"Harte Währung"

Goldpreis klettert erstmals über 1.000-Euro-Marke

14. Mai 2010, 13:36
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    grafik: apa

Mit einem weiteren Aufwärtstrend ist laut Experten zu rechnen, Investoren decken sich mit dem Edelmetall ein

Wien - Gold wird knapp, gleichzeitig eilt der Preis für das Edelmetall von Rekord zu Rekord. Die enorme physische Nachfrage in den letzten Wochen führt bereits zu Engpässen in der Auslieferung wie zuletzt nach der Lehman-Pleite im Jahr 2008. Gold-Münzen-Produzenten und -Händler haben bereits Schwierigkeiten, ihre Kunden rechtzeitig und ausreichende zu versorgen. Ein großer deutsche Online-Händler ist ausverkauft und nimmt bis auf weiteres keine Angebote mehr entgegen. Kunden der Schöller Münzhandel GmbH müssen mit Wartezeiten von zwei Tagen bis zwei Wochen rechnen. Auch die Münze Österreich sieht sich bereits mit Produktionsproblemen konfrontiert.

Der Preis für das Edelmetall Gold rast von einem Rekordhoch zum anderen - und ein Ende der Hausse ist noch immer nicht absehbar. Freitag Mittag knackte der Goldpreis erstmals die 1.000-Euro-Marke. Auch in Dollar, Schweizer Franken oder Pfund wurden neue Höchstpreise bezahlt. Gleichzeitig fällt der Euro zum Dollar auf den tiefsten Stand seit über einem Jahr.

Verantwortlich für den kontinuierlichen Preisanstieg in den letzten Wochen ist nicht zuletzt die enorm gestiegene private Nachfrage und Nachfrage von Investoren. Diese sei bereits wichtiger als die Nachfrage der Schmuckindustrie, so Ronald Stöferle, Goldexperte der Erste Group Bank am Freitag. Kunden müssten derzeit mit Wartezeiten von zwei Tagen bis zwei Wochen rechnen, bis sie ihr Gold tatsächlich in Händen halten können, berichtet Gustav Mayer, Geschäftsführer der Schöller Münzhandel GmbH. Er vermutet, dass Leute aus Furcht vor einem schwachen Euro Gold kaufen.

Mehr Gold verkauft als im 1. Quartal

Die Münze Österreich hat nach eigenen Angaben in den letzten beiden Wochen mehr Gold verkauft als im gesamten ersten Quartal 2010. Rund 7,6 Tonnen in Form von Münzen und Barren wurden seit 26. April abgesetzt. "Wir sind mit Produktionsproblemen konfrontiert und produzieren rund um die Uhr", so Marketing-Chef Kerry Tattersall in einem Agenturbericht. Die Lagerbestände würden bereits zu Ende gehen. Die Nachfrage stamme fast ausschließlich aus Europa und hier speziell aus Deutschland. Es handle sich um Panikkäufe.

Die Nachfrage nach Goldmünzen sei in den letzten beiden Wochen wieder auf das Niveau gestiegen, wie zuletzt nach der Lehman-Pleite im Jahr 2008, sagte Mayer. In den ersten vier Monaten dieses Jahres sei der Umsatz um das fünf- bis sechsfache gestiegen, der Absatz um das 3,5 bis 4-fache. Pro Tag werden 4 Mio. Euro umgesetzt, das entspreche etwa 110 bis 115 Kilogramm Gold. Beliefert werden Großkunden - Banken und Edelmetallhändler in ganz Europa.

Längere Wartezeiten gebe es vorallem bei Bullion-Münzen aus Übersee - bei Krügerrand, Maple Leaf oder chinesischen Panda, so Mayer weiter. Die Belieferung durch die Münze Österreich - mit Philharmonikern und Goldbarren - funktioniere noch ganz gut. "In zwei Wochen wird es wohl auch dort schwieriger werden, mit der Produktion nachzukommen", erwartet Mayer. Dann würden sich die Lieferzeiten noch weiter verlängern. Auch bei Schöller Münzhandel wird seit Tagen mit Volldampf gearbeitet - auch gestern am Feiertag und am Wochenende werde durchgearbeitet. Die für kommende Woche erwartete Lieferung ist bereits so gut wie ausverkauft.

Für Goldexperte Stöferle findet jetzt eine "Remonetarisierung" statt, das Vertrauen in Papierwährungen lasse nach. Zum Unterschied von Papiergeld sei Gold nicht beliebig vermehrbar. "Gold ist ein weiches Metall, aber eine harte Währung", so der Experte. Auch Zentralbanken seien wieder zu Nettokäufern geworden. Da sie aber keine Trader sondern langfristig orientiert seien, werde sich der Aufwärtstrend weiter fortsetzen. "Das beginnt erst sehr langsam, dieser Trend hält langfristig an", meint Stöferle. Dafür spreche auch, dass Indien und China derzeit zu Marktpreisen kaufen würden. Am Ende des derzeitigen Goldpreiszyklus, der um 2011/12 liegen könnte, rechnet Stöferle unverändert mit einem Goldpreis von 2.300 Dollar. An eine Gold-Blase glaubt er nicht. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 159
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Karlsgasse 4
00
16.5.2010, 00:12
Freitag Mittag knackte der Goldpreis erstmals die 1.000-Euro-Marke

Wie reißerisch diese Aussage.

Dabei sollte erwähnt werden, dass weniger der Preis des Goldes stieg als vielmehr der Euro zum Dollar fiel. Der Goldpreis ist wie der Ölpreis an den Dollar gekoppelt.

Der Goldpreis bewegt sich schon seit Wochen bei 1200 $

()
00
16.5.2010, 09:31
jain...

der goldpreis war vor kurzem wieder bei 1100 dollar. und auch in dollar hat gold jetzt sein historisches hoch erreicht.

Der Euro fällt nicht nur im vergleich zum Dollar. Es fällt auch der Dollar zu Währungen die nicht nur in Dollar gedeckt sind.

Tipp: Schauen sie sich mal Crossrates zum Australischen Dollar an.

ÖVP su:cks
11
15.5.2010, 18:56
goldbarren mit

essig und öl, dazu frisches fladenbrot
hmmm lecker

das ist fix
13
15.5.2010, 09:46


Es es ein Euphemismus wenn hier steht: "Schwierigkeiten, ihre Kunden zu versorgen"

Gold ist derzeit gar nicht lieferbar!

Ivan Bukov
01
16.5.2010, 00:19

Diese Gold Geschichte erinnert mich an Immobilien vor fuenf Jahren. Ein Schelm wer boeses denkt...

Shadow
00
16.5.2010, 17:09
erinnern sie sich noch daran was man damals über gold gesagt hat?

geb.1983
03
14.5.2010, 22:56

Mit oder ohne Gold: Unter die Erden kömmen sie alle. Gibt es sonst noch was zu verhandeln?

F S 3
14
14.5.2010, 21:15
:) Angewandte Psychologie: Es ist genaugenommen nicht der Goldpreis, der "klettert", sondern die Papierln, die weniger wert werden…

…Anbei einige FS3 NACHLESEN zu Gold, mit vielen weiterführenden Links:

http://derstandard.at/plink/316... 14/8352366

PM Brown verkaufte als brit.Schatzkanzler Unmengen v.Gold. Hw.war das sein Eintrittspreis zur Downingstr.10:
http://derstandard.at/plink/123... 2/12548576

Unbedingt die Comments von Prof.A.Fekete studieren:
http://derstandard.at/plink/316... 14/8370029

Und last but not least eine kleine Empfehlung in Geschichtswissen. Die Finanzmarktmanipulationen von 1300:
http://derstandard.at/plink/127... 4/16626941

Shadow
01
16.5.2010, 20:42
Angewandte Psychologie: Es ist genaugenommen nicht der Goldpreis, der "klettert", sondern die Papierln, die weniger wert werden…

ob das nun psychologie ist oder nicht lassen wir mal aussen vor. in dem chart ist sehr schön zu sehen wo gold vor fünf jahren gestanden ist und wo es jetzt steht. ist das papier tatsächlich klammheimlich so viel weniger wert geworden?

http://tinyurl.com/39gos6z

lahma cun
00
26.5.2010, 02:33
ja, das papier war/ist weniger wert

wie viel zeit brauchen Sie, um geld herzustellen und zu bedrucken? und wie viel um gold zu finden und aufzubereiten? papier ist an so gut wie sich NICHTS wert - außer papier halt. alles nur vertrauen.

marx lesen.

Chocoholic
00
16.5.2010, 16:38
Irrtum.

Wenn Sie vor 3 Jahren Goldmuenzen gekauft haben und jetzt verkaufen, erhalten Sie um die 30-50% mehr...

lahma cun
00
26.5.2010, 02:31
das liegt aber nicht am gold

lahma cun
13
15.5.2010, 00:58
ja.

ein papierzettel ist eben ein papierzettel - man braucht nun wirklich nicht viel arbeitszeit, um den zu machen. nicht zu vergleichen mit dem schürfen von gold.
im inneren erhält der papierzettel seinen "wert" durch staatliche macht. alleiniges zahlungsmittel. auf dem weltmarkt gehandelt einzig und alleine dadurch, ob dem zettelchen zugemutet wird, auch in zukunft ordentlich zuzugreifen auf andere werte. also: vertrauen. das war's. natürlich gibt es da ein paar anhaltspunkte, da kann man sich orientieren - aber man kann zB super paniken auslösen.

Maxim Muster
11
14.5.2010, 18:27
Kein Wunder

nach Berichten wie dieser am ZDF flüchten die Menschen aus dem Papier ins Gold.
http://www.zdf.de/ZDFmediat... eite-Panik
Da redet im ZDF der Ex-Industriellenverband-Präsident Hans-Olaf Henkel ganz ernst von der Wiedereinführung der Deutschen Mark.

Erwin Brandstetter
94
14.5.2010, 18:12
Gold ist grundsätzlich fast genauso wertlos wie Geld.

Der zugeschriebene Wert besteht nur, solange die Mehrheit ihn glaubt. Ein sozialer Vertrag.

Im Fall von Gold gibt es eine weitere banale Verknüpfung. Der Preis ist heute zum Teil eine Funktion des Erdölpreises. Im Amazonas-Becken zum Beispiel wühlen große und kleine Goldwäscheranlagen das Gelände entlang der Flüsse um auf der Suche nach Gold. Ihre Rechnung ist einfach: die Maschinen verbrauchen Treibstoff. Solange das ausgewaschene Gold mehr wert ist als der Treibstoff, laufen ihre Maschinen. Auf steigenden Ölpreis folgt steigender Goldpreis.

Und das ist jetzt nicht nur graue Theorie. Das hat mir ein Goldwäscher am Rio Napo vorgerechnet, während er mir seinen Tagesfund gezeigt hat.

Ziemlich befremdlich, wenn man das durch denkt.

Shadow
00
16.5.2010, 20:44
gold braucht keinen staat der seinen wert durchsetzt.

und inflationsangst brauchen sie auch nicht zu haben.

Lukas Chen
00
16.5.2010, 14:44
Gold ist nicht wie Papier-Geld

Gold braucht man immer im Alltagsleben, schon vor 2000 Jahren im Roemischen Reich, und heute noch in jeder Stadt der Welt. Gold ist unersetzbar in vielen High-Tech-Produkten, darunter auch Computers-Mutterplatte, wegen seiner Widerstandsfaehigkeit gegen die Hochtemperatur.

das ist fix
14
15.5.2010, 09:55

Gold ist ein chemisches Element.
Geld ist ein Zwischentauschmittel.
In den letzten Jahrtausenden wurde Gold immer als Geld verwendet, das wurde 1914 beendet. Ab diesem Zeitpunkt wurde vorallem STAATLICHES Kreditgeld verwendet. Die USA verwenden erst seit 15.8.1971 reines Kreditgeld, damals hat Nixon das USD-Goldeinlöseversprechen gebrochen.

http://www.youtube.com/watch?v=iRzr1QU6K1o

Sorry, aber der Goldwäscher am Amazonas hat, was die Geldfunktion von Gold betrifft, wenig Bedeutung.

khaleb
14
14.5.2010, 20:11
Gold und Geld

Geld kann man beliebig vermehren, man tippt bei der EZB den gewünschten Betrag ein, und schon existiert er.
Bei Gold geht das nicht.
Das ist der kleine Unterschied.

weiter lesen
00
16.5.2010, 12:45
Wenn die

EZB oder sonst wer meint, dass es die nächtsten 50 Jahre um einige Tonnen weniger Gold gibt, dann ist die Goldmenge auch vermindert.

Meerwelle
11
15.5.2010, 10:06

Im Prinzip geht das mit Gold auch.
Man muss nur die Baggerschaufel breiter machen, einen zweiten Bagger kaufen....

Horst Obermaier
01
15.5.2010, 13:56
Blei zu Gold

Spätestens dann wenn unsere Quantenphysiker die Supersymetrie komplett Verstanden haben wird in den Kellern der ÖNB Blei zu Gold gemacht! Vermutlich gibt es das Verfahren aber schon lange! Nur wird es eben von den Wissenden Staaten verheimlicht um die Märkte nicht zu stürzen!

das ist fix
00
16.5.2010, 16:14
khaleb
00
15.5.2010, 17:05
Gold wird in Super Novae erzeugt

tw. wird dabei auch Gold zu Blei verwandelt, aber nicht die andere Richtung.

her wig
03
15.5.2010, 09:54

Der andere Unterschied ist, dass die Geldschöpfung eine prinzipiell kontrollierbare Sache ist, Goldfunde dagegen nicht. Mit anderen Worten, für Geld braucht man eine gewisse Disziplin, und wer die nicht hat muss zur Strafe in der Erde nach Gold graben...

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