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Den Sensoren im Beifahrersitz ist es egal, ob eine Handtasche oder ein Beifahrer drauf sitzt.
Moderne Technik kann sehr komfortabel sein. Aber auch anstrengend. Als mir der Kollege unlängst übers Wochenende ein Cabrio (die Type tut nichts zur Sache) überließ, wurde sie mir richtiggehend zur Last.
Also, ich steige in das Freiluftauto, das eher in die Kategorie Damenfahrrad gehört, ein und mache es mir gemütlich. Sitze positionieren, Lenkrad tiefer stellen, Handtasche stabil auf den Beifahrersitz und los geht's.
Mitnichten. Kaum die ersten 50 Meter zurückgelegt, beginnt das Gefährt zu miepen. Und ich zu suchen. Sicherheitsgurt angelegt? Ja, natürlich! Heckklappe offen? Fehlanzeige. Andere Tür offen? Auch nicht. Leicht enerviert halte ich erneut an. Alles abschalten, Neustart. Es piepst enervierend.
Also: Handschuhfach auf, ein Kilo Bedienungsanleitung heraus. Grundloses Dauermiepen? Fehldiagnose. "Grundlos" ist ebenso wenig eine technische Krankheit wie "Daueralarm". Die kurz vor dem Nervenzusammenbruch – ich sollte in zehn Minuten bei einem Termin sein – angedachte Therapie "Ignorieren" verwerfe ich rasch. Man weiß ja nie, Rache der Technik und so.
In der nun folgenden Nachdenkpause (soll ich Kollegen A. anrufen und mich blamieren?) nehme ich meine Tasche, suche das Handy heraus, knalle den wie immer übergewichtigen Beutel zornig auf den Boden und starte erneut. Siehe da: Der Motor schnurrt, nichts miept.
Ein Glück, dass ich nicht angerufen habe, der Kollege hätte mir gesagt, dass Handtaschen sensortechnisch Beifahrer sind und angegurtet werden wollen. Ein bissl viel der Sensibilität, finden Sie nicht? (Luise Ungerböck/DER STANDARD/Automobil/14.5.2010)
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Zu dieser Thematik gibt es ein Buch mit dem Titel „Wenn möglich, bitte wenden“ – Abenteuer eines Autofahrers – Goldmann Verlag. In einem ganz persönlichen Verkehrsbericht lässt ein Handelsreisender den Leser an dem allgegenwärtigen Wahnsinn teilhaben, mit dem er es auf deutschen Straßen zu tun hat. Horror im Stau, Terror des Navigationssystems, das vollelektronische Auto übernimmt die Herrschaft, usw. – stets muss er sich komplexen Herausforderungen stellen.
..... die Frau Ungerböck, ein Vergnügen ihre Informationen dabei aufzusaugen, aber Autos scheinen das Ihre nicht zu sein. Sonst hätte sie ein Warnlamperl nicht übersehen, das ihr zeigt, der "Beifahrer" möge sich angurten.
Sehr viel der "unnötigen" Elektronik, aber auch Karosseriegestaltung, wird durch Sicherheitsvorschriften erzwungen.
Eins der wenigen noch halbwegs "für ewig" gebauten Autos, der klassische Land Rover Defender, wird in der EU bald keine Zulassung mehr erhalten - zu wenig Fußgängerschutz, keine Airbags etc.
(Allerdings ist der auch schon mit nicht zu wenig Elektronik ausgestattet: ABS, Kat/Lambdasonde/Einspritzung etc.)
Die Dame hat uns bewiesen, dass sie nicht taub ist. OK, das wäre geklärt...
Folgende Fragen aber harren nunmehr einer Antwort:
Ist die Dame vielleicht blind? (würde manch weibliches Verhalten im Straßenverkehr erklären) Hat sie gerade in den Spiegel geblickt um sich die Lippen nachzuziehen? Einem Knackarsch nachgeschaut? Die Nummer ihrer besten Freundin am Handy gewählt, um sich nach einer langen Viertelstunde endlich wieder mal über den neuesten Bürotratsch auszutauschen? Oder warum sonst, zum Teufel hat sie das rot blinkende Gurtsymbol am Armaturenbrett übersehen?
Und schließlich: Was um Gottes willen hatte die Dame in ihrer Handtasche?
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