Grenze bei Rafah für drei Tage offen - Palästinenser erinnern an Vertreibung
Gaza - Ägypten hat am Samstag erstmals seit 70 Tagen den
Grenzübergang zum Gazastreifen in Rafah geöffnet. Rund 300 Menschen passierten
am Morgen die Grenze, in den kommenden Tagen sollten 8.000 weitere folgen,
teilte das von der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen geführte
Innenministerium mit. Insgesamt solle die Grenzöffnung drei Tage dauern. Ägypten
weigert sich seit der Machtübernahme durch die Hamas im Gazastreifen 2007, den
Grenzübergang Rafah dauerhaft geöffnet zu lassen. Israel verhängte eine Blockade
über den Gazastreifen.
Unterdessen erschossen israelische Soldaten nahe der Grenze zwischen dem
nördlichen Gazastreifen und Israel einen Palästinenser. Ein weiterer sei
verletzt worden, teilten palästinensische Rettungskräfte mit. Bei dem Toten
handelte es sich den Angaben zufolge um einen 75-jährigen Bauern, der auf seinem
Feld nahe der Grenze gearbeitet habe. Die israelische Armee erklärte, Soldaten
hätten das Feuer auf einen "verdächtigen" Mann eröffnet, der sich einem
Kontrollpunkt genähert habe.
Palästinenser gedenken der Vertreibung
Mehrere tausend Palästinenser gedachten unterdessen am Samstag im
Gazastreifen der Gründung des Staates Israel vor 62 Jahren und der damit
verbundenen Vertreibung. Für sie ist das Ereignis als "Nakba" (arabisch für
Katastrophe) ins kollektive Gedächtnis eingegangen. Anhänger der im Gazastreifen
herrschenden Hamas sowie der mit ihr rivalisierenden Fatah-Bewegung marschierten
am Samstag Seite an Seite durch Gaza-Stadt. Sie schwenkten palästinensische
Flaggen und trugen einen riesigen Schlüssel als Symbol ihrer Hoffnung auf eine
Rückkehr. (APA/apn)