Ägypten öffnet Grenzübergang zum Gazastreifen

15. Mai 2010, 15:29
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Grenze bei Rafah für drei Tage offen - Palästinenser erinnern an Vertreibung

Gaza - Ägypten hat am Samstag erstmals seit 70 Tagen den Grenzübergang zum Gazastreifen in Rafah geöffnet. Rund 300 Menschen passierten am Morgen die Grenze, in den kommenden Tagen sollten 8.000 weitere folgen, teilte das von der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen geführte Innenministerium mit. Insgesamt solle die Grenzöffnung drei Tage dauern. Ägypten weigert sich seit der Machtübernahme durch die Hamas im Gazastreifen 2007, den Grenzübergang Rafah dauerhaft geöffnet zu lassen. Israel verhängte eine Blockade über den Gazastreifen.

Unterdessen erschossen israelische Soldaten nahe der Grenze zwischen dem nördlichen Gazastreifen und Israel einen Palästinenser. Ein weiterer sei verletzt worden, teilten palästinensische Rettungskräfte mit. Bei dem Toten handelte es sich den Angaben zufolge um einen 75-jährigen Bauern, der auf seinem Feld nahe der Grenze gearbeitet habe. Die israelische Armee erklärte, Soldaten hätten das Feuer auf einen "verdächtigen" Mann eröffnet, der sich einem Kontrollpunkt genähert habe.

Palästinenser gedenken der Vertreibung

Mehrere tausend Palästinenser gedachten unterdessen am Samstag im Gazastreifen der Gründung des Staates Israel vor 62 Jahren und der damit verbundenen Vertreibung. Für sie ist das Ereignis als "Nakba" (arabisch für Katastrophe) ins kollektive Gedächtnis eingegangen. Anhänger der im Gazastreifen herrschenden Hamas sowie der mit ihr rivalisierenden Fatah-Bewegung marschierten am Samstag Seite an Seite durch Gaza-Stadt. Sie schwenkten palästinensische Flaggen und trugen einen riesigen Schlüssel als Symbol ihrer Hoffnung auf eine Rückkehr. (APA/apn)

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