Cerberus begräbt auch Japan-Deal

14. Mai 2010, 17:47
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Nach dem Aus für den Zusammenschluss der Bawag mit der ÖVAG

Wien - Der US-Hedgefonds Cerberus hat binnen weniger Stunden gleich zwei Fusionsprojekte von Tochterbanken ad acta legen müssen: in Österreich Bawag/ÖVAG und in Japan Aozora/Shinsei.

Die Verhandlungen der österreichischen Cerberus-Tochter Bawag mit der Volksbank AG (ÖVAG) gelten als geplatzt - der STANDARD berichtete exklusiv. Die Datenräume, die zur Prüfung eingerichtet waren, wurden bereits geschlossen. Entscheidend war dem Vernehmen nach, dass Cerberus auf eine starke Einbindung der einzelnen Volksbanken bestand - was diese ablehnten. Nun muss die ÖVAG einen Plan B erarbeiten. Vor allem die Nationalbank soll auf eine Lösung drängen.

Fusion geplatzt

Während es über die gescheiterten Gespräche um die ÖVAG noch keine offizielle Aussage der Beteiligten gibt, ist in Tokio am Freitag offiziell der Plan für eine für Oktober 2010 anberaumte Fusion der japanischen Cerberus-Tochter Aozora Bank mit der größeren Mitbewerberin Shinsei aufgegeben worden. Mit der Verschmelzung wäre die neue Nummer sechs am japanischen Bankenmarkt entstanden. Auch in Japan waren beide Fusionskandidaten - von der Finanzkrise besonders stark getroffen - in der Verlustzone, und es wäre auch dort die Fusion des Jahres gewesen. Statt eines Zusammenschlusses strebe Aozora nun eine neue Geschäftsallianz mit Shinsei an, teilte das Geldhaus mit. (APA, red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15./16.5.2010)

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