Google stoppt eigenen Online-Verkauf von Android-Smartphones

14. Mai 2010, 19:37
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Nexus One soll künftig nur mehr über klassische Kanäle vertrieben werden - Neues Vertriebsmodell habe sich nicht bewährt

Während MarktbeobachterInnen in den letzten Monaten zunehmend kritische Worte für Googles Versuch, Smartphones direkt über einen eigenen Online-Store zu verkaufen, übten, bemühte man sich bei dem Unternehmen zu betonen, dass die Absatzzahlen des Nexus One durchaus die eigenen Erwartungen erfüllen, und das Android-Gerät auch finanziell ein Plus-Geschäft sei. Doch was nach außen kommunizierte wurde, und wie man die Lage bei Google intern beurteilte, sind offenbar zwei recht unterschiedliche Dinge, anders ist wohl nicht zu erklären, dass das Unternehmen nun die Notbremse zieht.

Aus und vorbei

In einem aktuellen Blog-Eintrag verkündet Android-Chefentwickler Andy Rubin, dass man den Web-Store auf Dauer nicht weiterführen werde. Eine kleine Galgenfrist ergibt sich daraus, dass man vor dem endgültigen "Aus" noch die Verfügbarkeit des Nexus One in klassischen Vertriebskanälen verbessern wolle. Eine Änderung, die vor allem für den US-Markt relevant ist, in Europa habe man schon zuletzt auf konventionellere Partnerschaften mit Mobilfunkbetreibern gesetzt.

Erkenntnisse

Zwar sei das Nexus One aus technischer Sicht ein voller Erfolg gewesen - und habe seine Spuren in anderen Produkten wie dem HTC Incredible und dem kommenden Evo 4G hinterlassen - der Verbreitungsweg über den eigenen Web-Store sei aber bislang nicht über die Nische der "Early Adopters" hinausgekommen. Dies liege wohl nicht zuletzt daran, dass das Gros der KundInnen Smartphones vor dem Kauf lieber einmal in die Hand nehmen wollen, auch die Fehlen von unterschiedlichen Vertragsoptionen sei offenbar als Mangel wahrgenommen worden.

Ambitionen

Mit dieser Ankündigung stoppt Google ein ursprünglich recht ambitioniertes Projekt, immerhin wollte man damit auch die fixe Anbindung von einzelnen Modellen an spezifische Anbieter - wie sie derzeit üblich ist - ein stückweit lockern. Umgekehrt erspart man sich aber natürlich künftig auch einigen Ärger, so war das Unternehmen gerade in den ersten Wochen nach dem Launch des Nexus One mit dem Support-Aufkommen unübersehbar überfordert. (apo, derStandard.at, 14.05.10)

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