Pole für Webber beim Roulette in Monte

15. Mai 2010, 15:13
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Red Bull-Pilot steht im Fürstentum auf eins vor Kubica im Renault und RBR-Teamkollegen Vettel - Alonso muss aus der Box starten

Monte Carlo - Red Bull greift im Formel-1-Grand-Prix von Monaco nach der WM-Führung. Barcelona-Sieger Mark Webber nimmt auch den Klassiker im Fürstentum aus der Pole Position in Angriff, Teamkollege Sebastian Vettel steht auf Platz drei. Lediglich Geheimfavorit Robert Kubica im Renault vermochte das Duo zu sprengen. Die WM-Rivalen der Bullen müssen das Rennen dagegen von weiter hinten in Angriff nehmen - Ferrari-Star Fernando Alonso nach einem Unfall im freien Training sogar von ganz hinten.

Webber, schon vergangenes Wochenende in Barcelona unantastbar, brachte seine gute Form nach Monte Carlo, war im Qualifying in 1:13,826 Minuten klar der Schnellste. Red Bull hat damit auch das sechste Zeittraining der laufenden Saison für sich entschieden. "Ein Sieg hier wäre das Highlight meiner bisherigen Karriere", sagte Webber nach seiner vierten Pole Position, der dritten in dieser Saison, und der zweiten hintereinander.

Eine Vorliebe für Roulette

Im Fürstentum war der Australier bisher fast immer gut gefahren. 2005 war Webber im Williams als Dritter auf dem Podest, 2006 wurde er nach Startplatz zwei von einem Motorschaden gestoppt. "Ich werde versuchen, meine Erfahrung auszuspielen", betonte der 33-Jährige. "Hier muss man vor allem schauen, das Auto ins Ziel zu bringen." Vettel war das im Vorjahr nicht gelungen, mit Startplatz drei war der Jungstar auch nicht wirklich glücklich.

In der Anfangsphase hatte Vettel einigen Verkehr. "Am Schluss war ich einfach nicht schnell genug", gestand der 22-jährige Deutsche, nachdem Webber im Stallduell auf 3:3 Pole Positions gestellt hatte. In der WM-Wertung fehlen Vettel 10 und Webber 17 Punkte auf Leader Jenson Button. Der Titelverteidiger musste sich im McLaren unmittelbar hinter Rekordweltmeister Michael Schumacher im Mercedes mit Startplatz acht zufrieden geben.

Ferrari-Hero auf Zero

Noch viel schlimmer erwischte es Alonso. Der WM-Zweite, für viele Experten Hauptkonkurrent der Bullen im Titelrennen, hatte seinen Ferrari am Vormittag in Massenet dermaßen zerstört, dass eine Reparatur bis zum Qualifying nicht mehr möglich war. Der Spanier muss das Rennen daher aus der Box starten - und Überholen ist in den Straßenschluchten besonders schwierig. "Daraus wollen wir natürlich Kapital schlagen", bestätigte Webber.

Alonsos Teamkollege Felipe Massa steht neben Vettel auf Platz vier. Dahinter folgen McLaren-Star Lewis Hamilton und Nico Rosberg, der im Quali-Duell mit Schumacher bei Mercedes auf 5:1 erhöhte. Die angekündigte Sensation war aber Kubica. Der Pole gilt als Stadtkurs-Spezialist, war bereits in allen freien Trainings schnell gewesen. "Wir hätten auch ganz vorne stehen können. Trotzdem müssen wir glücklich sein", sagte Kubica.

Knapp drei Zehntel fehlten dem lange Zeit führenden Polen am Ende auf Webber. Red Bull hatte Kubica immer auf der Rechnung gehabt. "Der Renault hat einen sehr kurzen Radstand, ist hier zudem auf der Geraden sauschnell", erinnerte Motorsportchef Helmut Marko. Und über die fahrerischen Qualitäten von Kubica brauche man ohnehin nicht zu diskutieren. Immerhin ist der 25-Jährige seit Wochen als möglicher Massa-Ersatz bei Ferrari im Gespräch.

Der Renault ist zwar auf den meisten Strecken nicht für Topplätze gut, Kubica hat bisher aber konstant Punkte geholt. Highlight war Platz zwei in Australien. In Monaco stehen drei Renault-betriebene Autos auf den ersten drei Plätzen. "Die Leistung des Motors ist immer wieder kritisiert worden. Hier geht es aber um die Fahrbarkeit", erklärte Vettel. "Das ist ein positives Signal." Zumindest eines an einem weiteren frustrierenden Tag für den WM-Favoriten, der seine Sonderstellung im Team zu verlieren droht. (APA)

  • Der Polesetter am Ausgang der berühmten Loews Haarnadel im Fürstentum.
    foto: epa/srdjan suki

    Der Polesetter am Ausgang der berühmten Loews Haarnadel im Fürstentum.

  • Fernando Alonso verlor seinen Ferrari zwischen den Leitplanken.
    foto: claude paris

    Fernando Alonso verlor seinen Ferrari zwischen den Leitplanken.

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