Mangelhafte Start-Stopp-Systeme

16. Mai 2010, 18:12
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Start-Stopp-Systeme sind die niedrigste Stufe der Hybridisierung. Der Motor stellt sich automatisch ab, und ein Elektromotor wirft ihn wieder an

Start-Stopp-Systeme sind sozusagen die niedrigste Stufe der Hybridisierung. Der Motor stellt sich bei Stillstand automatisch ab, und ein Elektromotor, nämlich der Starter, wirft ihn bei Bedarf automatisch wieder an.

Das ist eine sehr einfach realisierbare Maßnahme, um den Spritverbrauch im Stop-and-go-Verkehr zu senken. Im Normtest-Zyklus bringt eine Start-Stopp-Automatik immerhin rund acht Prozent Verbrauchseinsparung, eine Größenordnung, die durch keine andere einzelne Verbesserungsmaßnahme auch nur annähernd erreicht werden kann. Der Druck zur Absenkung des Flottenverbrauchs wird also dafür sorgen, dass es schon in Kürze kein Auto mehr ohne Start-Stopp-Automatik geben wird.

Ein Verbrauchsvorteil, den der Pendler, der täglich 50 km von und zur Arbeit fährt, allerdings nicht heben wird können. Die technischen Lösungsansätze dafür sind unterschiedlich und mitunter nicht sehr befriedigend. Bei manchen Autos hat man den Eindruck, dass lediglich ein etwas stärkerer Starter zur Anpassung der Lebensdauer, aber nicht der Leistungsfähigkeit gewählt wurde.

Die Geschwindigkeit des Startvorgangs ist bei vielen Autos einfach zu gering, das Krächzen ist nervig. Manche sterben beim Einkuppeln gleich wieder ab, nachdem sie angesprungen sind. Das ist nicht nur eine Frage des Komforts, sondern auch der Sicherheit, denn wenn der Motor im gewünschten Moment noch nicht läuft, wird man nervös – oder zumindest andere Verkehrsteilnehmer werden hupig, beginnen also zu hupen. (Rudolf Skarics/DER STANDARD/Automobil/14.5.2010)

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