Viele Anbieter - viele Wege zum Masterangebot

14. Mai 2010, 18:51
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Wie Unis, FHs und andere Institutionen ihre Produkte akkreditieren lassen

Wer in Österreich einen Studiengang anbieten will, der mit diesem Grad abschließt, hat mehrere Möglichkeiten.

  • Für die staatlichen Universitäten ist klar: Aufgrund ihrer teilweise jahrhundertealten Tradition ist es ihnen erlaubt, neue Studien nach Bedarf ins Leben zu rufen und anzubieten. Über eigene Business Schools, die zum Teil in Kooperation mit externen Partnern entstanden sind, beackern sie auch fleißig den postgradualen Markt.
  • Die Privatuniversitäten, die sich seit mittlerweile zehn Jahren im Hochschulsektor etablieren, durchlaufen ein aufwändiges Akkreditierungsverfahren, das vom Österreichischen Akkreditierungsrat (ÖAR) beaufsichtigt wird. Zuerst gibt es eine Zulassung für fünf Jahre. Diese kann einmalig um weitere fünf Jahre verlängert werden, die zweite Reakkreditierung wird schließlich auf die Dauer von zehn Jahren anberaumt. Neue Studiengänge müssen jedoch weiterhin dem ÖAR vorgelegt werden und können, trotzdem die Privatuniversität nicht um ihre Lizenz fürchten muss, auch abgelehnt werden. Zentral ist die Frage der Finanzierung, an der etwa die Imadec University 2006 - nach fünf erfolgreichen Jahren - scheiterte.
  • Dennoch besteht wie im genannten Fall eine Möglichkeit zum akademischen Schaffen: Über die Kooperation mit einer ausländischen Hochschule dürfen Studien angeboten und Mastertitel vergeben werden. Wenn der Partner sich allerdings nicht im EWR-Raum befindet, dürfen die Degrees dieser Konstruktionen auch nicht in offiziellen Dokumenten eingetragen werden.
  • Die Fachhochschulen unterliegen der Aufsicht des Fachhochschul-Rats (FHR). Klassische Bachelor- und Master-Studiengänge werden diesem vorgelegt und müssen einzeln abgesegnet werden. Auf Basis des Paragrafen 14a FH-Studiengesetz können spezielle "Lehrgänge zur Weiterbildung" angeboten werden, die ebenfalls vom FHR kontrolliert werden.
  • Schließlich gibt es auch noch den Lehrgang universitären Charakters: Bis Ende 2003 war es möglich, entsprechende Lehrgangskonzepte im Wissenschaftsministerium einzureichen; über die Zulassung wurde dann ebendort entschieden. Eigentlich sollte diese Möglichkeit 2010 auslaufen, jedoch wurde die rechtliche Grundlage bis zur Einführung einer neuen Qualitätssicherungsagentur - voraussichtlich 2012 - verlängert. (mad/DER STANDARD; Printausgabe, 15./16.5.2010)
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