Dopaminagonisten fördern Zwangsstörungen

16. Mai 2010, 09:05
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Neigung zu Kaufsucht, Spielsucht, Essstörungen durch Einnahme von Dopaminagonisten erhöht

Chicago - Spielsucht, Kaufsucht, Esssucht - bei Parkinson-Patienten steigern manche Medikamente offenbar die Neigung zu Zwangsstörungen. Die sogenannten Dopamin-Agonisten erhöhen die Häufigkeit pathologischer Verhaltensprobleme um mehr als das Doppelte, wie eine Studie zeigt.

Die Parkinson-Krankheit beruht auf dem Absterben von Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Den mangelnden Neurotransmitter im Gehirn sollen die sogenannten Dopamin-Agonisten ausgleichen. Gleichzeitig steigern sie aber auch die Tendenz zu zwanghaften Verhaltensformen, die schon häufiger bei Parkinson-Patienten beschrieben wurden.

Bei der Untersuchung von mehr als 3.000 Patienten fanden Mediziner der Universität von Pennsylvania derartige Probleme insgesamt bei rund 14 Prozent aller Patienten. Am häufigsten waren Kauf- und Spielsucht, gefolgt von Essstörungen und zwanghaftem sexuellen Verhalten. Unter der Behandlung mit einem Dopamin-Agonisten zeigten gut 17 Prozent der Personen solches Verhalten, bei anderen Medikamenten lag der Anteil dagegen unter sieben Prozent. Die Forscher weisen im Fachblatt "Archives of Neurology" darauf hin, dass Dopamin-Agonisten zunehmend auch gegen andere Beschwerden genommen werden, darunter das Restless-Legs-Syndrom oder die Schmerzerkrankung Fibromyalgie. (APA)

 

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