Archäologen stoßen auf unerwarteten Münzfund

16. Mai 2010, 14:35
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Kein antikes Geld, sondern goldene 10-Francs-Münze aus der Zeit Napoleon III. ausgegraben

Tel Aviv - Bei Ausgrabungen auf dem Gebiet der antiken Stadt Jaffa - heute ein Vorort von Tel Aviv - haben israelische Archäologen eine Reihe von Funden gemacht, die von biblischer bis osmanischer Zeit stammen. Eines der jüngsten Fundstücke war dabei zugleich eines der wertvollsten: Eine Münze, die das Abbild des letzten französischen Kaisers Napoleon III. trägt. Die israelische Altertumsbehörde teilte am Sonntag mit, die 10-Francs-Münze sei 1856, während der Zeit des "Zweiten Kaiserreichs", in Paris geprägt worden und bestehe fast vollständig aus reinem Gold.

Der israelische Münzenkenner Robert Kool erklärte, der Fund von Goldmünzen bei archäologischen Ausgrabungen sei sehr selten. "Dies ist das erste Mal, dass eine solche Münze in Jaffa gefunden wurde", sagte er. Während des osmanischen Reichs, das im späten 19. Jahrhundert an schweren Finanzproblemen zu leiden begann, sei der Gebrauch europäischer Goldmünzen allerdings üblich gewesen, "besonders in den entfernten Provinzen wie Palästina, bis zum Ende des Ersten Weltkriegs".

Der auf der Münze abgebildete Charles-Louis-Napoléon Bonaparte war ein Neffe des berühmten Napoleon Bonaparte. Er wurde nach der Februar-Revolution von 1848 zum Präsidenten der Zweiten Französischen Republik gewählt - nach einem Staatsstreich ließ er sich 1852 zum "Kaiser der Franzosen" ausrufen. Seine Herrschaft endete 1870 während des Deutsch-Französischen Kriegs, als er in der Schlacht von Sedan gefangen genommen wurde. Er starb im darauf folgenden Jahr nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft in Chislehurst bei London. (APA/red)

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