Europas gefährlichster Alien unter den Säugern: die Wanderratte

16. Mai 2010, 16:32
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Der eingeschleppte Nager richtet gemeinsam mit Bisamratte und Sikahirsch die größten Schäden an

Freiburg - Die Wanderratte, die Bisamratte und der Sikahirsch: Dies sind die gefährlichsten aller eingeschleppten Säugetierarten in Europa. Zu diesem Schluss kommt eine Studie von Forschern der Universitäten Freiburg und Bern. Das Team um Sven Bacher von der Universität Freiburg entwickelte ein Punktesystem, um die Auswirkungen auf Wirtschaft und Umwelt zu beurteilen. Untersucht wurde etwa, ob ein Einwanderer einheimische Pflanzen oder Tiere frisst oder verdrängt, und welche Schäden er in der Land- und Forstwirtschaft verursacht.

Insgesamt bewerteten die Wissenschafter 34 Säugetierarten, die in den letzten 500 Jahren nach Europa eingeschleppt wurden und sich hier etabliert haben. Sie schätzten einerseits die tatsächlich angerichteten Schäden ab, andererseits das Schadenpotenzial einer Art, wenn sie sich in ganz Europa ausbreiten würde.

Schwere Schäden an Natur und Landwirtschaft

Die Wanderratte, die Bisamratte und der Sikahirsch erreichten sowohl beim tatsächlichen Schaden als auch beim Schadenpotenzial besonders viele Punkte, wie Bacher und seine Kollegen im Fachmagazin Conservation Biology berichteten. Besonders hohen Schaden richtet die ursprünglich aus Zentralasien stammende Wanderratte an, sie dezimiert kleinere Nagetiere, Fische und Vögel und richtet hohe Schäden an Getreidekulturen an.

Die aus Nordamerika eingeschleppte Bisamratte kann die Wasservegetation, Bewässerungssysteme und Dämme kaputt machen. Der Sikahirsch aus Ostasien verursacht vor allem in Forstplantagen große Schäden. Als bedenklich für die Schweiz schätzten die Forscher auch das Grauhörnchen und den Waschbär ein. (red/APA/sda)

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    Die Wanderratte stammt ursprünglich aus Zentralasien. Ihre Ausbreitung über den Rest der Welt begann im 18. Jahrhundert.

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