Social Network

"Diaspora": Offene Facebook-Alternative für mehr Privacy

14. Mai 2010, 11:35
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    foto: diaspora

    Vier New Yorker Studenten entwickeln Facebook-Alternative

New Yorker Studenten planen dezentrales Netzwerk auf Open Source-Basis - Start im September

Datenschutz und Privatsphäre auf Facebook und anderen kommerziellen Social Networks sind heikle Themen. Nicht nur passieren immer wieder Fehler, die diverse Informationen ins offene Web entwischen lassen, auch die User gehen sehr freizügig mit privaten Daten um. Vier Studenten aus New York wollen das ändern und Facebook neu erfinden. Ihr "Diaspora" genanntes Social Network soll den Nutzern mehr Kontrolle geben und sie vor allem nicht für Geschäftszwecke dazu drängen, die Privatsphäre auf den Nagel zu hängen, berichtet die New York Times.

Facebook handelt mit Privatsphäre

Bei kommerziellen Netzwerken müssen User private Daten hergeben um im Gegenzug die Infrastruktur zum Tratschen oder Austausch von Fotos nutzen zu können. Die Information der User ist ein wertvolles Gut für Facebook und andere Netzwerke, denn sie können sie an Werbekunden verkaufen. Sind Nachrichten, Fotos oder Videos einmal draußen, ist es für User aber nur schwer bis unmöglich sie später wieder zurückzuziehen. Der Gegenwert, den man für die Aufgabe der Privatsphäre erhält, ist vergleichsweise gering.

Zentralisierung nicht nötig

Zentralisierte Netzwerke wie Facebook seien nicht nötig, sind die Studenten Ilya Zhitomirskiy, Dan Grippi, Max Salzberg und Raphael Sofaer der Meinung. Nutzer sollen mit Diaspora stattdessen ihre eigenen Server aufsetzen. Statt im Rechenzentrum eines fremden Konzerns, sollen die Daten auf dem eigenen Rechner gespeichert bleiben. Nachrichten sollen verschlüsselt übertragen werden. Den Code hinter Diaspora wollen die Studenten unter GPL frei verfügbar machen.

Nicht nur für Geeks

Ob die Durchschnitts-User Diaspora als Facebook-Alternative annehmen, muss sich erst zeigen. Die Benutzbarkeit und Anbindung an andere Dienste wird zentrales Kriterium sein, damit Diaspora nicht nur Geeks anzieht. So sind etwa Imports aus anderen Netzwerken und Schnittstellen zu Twitter oder Flickr geplant. Der Startschuss ist für September anvisiert. In Medien und Blogs fand die Idee jedenfalls breiten Niederschlag. Der Twitter-Account @joindiaspora hat bereits über 17.000 Follower angezogen. Über eine Fund-Raising-Seite konnten bereits über 120.000 US-Dollar gesammelt werden - Ziel waren eigentlich nur 10.000 Dollar. Für die vier Studenten ist das die Bestätigung, dass Datenschutz und Privatsphäre für viele Nutzer wichtige Themen sind. (red)

 

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Posting 1 bis 25 von 152
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Finanzhai2010
10
18.5.2010, 16:15
Dezentralisierung wo es Sinn macht

Grundsätzlich ist es immer gut Dezentralisierung zu fördern. Die Idee von diesen Studenten ist zwar nicht schlecht aber nicht unbedingt eine Alternative zu Facebook. Der Vorteil von zentralen Netzwerken ist ja, dass man von überall darauf zugreifen kann. Beim Dezentralen Netzwerk hat man halt Probleme wenn der Rechner nicht eingeschaltet ist oder dieser Datenverlust erlitten hat, ausser man hat wieder einen zentralen Server mit dem die Daten immer synchronisiert werden.

martin schlagnitweit
00
Zentral / Dezentral

Die Verwendung von Diaspora macht ja nur Sinn, wenn man einen Server für die Installation verwendet, der ständig online ist.

Auf diesem Kann man dann von überall zugreifen und der kann auch Informationen mit anderen Diaspora-Accounts austauschen.

Herr Salzberg hat das in einem Vortrag (AEC Festival Linz) mit einem E-Mail Server verglichen. Man kann einen eigenen Server installieren oder den Server eines Anbieters (bei E-Mail z.b. gmx) verwenden.

MiNeum71
 
00
18.5.2010, 00:18


Cool. Bravo.

haarspalter
00
16.5.2010, 10:48

und weil hier wieder mal alle meckern:
Bravo Leute, go for it!

Sonstwer
00
15.5.2010, 20:26
der große Erfolg von Facebook

liegt meiner Meinung nach auch daran,

dass es viele Nutzer ungefragt einlädt , nur weil ein paar Hirnis dem Netzwerk ihre kompletten Email Zugangsdaten freigeben

der Pinguin
 
00
15.5.2010, 14:18
der richtige weg,

aber die umsetzung ist nicht so wie ich mir das vorstelle.

xv22
22
15.5.2010, 13:20
Diaphragma,

GIMP, ... Open Source-Software muss sich halt immer die besten Namen aussuchen

Bastian Balthasar Bux
01
17.5.2010, 13:49

Diaspora als Name für ein verteiltes System ist aber sehr sinnvoll. Und selbst der Bezug zum Thema 'Community' lässt sich mit dem Begriff Diaspora leicht herstellen.

und nur weil das Wort ebenfalls mit der altgriechischen Präposition 'dia' beginnt, hat das nix mit dem Zwerchfell oder dem Beckenboden zu tun! ;)

werwolfi
00
21.5.2010, 12:52

gebe dir grundsätzlich recht, was das ursprüngliche griechische wort betrifft.

allerdings ist der begriff historisch konnotiert.
man kann ja auch im deutschen viele ursprünglich neutrale wörter kaum mehr neutral verwenden, weil sie 1000-jährig konnotiert sind ;o)

das geht so weit, dass ich in der schule von meinem englischlehrer (!) dafür gedisst wurde, dass ich das wort "carefree" in einem aufsatz verwendet habe, nur weil ein hersteller von hygieneprodukten beschlossen hat, das als markennamen zu verwenden.

wie man sieht, kann man's auch übertreiben (und der kerl war nicht nur in dieser hinsicht ein idiot), aber bei historisch-politisch belasteten begriffen ist es schon ein wenig anders.

Bastian Balthasar Bux
00
21.5.2010, 13:18

Die Konnotation von Diaspora ist aber nicht so eindeutig wie man vielleicht meinen möchte. Im Allgemeinen wird eine 'Verstreutheit' verstanden.
Dass das bei uns im deutschsprachigen Raum zumeist mit der jüdischen Diaspora um ca. 600 B.C. (bitte selber genaue jahreszahl nachschlagen, bin zu faul ;)) ist unser eigener Fehler. Es gäbe eine ganze Menge modernerer Konnotationen.
Und wenn man 'digital natives' als ethnische Gruppe wahrnehmen würde, dann würde der Begriff mit der im 19 Jhdt. geprägten Konnotation in wunderbarem Einklang stehen.
Daher ++ für diesen Namen, der so viele Interpretationsmöglichkeiten zulässt! ;)

werwolfi
00
21.5.2010, 14:36

naja, "diaspora" als (historisch-politischer) begriff hat so gut wie immer mit religiöser oder politischer vertreibung bzw. flucht zu tun, nicht nur im deutchen sprachraum - sehr glücklich finde ich ihn jedenfalls nicht für so ein projekt.

Bastian Balthasar Bux
00
21.5.2010, 14:46

naja, das projekt versteht sich ja unter anderem als 'hafen' für alle, die von den datenschutz policies von f***book vertrieben wurden. -> passt schon wieder super! *gg*
so, jetzt is aber genug der haarspalterei! ;)

werwolfi
00
21.5.2010, 16:23

ich bestreite nicht, das es passt - nur hätte ich als betroffener keine freude mit der inflationären popkullturellen verwendung solcher begriffe - genauso, wie heute alles sofort ein "holocaust" ist, was oft auf eine verharmlosung des originalen ereignisses rausläuft...

FunkFish
00
15.5.2010, 11:24
back to the roots

hab meinen alten blog reaktiviert. hab quasi nur noch autopublish auf facebook und twitter um freunde und kollegen über neue einträge zu informieren. fotos udgl hoste ich hauptsächlich wieder auf meinem webserver.

Kazuka7
70
15.5.2010, 12:34

denglish ist ja wirklich eine schöne sprache, aber was ist udgl, oh gott ja, jetzt weiss ichs wieder : "und dergleichen" , danke leiber FunkFish für dieses wunderbare udgl

FunkFish
00
15.5.2010, 13:53

wer im glashaus sitzt, usw... ^^

- photonmaniac -
71
15.5.2010, 11:39
ganz toll

deine eltern müssen stolz auf dich sein

her wig
01
15.5.2010, 10:36
Web 1.0 war noch toll,

da konnte jeder seine Seite aufsetzen, zu Freunden verlinken... Ist aber nur was für Geeks, man muss da nämlich selber Seiten *editieren*, igitt, das ist wie einen Menschen aufschneiden und darin herumpfuschen. Nein, dann doch lieber ins Krankenhaus... ähm, zu Facebook, die sollen das für mich machen.

goldschmied van halen
01
15.5.2010, 10:03

...es wird sich entweder facebook ändern müssen oder es wird benutzer verlieren...
ab eine kritischen masse geht das dann exponentiell...

Terence Lennox
61
15.5.2010, 09:08
falscher name..

..und zu spät..

Kid Sun
07
15.5.2010, 19:47

zu spät, stimmt. wir haben jetzt die nächsten 2- bis 300 jahre facebook picken.
wie uns das internet gelehrt hat, ändert sich nie etwas, alles bleibt über generationen hinweg gleich.

gesendet von netscape navigator

gutartiger Bösmensch
010
15.5.2010, 10:08
So wie MySpace zu spät war

um Friendster abzulösen? Oder Facebook um dasselbe mit MySpace zu tun?

Jäger des geglaubten Schwachsinns
00
15.5.2010, 09:25

so ist es, leider

thebrain99
00
15.5.2010, 10:06
nein,

nicht unbedingt - wenn alle, die auf facebook angemeldet sind und sich über deren datenagenda echauffieren, umziehen und ihre kontakte auch noch ermuntern umzuziehen, könnte man es ändern.

ich hoffe ihr gehört NICHT zu denen, die sich immer über facebook ärgern.

Henry Flower
00
15.5.2010, 23:36
umziehen und ihre kontakte auch noch ermuntern umzuziehen,

ich glaube, sie sind da auf die beste methode gestossen, das facebookkonto gelöscht zu bekommen.

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