Miklau neuer Präsident der Juristenkommission

14. Mai 2010, 19:25
5 Postings

Löst "Übergangslösung" Felzmann ab - Juristenkommission sieht sich als "rechtsstaatliches Gewissen"

Wien - Die Österreichische Juristenkommission (ÖJK) hat einen neuen Präsidenten: Der frühere Cheflegist im Justizministerium, Roland Miklau (68), wurde am Freitag von der Vollversammlung gewählt. Er folgt Erwin Felzmann nach, der sich vor zwei Jahren als "Übergangslösung" für den damals zum Verfassungsgerichtshofs-Präsidenten gekürten Gerhart Holzinger zur Verfügung gestellt hatte.

36 Jahre Tätigkeit im Justizministerium

Miklau ist seit zehn Jahren Vorstandsmitglied der ÖJK. Er war 36 Jahre im Justizministerium tätig, von 1987 bis zur Pensionierung Ende 2006 als Leiter bzw. Chef der Straflegislativsektion. Ins Ministerium eingetreten ist er nach den Studien der Rechtswissenschaft in Wien und der Politikwissenschaft in Kansas/USA 1970 unter Minister Christian Broda (SP).

U-Haft-Reform trägt seine Handschrift

Unter insgesamt acht Justizministern gestaltete er das österreichische Strafrecht maßgeblich mit, so tragen die U-Haft-Reform, die Einführung der Diversion und das neue Vorverfahren im Strafprozess seine Handschrift. Seit der Pensionierung ist Miklau Leiter der Euralius-Mission der EU in Tirana - und kümmert sich um die Heranführung der albanischen Justiz an europäische Standards.

Die Österreichische Juristenkommission - 1963 als nationale Sektion der Internationalen Juristenkommission gegründet - versteht sich als "rechtsstaatliches Gewissen". Sie setzt sich für Gerechtigkeit, den Ausbau des Rechtsstaates und die Grundrechte des Einzelnen ein - und versucht, im Vorfeld der Gesetzgebung auf den Abbau rechtsstaatlicher Defizite hinzuwirken. (APA)

Share if you care.