetzt die 25 % Steuer auf Aktiengewinne noch nicht kennengelernt.

Redender Senator
00
17.5.2010, 21:55

Zahlt man nicht bei Verkauf die 25% Steuer auf Gewinn (so wie KeSt beim Sparbuch)?
Bei Verkauf unter einem Jahr gibt es zumindest eine Steuer soweit ich weiß.

witz bold
00
17.5.2010, 17:41
Die Karin Küblböck

könnte in jedem Zirkus erfolgreich als Schnellrednerin auftreten. In dieser Runde wurde sie kaum wahrgenommen, weil kaum jemand verstehen konnte, was sie gesagt hat. Wer aber weiß, was Frau Küblböck seit Jahren von sich gibt, konnte dieser exzellenten Sprachartistik folgen und sich langweilen.

Ernst Dorfner
00
17.5.2010, 16:11
Pi mal Daumen (Forts.): "Überfluss besteuern?"

Übrigends: 91% des Vermögens der Reichsten 1% sind Unternehmensvermögen, also die Arbeitsplätze von uns allen. Wenn nur Überfluss besteuert werden soll, dann gehören aber die Arbeitsplätze nicht dazu

her wig
00
17.5.2010, 16:23
Die Unternehmensvermögen kann man ja verteilen,

in Form von Aktien zum Beispiel. Dann werden diese Vermögen öffentlich verfügbar, ohne verstaatlicht zu sein.

natoll
00
17.5.2010, 17:27

viele davon sind bereits AG's die sogar an der Börse gehandelt werden. Was willst mit den anderen machen? Kommunismus ausrufen und zwangsenteigenen? Na dann hoff mal, dass das Spiel nicht weitergeht und du selbst irgendwann zum Handkuss kommst.

her wig
00
17.5.2010, 17:46

Wieso? Vermögenssteuer ab 1 Mio. Euro -- wenn es einmal soweit kommen sollte dass mich die betrifft, bin ich keinem deswegen böse.

snoker71
02
17.5.2010, 16:08
Forex Trading 1,5 Billionen Dollar täglich

Weltweit werden über Forex Trading täglich 1,5 Billionen Dollar umgesetzt! Der Europa Anteil wird mit Sicherheit auch ein Massgeblich sein. Also 270 Mrd. Steuerleistung sind nicht irgendwo aus den Fingern gesaugt.

natoll
00
17.5.2010, 17:28

gegen eine internationale Vorgangsweise ist ja nix einzuwenden. Aber der irre Weg das national (ohnehin unmöglich und somit rein populistisch) zu fordern, ist völlig absurd.

Samma Ritter
00
17.5.2010, 16:13
leider doch keine Geldmaschine

bei dieser angenommen Steuerhöhe wird das Transaktionsvolumen dramatisch sinken,
Steuer ist grundsätzlich sinnvoll

Ernst Dorfner
12
17.5.2010, 16:06
attac rechnet PI mal Daumen

Die Zahlen von attac sind korrekturbedürftig. s besitzen
* 10% der ÖsterreicherInnen zwischen 57 und 70 (richtig 71%) Prozent des Gesamtvermögens von 1.200 (richtig 944) Milliarden Euro, besitzen
* 10% der österreichischen Haushalte 54% (richtig 35%) Prozent der Geldvermögen,
besitzen * 10% der ÖsterreicherInnen 60% (r. 71%) des Immobilienvermögens, welches laut Österreichischer Nationalbank 880 (r. 304) Milliarden Euro beträgt. Bei den Immobilien der "Wohlhabenden 8-10%" sind auch die des Mittelstandes eingerechnet. Der Mittelwert der unteren 90% liegt bei 23.000 €, was durch den Wert der Familienhäuser bei weitem überschritten wird. Auch die wären dann mit Vermögensteuern zu belasten. (richtige Zahlen lt. OeNB)

also dann ...
00
18.5.2010, 08:44
korrektur : sie müssen schon das netto-vermögen... rechnen, d.h.

vermögen MINUS schulden.
das ... ist die basis für die besteuerung.

Simpl vom Fach
01
17.5.2010, 16:04
Schon in der Bibel steht geschrieben:

Hinaus mit Euch, Ihr Tempelschänder!
Weg mit den Geldtempeln, weg mit den Tempelhändlern, handelt endlich bevor es zu spät ist.
Wer mit Geld handelt, schnurstracks in die Hölle wandelt.

Redender Senator
00
17.5.2010, 21:58

Dieses Bibelzitat zielte aber eher auf die Vermarktung der Religion und Ausbeutung der Gutgläubigen aus und kritisierte diese.

Faun
00
17.5.2010, 17:00

"weg mit den Tempelhändlern, handelt endlich bevor es zu spät ist. " wer soll da jetzt handeln??? Gilt da dann die Transaktionssteuer?

veltliner1
01
17.5.2010, 15:50

wer hätte das gedacht: plötzlich stehen der rote ex-kanzler und der schwarze kammerpräsident mit dem grünen ex-chef und der attac-aktivistin auf einem bootssteg und überlegen, ob sie nicht doch lieber in einem gemeinsamen boot sitzen (wollen), wenn es heißt, sich gegen den nächsten banken- und spekulations-tsunami zu schützen.

schneebrunzer
 
00
17.5.2010, 17:48
und ich begrüße diese entwicklung schon sehr...

...vl hat die krise doch noch zumindest irgendwas gutes!?!

ungut aufgefallen ist in der gestrigen "im zentrum" eigentlich nur Bucher udn Plassnik, die versucht haben, das übliche parteien-hickhack in die runde zu bringen....gottseidank ist ihnen das nicht gelungen. es war das erste mal, dass ich gesehen habe, dass vertreter (wenn acuh teilw. im ruhestand) mehrerer parteien öffentlich diskutieren am gelichen strang ziehen zu wollen. ein absolutes novum in österreichs jüngerer politik! mit ein grund dafür war sicher das fehlen eines FP vertreters, der eine interessante diskussion mit sicherheit durch uninterssante, billige wortmeldungen vereitelt hätte!

Quasselmodo
00
18.5.2010, 08:28
Novum ist das keines

Jahrzehntelang hat die Zusammenarbeit zwischen den Parteien gut funktioniert, wenn auch mit dem unangenehmen Nebeneffekt Proporz.
Ich bin überzeugt, dass es unser Land nur durch die vielgeschmähte Sozialpartnerschaft geschafft hat, aus dem Hinterfeld Europas in das Spitzenfeld zu gelangen.
Der planmäßige Zerstörer des Systems war Herr Schüssel, nach der erfolgreichen - auch selbstverschuldeten - Demontage der Gewerkschaft schien er durchschlagenden Erfolg zu haben. Zum Glück gibt es noch ein paar renitente Überbleibsel wie Herrn Leitl.

snoker71
02
17.5.2010, 15:49
Money makes Money

wenn nur mit 0,1 Prozent schon 270 Mrd. an Steuerleistung generiert werden können - kann man sich ausrechnen was alleine in Europa an Geld jährlich bewegt wird. Unsummen! Der gesamte Börsenhandel und was noch darunter fällt - haben keinerlei Bezug zur realen Wirtschaftsleistung. Die, die Geld haben sind nicht mehr bereit risken im normalen Wirtschaftsbereich einzugehen, da es doch so viel einfacher ist mit Geld noch mehr Geld zu produzieren.
Das schwächt die gesamte Weltwirtschaft massiv. Es gibt mit Sicherheit tolle Ideen von Menschen neue Produkte zu erzeugen, doch die Geldgeber sind nicht bereit zu investieren, da es ja erst nach geraumer Zeit mit Erträgen zu rechnen ist.

Cedric Bergamasco
 
00
17.5.2010, 18:41
im kreis herum

aber das meiste geld fließt ja im kreis herum und wird zu nichts verwendet außer geringe renditen zu machen.
wenn sie mir täglich 100 mal einen 100er leihen dann ist das transaktionsvolumen 20.000€! wenn sie mir dafür 5% p.a. zinsen verrechnen dann sind sie ca einen cent reicher am abend ;-)

wenn dieses viele geld vom finanzmarkt für waren ausgegeben wird dann ists auch bald *schwupps* weg (und die waren sind dann plötzlich alle doppelt so teuer).

snoker71
00
17.5.2010, 19:50
rechnen

100x100 ist 20.000 - super

Cedric Bergamasco
 
00
17.5.2010, 19:55

ja genau! sie geben mir insg. 10.000 € und ich gebe ihnen 10.000 € zurück. die summe aller zahlungsströme errechnet sich somit mit folgender formel:
2x10.000 = 20.000 :-P

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