UniCredit will mit EU-Mitteln CEE-Wachstum ankurbeln

14. Mai 2010, 13:22
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Zagreb- In Südosteuropa hat sich der Bankensektor im Zuge der Finanzkrise als deutlich robuster und profitabler erwiesen als erwartet. Dennoch sei das Kreditgeschäft auch in dieser Region stagniert. Mit der Ausschöpfung von EU-Mitteln lasse sich die Nachfrage aber wieder ankurbeln und ein ein zusätzliches nominelles BIP-Wachstum von 1 bis 2 Prozentpunkten bewirken, geht aus einer CEE-Analyse der UniCredit Group hervor, die am Freitag im Rahmen der Jahresversammlung der Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) in Zagreb präsentiert wurde.

"In der aktuellen Phase sind wir auf einen nachfrageseitigen Aufschwung angewiesen, bevor wir mit einer neuen Dynamik im Kreditgeschäft rechnen dürfen", erklärte Debora Revoltella, CEE-Chefökonomin der Bank-Austria-Mutter UniCredit. Und weiter: "Es zeichnet sich eine gewisse Stabilisierung bei den notleidenden Krediten ab und unserer Meinung nach wird sich der Trend noch in diesem Jahr umkehren." Der Wachstumsausblick im Corporate Business variiere deutlich: Einige Länder erholen sich rascher, andere scheinen stärker gefährdet. Am massivsten von der Krise betroffen sind laut Analyse die Ukraine, Kasachstan und die baltischen Staaten. Für Russland, die Türkei und Rumänien hingegen geht es bergauf.

Hinter der aktuellen Kreditflaute ortet der Osteuropavorstand der Bank Austria, Federico Ghizzoni, eine mangelnde Nachfrage. Während in der Krise die Liquiditätsklemme hinter der schleppenden Geschäftsentwicklung steckte, fehle derzeit die Nachfrage, "bei mehr als ausreichender Liquidität". Das würden die Einlagen bei den Zentralbanken zeigen, die weit über den Mindestanforderungen lägen, so Ghizzoni. Bei der Bank Austria stünden 2 Mrd. Euro an zusätzlichem Kapital zur Wachstumsstimulierung in der Region zur Verfügung, kündigte Ghizzoni an. Eine Möglichkeit, die Nachfrage anzukurbeln - obwohl sparen angesagt ist - ist, dass die Staaten die zur Verfügung stehenden EU-Mittel vollständig ausschöpfen.

Die Marktbedingungen für Banken haben sich laut Revoltella im Zuge der Krise geändert: "Wir glauben, dass das Potenzial, was die Marktpenetration betrifft, noch vorhanden ist und dass in Zukunft mehr Ausgewogenheit zwischen dem Wachstum von Kredit- und Einlagengeschäft herrschen wird." Wegen des schwächeren Wirtschaftswachstums dürften die Volumenzuwächse unter jenen vor der Krise bleiben, aber doch höher ausfallen als jene der reiferen Märkte, lautet die Prognose für CEE. Das Firmenkundenkreditgeschäft werde sich als erstes erholen und der Motor für Wachstum sein. Der Retail-Sektor werde durch hohe Arbeitslosigkeit und einen schwachen Konsum belastet. (APA)

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