Von Finanzalchemisten und Staatsheuschrecken

14. Mai 2010, 19:48

Das von den EU-Staaten beschlossene Euro-Rettungspaket ist eine Kampfansage an den Finanzkapitalismus - aber die neoliberalen Geister weden wir damit nicht los - Von Stephan Schulmeister

 Oder: Der Ökonom als Zauberlehrling. Das von den EU-Staaten beschlossene Euro-Rettungspaket ist eine Kampfansage an den Finanzkapitalismus - aber die neoliberalen Geister, die wir riefen, weden wir damit nicht los

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Immer mehr Akteure haben sich darauf spezialisiert, Geld "selbstreferenziell" zu vermehren wie die einschlägig bekannten Banken Goldman Sachs, JPMorgan, Deutsche Bank und viele Hedgefonds. Die "Finanzalchemisten" spekulieren mit Aktien, Devisen, Rohstoffen, und in letzter Zeit auch vermehrt mit Staatsanleihen.

Dabei werden immer Derivate verwendet, also "Wettscheine" auf die Richtung einer Preisbewegung. Habe ich etwa einen "credit default swap" (CDS) bezogen auf griechische Staatsanleihen gekauft, dann gewinne ich, wenn der Verdacht sich verstärkt, dass Griechenland pleite geht. Diese Wahrscheinlichkeit nimmt wiederum zu, je mehr darauf gewettet wird: Der Zins, den Griechenland berappen soll, steigt und steigt.

Solche "Rückkoppelungen" sind ganz normal. Als nach Ausbruch der US-Hypothekarkrise die "Finanzalchemisten" auf höhere Rohstoffpreise spekulierten, verdoppelten sich der Ölpreis, aber auch die Preise sämtlicher Nahrungsmittel. Die Mainstream-Ökonomen liefern nachträglich Erklärungen mit Verschiebungen von Angebot und Nachfrage (die Inder essen mehr Reis tc.): Destabilisierende und profitable Spekulation kann/darf es laut Prof. Palmström (vgl. Christian Morgensterns Galgenlieder) nicht geben.

Den Bogen überspannt

Massiv verstärkt werden die Rückkoppelungen durch "Systemspieler" , welche computergesteuerte Handelssysteme verwenden ("algo(rithm) trading" , Weiterentwicklung der "technischen Analyse" ). Diese folgen Trends und verstärken sie dadurch. Über einen längeren Zeitraum bilden sich so "bull markets" und "bear markets" , ihre Abfolge ergibt die für Wechselkurse, Rohstoffpreise und Aktienkurse typischen, "manisch-depressiven" Zyklen.

Obwohl die Akteure auf den Finanzmärkten in diesen Kategorien denken, ignorieren die Mainstream-Ökonomen dieses Phänomen: Hätte das "Overshooting" der wichtigsten Preise in der Weltwirtschaft systemischen Charakter, dann müsste das gesamte (neoliberale) Weltbild entsorgt werden, 40 Jahre Restaurierungsarbeit wäre umsonst (nicht ganz, dazwischen wurde ordentlich umverteilt).

Da hält man sich lieber an Palmstöm, doch auch dies hat seinen Preis. In der Not der großen Krise merken die Politiker: Die Wissenschaft hat keine Antwort auf die Frage: Wie mit den "freiesten" Märkten umgehen? Gleichzeitig richten die Finanzmärkte immer mehr an. Doch die Ökonomen empfehlen die alten Rezepte (nach kurzer Schockphase): Staatsausgaben kürzen, Privatisieren, keine neuen Steuerbelastungen, schon gar nicht für die "Leistungsträger" , auch keine Finanztransaktionssteuer etc.

Indem die "Finanzalchemisten" die Zinsen für griechische Anleihen auf 15 Prozent (!) trieben und die EU-Rettung erzwangen, haben sie (vielleicht) den Bogen überspannt. Dazu drei Indikatoren:

  1. Es erhebt sich der Verdacht, die freiesten Märkte könnten genau jene Risken produzieren, gegen die sie Versicherungen anbieten - und an beidem verdienen.
  2. Indem die "Finanzalchemisten" auf Staatsbankrott wetten, legen sie sich direkt mit der Politik an.
  3. Die wissenschaftlichen Legitimatoren der freien Finanzmärkte, die konventionellen Ökonomen, verlieren an Einfluss in der Politik, sie haben ihr nichts Nützliches zu sagen.

Nach Phase zwei ("Wir machen weiter wie vorher" ) ist die Krise somit in Phase drei eingetreten ("Heulen und Zähneknirschen" ): Der Finanzkapitalismus lässt sich nicht restaurieren, entweder dieses System geht bankrott oder das europäische Sozialmodell samt dem Euro.

Die Politiker spüren das. Als die "Staatsheuschrecken" mit der Behandlung von Portugal und Spanien beginnen wollten, wurde der Währungsfonds in Höhe von 750 Mrd. € beschlossen (blitzartig einigten sich alle 27 EU-Länder!). Damit senden die Politik den "Alchemisten" das Signal: Wir habe Munition, um gegen euch zu kämpfen, und zwar durch Kauf von Staatsanleihen eurer Opfer! Das implizite Signal lautet: Wir spielen mit, wenn auch gegen euch! Das ist ein Fehler. Dieses Spiel an sich muss beendet werden, und zwar so:

  • EU, EZB und der (künftige) Europäische Währungsfonds (EWF) geben eine Garantie für die Staatsschuld sämtlicher Euroländer ab. Damit gibt es keinen Grund für Risikoprämien.
  • EU, EZB und EWF legen einheitliche Zinsniveaus für die neu emittierten (echten) Euro-Bonds fest und zwar auf dem Niveau von Triple-A-Schuldnern (derzeit etwa vier Prozent).
  • Das Spiel mit den Staatsbankrotten ist dann aus, die Heuschrecken ziehen weiter.
  • Die Euro-Bonds werden vermutlich überzeichnet sein. Es wird ja sichere Veranlagung gesucht, und diese kann die Staatengemeinschaft bieten - auch und gerade im Vergleich zu den USA.
  • Sollten dennoch nicht alle Emissionen einen Abnehmer finden, übernimmt sie der EWF.
  • Dies erfordert eine nachhaltige Konsolidierung, koordiniert und überwacht vom EWF.

Die Finanzierung des Staates durch die Notenbank entspricht der US-Strategie, sie ist in einer schweren Krise klug, sie kostet den Steuerzahler keinen Cent und sie wirkt nicht inflationär, weil viel Produktionskapazität brach liegt.

Die Festlegung des Anleihenzinses ist durch die CDS-Spiele der "Staatsheuschrecken" gerechtfertigt. Schließlich werden ja auch der Leitzins und damit indirekt der Kreditzins durch die Zentralbank gesetzt.

Für neoliberale Ökonomen bedeutet mein Vorschlag "Voodoo-Ökonomie" : staatliche Lenkung statt "unsichtbarer Hand" ! Indes: Solange Zinssatz und Wechselkurs gelenkt wurden, expandierte die Wirtschaft krisenfrei. Seit Anfang der 1970er-Jahre haben die Neoliberalen die Finanzmärkte schrittweise entfesselt, und die Geister, die sie riefen, werden wir nun nicht los. Oder nur mit großen Opfern - aufseiten der Zauberlehrlinge freilich nicht.

PS: Johann Wolfgang Schulmeister an die Alchemisten:

Handle, handle, liebe Zecke,

dass zum Zwecke Money fließe,

und mit reichem, vollen Schwalle

in meine Kassa sich ergieße.

(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15./16.5.2010)

Zur Person

Stephan Schulmeister ist Wirtschaftsforscher in Wien und betreibt derzeit Heuschreckenstudien auf der griechischen Urlaubsinsel Patmos.

Kommentar posten
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Sophist1
10
27.5.2010, 21:28
Schulmeister ist wie der Hoffnarr nur geduldet.

good vibration
00
21.5.2010, 09:44
Ich finde Schulmeister sachlich gut, sicher kein Revolutionär

..hingegen die meisten Poster können nur innerhalb des ohnehin sehr korrupten Modelles denken und das finde ich beunruhigend! (Der Kapitalismus ist wie die Grippe oder Pest: nur weil sie jeder hat und sich darin mehr oder weniger gut eingerichtet hat, ist es trotzdem eine Krankheit!)

mikromalist
 
32
17.5.2010, 10:12
Herr Sch, wenn Sie beginnen mit Denkstopperbegriffen

(Heuschrecken, Finanzalchimisten, ..) zu operieren, werde ich misstrauisch.
Und tatsächlich, WIE Sie CDS ins Spiel bringen, vertauschen Sie, IMO, Vorzeichen.
Protection Seller erhalten Prämien für die Besicherung, zahlen für einen Ausfall. Sie hoffen also NICHT, dass der Kredit baden geht?
"Short selling" ist risikoreich (vor allem naked).
Genau genommen tritt EU nun als Protection Seller auf, ohne eine Prämie zu erhalten?
(und da hat Sch recht, das ist goof, aber nach dem politischen Schläfertum nicht anders möglich).

p.s. CDSs sind toxisch, weil sie vorgaukeln, Ihr Preis beschreibe das Kreditrisiko.

also dann ...
00
17.5.2010, 20:31
hmhm .. man könne auch (verkorrumpierter...) geld-adel sagen - stimmt !

mikromalist
 
31
18.5.2010, 08:56
Ich werde ein wenig müde

falsches Denken für die gute Sache zu "kommentieren".
Der Weg in die Hölle ist mit guten Absichten gepflastert.
Wenn scharfe Denker zu simplen Rächern der Enterbten werden, ist alles verloren (mit grossem Bedauern, sehe ich das bei S Sch).

also dann ...
00
18.5.2010, 15:33
werter freund ... jetzt malen sie aber selbst kohlrabenschwarz.

da hängen sie sich wohl selbst zu sehr am begriff ... finanzalchemisten... den schulmeister wohl bewusst symbolisch verwendete, auf.

aber deswegen brauchen sie jetzt nicht selbst, in der "sache" ... müde werden. ich bitte sie !

mikromalist
 
00
19.5.2010, 11:52
Übrigens, gestern bei

Meischberger (was tat KHG schon wieder dort?!) hat ein Wissenschafter ziemlich trocken erklärt warum die flache, undifferenzierte FT-S von den Kleinen gezahlt werden wird (wie MWST, die zahle auch nicht ich, sondern meine Kunden).

mikromalist
 
10
18.5.2010, 15:46
Nein, mit solchen Dingen

müssen wir schon vorsichtig und präzise sein?
Jetzt haben wir die echte Chance sowohl die irrationalen Herdentrader, als auch die bewussten Korrelationstrader mit einer progressiven FT-Steuer zu dämpfen.
Aber solche, teilweise unlogisch verkehrte, populistische Angriffe geben den "Gegnern" Munition abzuwiegeln?
(ich bin ja wirklich nicht fein, und greife auch, um aufzurütteln, gerne in die Weichteile, aber in wichtigen Phasen sollte der Populismus draussen bleiben?)
Ja, es geht voran: Informationspflicht der Hedgefonds, FT-S (hoffentlich die richtige) ....
Sie wollen doch auch nicht, dass aus jeder langen Transaktion eines Gehaltskontos willkürlich "100" kurze, besteuerte, werden?

also dann ...
70
16.5.2010, 18:33
schulmeister ... zeigt - wie immer - sehr treffend die situation auf als auch

seine lösungsvorschläge sehr praktikabel sind.
nur ... ob dies die politik(ER) auch "behirnen" . . .?

noch 1 wichtige ergänzung : staats-bankrott !
was hier die politiker + mainstream-journaille...
an phrasen absondert - ist einfach nur schändlich, da

- ein baNkrott ja hieße, dass die schulden grösser als das VERMÖGEN (!) ist.
hat nur 1 politiker oder 1 zeitung über das VERMÖGEN von griechenland geschrieben...
oder diese recherchiert ? NOT ONE !
- detto insolvenz ?
ein staat kann nicht insolvent werden, dies würde ja das ende des staates bedeuten !
richtig ist ... (dies wäre richtigzustellen) dass es
mehrere UMSCHULDUNGEN (mit und ohne abwertung) gab (russland, argeninien).

das PR-geschwätz muss abgestellt werden !

buff flyer
01
17.5.2010, 08:47
die insolvenz hat zwei ausprägungen

die überschuldung und die zahlungsunfähigkeit.

sie können dabei vemögen haben wie es beliebt, wenn ihnen darauf niemand mehr kredit gibt und andere quellen fehlen sind sie zahlungsunfähig=insolvent=bankrott.

und ihre "umschuldungen" sind nichts anderes als ein zwangsausgleich - ein standardfall im konkursverfahren.

also dann ...
00
17.5.2010, 12:59
stimmt - nur (s. mein post) sprach ... niemand vom staats-vermögen griechenlands - oder ?

auch kein - griechischer - poltiker verwies auf ihr staatsvermögen...

letztendlich sind privatisierungen... nichts anderes als (unintelligentes) verscherbeln von staatsvermögen, weil irreversibel.

ja - wie ich oben schrieb - staats-umschuldungen gabe es einige (dies wäre sicher für GR besser gewesen).

dass dies reine (banken)PANIK-MACHE ... war,
und mit dem "markt " (?) nichts zu tun hatte,
zeigt folgender artikel klar auf.
http://www.heise.de/tp/r4/art... 638/1.html

buff flyer
00
17.5.2010, 18:42
wer hätte denn auch darauf verweisen sollen?

es gibt doch nix.

das "vermögen" in griechenland ist entweder eine last (eisenbahn etc), mit rechten belastet (versorgung), gehört jemand anders (privatvermögen der griechen) oder wertlos.

reine schönfärberei - dieser staat *ist* pleite, das kann man drehen wie man will.

also dann ...
00
17.5.2010, 20:21
und ... haben sie ausser vermutungen nichts zu bieten ?

nenne sie einfach ihre quellen ...
oder kommt da eh nichts mehr ?

ihre meinung unterschreitet
ja noch das BILD_niveau - toll !

buff flyer
00
17.5.2010, 21:21
welche quellen wollens dafür dass die erde rund ist?

die könnens suchen wenn sie das gegenteil behaupten wollen.

die liste der privatisierungskandidaten war hier unlängst zu lesen - lauter nonvaleurs.

stichprobenweise könnens das ausserdem dann leicht durch hinfahren überprüfen - ist nebenbei ein schöner urlaub.

also dann ...
00
18.5.2010, 01:48
hmhm ... ihr vergleich ist auch - auf BILD-niveau - macht ja nix

jeder wie er kann.

ein tipp :
das staatsvermögen von Ö (schön gegliedert...) finden sie auf der ÖNB-homepage.

und ja - ich fahre nach GR auf urlaub.

buff flyer
00
18.5.2010, 09:22
was soll iich mit dem österreichischen vermögen für griechische schulden???

aber seis drum: man muss das verzeichnis aber gleichzeitig mit dem hauptbuch der staatsschuld lesen, dann lässt der starke eindruck stark nach.

also dann ...
00
18.5.2010, 15:23
geh bitte ... österreich (ÖNB) erwähnte ich als b e i s p i e l

für eine adäquate recherchere für griechenland !

überschuldet = bankrott...
ist weder griechenland noch P oder E !
und da sie das vermögen (so wie alle mainstream-nachbeter...) nicht mal analysierten, disqualifizieren sie sich ja nur selbst.

mann o mann...

buff flyer
00
19.5.2010, 08:11
was wollen sie da viel analysieren?

genauso wie sie es sich sparen können, das grundstück eines schuldners bewerten zu lassen wenn die hypothek nicht eingetragen ist.

griechenland ist bankrott - wegen zahlungsunfähigkeit. zu prüfen ob zusätzlich noch überschuldet, ist nur mehr geistige onanie.

Mises L.
20
17.5.2010, 13:16
Privatisierungen

Ich halte Privatisierung im Prinzip für gut! (Werturteil)

Ausnahmen sehe nur in lebensnotwendigen Bereichen, wie der Wasserversorgung, aber nicht bei der Stromversorgung oder bei der Telekom.

Es stimmt, dass bei manchen Privatisierungen der Verdacht besteht, dass sich gewisse Herrn bereicherten (z.b.: Buwog). Doch seien wir ehrlich: Bei Staatsunternehmen ist das eh gang und gäbe, oder glauben sie wirklich, dass die ÖBB wirklich so defizitär wäre, wenn sie wirtschaftlich ordentlich geführt würde?

Meine Erfahrungen aus dem Verstaatlichten Bereich: Staatsunternehmen wirtschaften schlechter als private (Parteibuchwirtschaft).Privatisierungen erhöhen den Unternehmenswert.Ein Unternehmensteil ist dann oft mehr wert als vorher das Ganze.

Mises L.
00
19.5.2010, 00:43
Zahlungsunfähigkeit

Sie ignorieren beharrlich, dass es 2 Arten von Pleiten gibt:

Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit!

Ob Griechenland überschuldet ist, lässt sich streiten. Z.B. Hat Japan im Verhältnis zum BIP höhere Schulden als Griechenland.

Das Problem von Griechenland war, dass sie über Jahre die EU und die Finanzmärkte angelogen haben und von Politikern geführt wurden, denen Einsparungen nicht zugetraut wurden. Aus diesem Grund stiegen die Zinsen für Griechenland und damit wäre der 2. Insolvenzgrund schlagend geworden: Zahlungsunfähigkeit. Griechenland hätte einfach kein Geld mehr bekommen, und hätte somit seine alten Schulden nicht mehr bedienen können.

Generell glaube ich, dass weder sie einen Liberalen noch ich sie bekehren kann ;-)

also dann ...
00
17.5.2010, 20:27
sehe ich - prinzipiell - nicht so, gleichwohl es sicher

bereiche gibt, die private...besser können (müllabfuhr oder ähnliches).

z.b. USA - das teuerste PRIVATE gesundheitssystem
mit 17 % des BIP - Ö 10 %. trotzdem haben sie die
- höchste kindersterblichkeits- u.kriminalitätsquote
- 47 mio (nach obamas reform 12) sind nicht versichert
- und 39 mio leben von lebensmittelkarten.
welch ein eerfolg ...

oder - Ö : buwog ?
oder ist dies die privatisierung die sie... haben wollen!

nein - staatsvermögen zu verkaufen (zumeist auch noch zu billig - um den geldadel zu "bedienen" !)
ist kein geschäft.

ad energie - auch nein.

generell sollte die infrastruktur eines landes
(energie, grund/boden etc.) sowie gesundheit und (überwiegend) bildung in staat. haben bleiben.

Mises L.
00
17.5.2010, 23:02
Staat oder staatsähnliche Unternehmer

Welch guter Unternehmer der Staat ist zeigt ja die Erfolgsgeschichte der Banken:

CA, Länderbank, BAWAG, Hypo Alpe Adria; In den USA Faenie Mae; Deutschland: Hypo Vereinsbank.

Klarerweise gingen auch private Banken pleite und suchten um Hilfe (z.B.: Volksbanken, Lehman) an, doch es schon auffällig, daß von Politikern geführte oder überwachte Untenehmen wesentlich häufiger Probleme hatten als Private (siehe Verstaatlichte Industrie; AUA).

Sie hätten sicher auch aufgeschrieen vor 10 Jahren, wenn man die AUA um ein paar Milliarden Euro verkauft hätte - Verschleuderung! Heute wären wir froh drum - wir hätten uns hunterte Millionen, die wir jetzt an die Lufthansa zahlen mussten erspart. Das ist wirkliche Verschleuderung von Volksmögen!

also dann ...
00
18.5.2010, 01:56
geh bitte - die mrd für die größten bankpakete wurden - bekanntlich - für die PRIVAT-BANKEN...

und INVESTMENT-banken (goldmann wurde EXTRA in eine geschäftsbank umgewandelt damit sie auch steuergeld ... lukrieren können)
wie z.b. RBS, LLoyds, und die grossen US-banken
aufgebracht werden.
die FED ... kaufte um 1.200 mrd ihre toxischen papierln (zu 100 % nominale auf) - weil sie sonst überschuldet (!) gewesen wären ...

auch mussten bei uns die 1. österr mit 1,3 und die raiffeisen mit ca. 1,7 mrd ....gestützt werden.
die hypo-kärnten ... erwähne ich nicht mal.

die pleiten von staats-nahen firmen sind dagegen
nicht s als... p e a n u t s.

Mises L.
00
17.5.2010, 22:48
Kanditaten für eine Privatisierung

Ich erinnere mich an den Jubelschrei bei der Voest-Führung, als die Privatisierung durch war. Kein Speichellecken bei Politikern und keine Angst vor dem nächsten Regierungswechsel, wo Manager egal ob sie gut oder schlecht waren, ausgetauscht werden, wenn sie das falsche oder kein Parteibuch haben (siehe Flughafen).

Privatisierungskandidaten wären meiner Ansicht nach: Flughäfen, Energiekonzerne, Post, Telekom, OMV, Banken ...

Eine klarere Verantwortungstrennung ev. über Privatisierungen könnte man bei Krankenhäusern und Schulen machen. Dies ist aber kein Dogma, da die Finanzierung und die Qualitätsprüfung immer öffentlich bleiben müssten - Ausgliederungen wären auch möglich - wichtig ist, dass die Kosten wirklich nachvollziehen sind.

also dann ...
00
18.5.2010, 02:00
sehe ich nicht so - ganz im gegenteil das ist verscherbelung...

von volksvermögen.

das wifo ... machte erst kurz so einen "intelligenten" vorschlag und kam auf ca. 7 mrd EINMALIGENA ERLÖS...fürs budget.
nur vergassen sie - so wie sie auch - den erlösen die entgangenen dividenden ( ! ) p.a. gegenüber zu stellen.
ergebnis :
der verkaufserlös ... lag UNTER der dividende die man in 5 jahren erzielt hätte !
das ist nichts als vwl. schmarrn ...

ad bildung ...
es gibt ja privat-schulen + fh`s - oder ?

nein - die infrastruktur muss in gemeinschaftseigentum bleiben , keine frage !

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