Jupiter verliert markanten dunklen Streifen

14. Mai 2010, 17:47
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Astronomen suchen nach Erklärungen für Verschwinden des südlichen Äquatorstreifens

Der Jupiter hat auf aktuellen Aufnahmen einen seiner zwei markanten dunklen Streifen verloren. Während auf der Nordhalbkugel des Gasriesen die dunkle Wolkenformation weiterhin gut zu sehen ist, erscheint die Südhalbkugel plötzlich ungewöhnlich kahl. Zwar haben die Wissenschafter Theorien zum Verschwinden des Wolkenringes, warum es gerade jetzt dazu kam und ob er wieder auftauchen wird, ist den Forschern aber noch weitgehend rätselhaft.

Ein Amateurastronom hatte am 8. Mai als erstes bemerkt, dass mit dem Jupiter etwas nicht stimmt. Wissenschafter der US-amerikanischen Weltraumbehörde NASA vermuten hinter dem Phänomen Überlagerungsprozesse unterschiedlicher Wolkenschichten. Warum es zu diesen gekommen ist und ob der dunkle Streifen auf der Südhalbkugel - der sogenannte südliche Äquatorstreifen - wieder auftauchen wird, vermögen sie nicht zu sagen.

Nach Sonnennähe verschwunden

Auf Aufnahmen vom Ende letzten Jahres war das dunkle Band noch gut erkennbar gewesen. Kurz darauf hatte sich Jupiter zu nahe an der Sonne befunden, um ihn noch direkt beobachten zu können. Als der Gasriese im April wieder aus dem hellen Strahlen der Sonne hervortrat, war der südliche Ring verschwunden.

Das Phänomen wurde allerdings nicht das erste Mal beobachtet: Bereits 1973, als die NASA-Sonde Pioneer 10 die ersten Nahaufnahmen des Planeten machte, fehlte das südliche Band. Anfang der 1990er Jahren war der Äquatorstreifen ebenfalls zeitweise nicht zu sehen gewesen.

Hohe bleiche Wolken

Warum der Jupiter überhaupt zwei dunkle Streifen besitzt, liegt an der Wolkenstruktur des Planeten. An jenen Stellen, wo hoch gelegene, weiße Wolkenformationen fehlen, werden darunter dunklere Wolkenbänder sichtbar, erklärt  Glenn Orton vom Jet Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena (USA).

Orton glaubt, dass sich diese hohen bleichen Wolken derzeit über den südlichen Äquatorstreifen schieben und ihn verdecken. Unklar bleibt allerdings, wie es zu dieser Wolkenbildung kommt. Das Phänomen begleitet übrigens viele andere derzeit auftretenden Veränderungen auf dem Jupiter. So haben beispielsweise auch andere Bänder und Flecken in seiner Atmosphäre ihre Farbe verändert. (red)


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