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Rau aus dem Park - rein ins Wettcafé?

Die JugendZone 16 in der Ottakringer Straße fungiert als wichtiger Treffpunkt, wenn es um Spaß geht, hilft aber auch bei der Integration in den Ausbildungs- und Stellenmarkt.

Laut Sozialraumanalyse unangefochten an der Spitze, wenn es um die Lieblingsorte der Kinder und Jugendlichen geht: die Ottakringer Parks.
Wien - "Es ist warm drinnen, es gibt keinen Konsumationszwang, man darf rauchen, kann sich gratis Spiele der Heimat-Ligen anschauen und ist der Kontrolle der Familie entzogen. Wettcafés sind für Jugendliche sehr attraktiv", erklärt Christian Holzhacker, Leiter der JugendZone 16 in Wien-Ottakring, die Anziehungskraft der "wie Schwammerl aus dem Boden sprießenden" Glücksspiellokale auf die Heranwachsenden im Bezirk.
"Unserer Wahrnehmung nach ist die Spielsucht ein weit größeres Problem als der Missbrauch von Substanzen", so Holzhacker gegenüber derStandard.at. "Man wird blass bei den Summen, die verspielt werden." Vor allem männliche Jugendlichen ab 15 Jahren würden sich, wie ein Blick in Spiellokale zeige, dort gerne ihre Freizeit verbringen, wenn sie sich nicht im Park treffen. Parkanlagen sind nämlich die unangefochtene Nummer eins unter den Lieblingsorten von Kindern und Jugendlichen aller Altersstufen, wie die von Holzhacker koordinierte Sozialraumanalyse zum Einzugsgebiet des Jugendzentrums in der Ottakringer Straße zeigt.
Begrenzte Hoffnung Glücksspielgesetz
Auf das neue Glücksspielgesetz und strengere Kontrollen hofft der bei der Ergebnispräsentation anwesende, selbst aus Ottakring stammende Bildungs- und Jugendstadtrat Christian Oxonitsch. So solle das neue Gesetz unter anderem Abkühlphasen bei den Automaten festlegen. Auch Holzhacker begrüßt eine bessere gesetzliche Handhabe, sieht die Chancen auf eine Lösung aber beschränkt: "Die Lokale werden privat vermietet. Oft ist es für die Angestellten, die selbst noch jung sind, auch nicht leicht, jene drei herauszufinden und hinauszukomplimentieren, die noch nicht 18 Jahre alt sind."
Besonders für Jugendliche, die den Schritt nicht in den Ausbildungs- und Lehrstellenmarkt geschafft haben, einer wesentlichen Zielgruppe der JugendZone 16, stellt das Glücksspiel, Erfolgserlebnisse vorausgesetzt, auch eine Möglichkeit zur Selbstwertbestätigung dar, ortet Holzhacker einen Grund für den Reiz des Wettens. Genau hier versucht auch die Jugendarbeit einzuhaken: "Es geht uns darum, Anerkennung auch in ihrer Situation zu vermitteln und das Gefühl zu stärken, dass sie subjektiv handlungsfähig bleiben. Selbstwert fördernde Angebote haben auf den zweiten Blick sehr wohl mit Ausbildung zu tun", betont Richard Krisch, bei den Wiener Jugendzentren für pädagogische Grundlagenarbeit verantwortlich.
"Fixierung auf Schreibfähigkeit blendet oft andere Fähigkeiten aus"
Über 90 Prozent der Heranwachsenden, die die JugendZone 16 frequentieren, haben Migrationshintergrund, d.h. mindestens ein Elternteil ist ohne Staatsbürgerschaft eingewandert. Man sei bei den Maßnahmen nicht nur au den Arbeitsmarkt fokussiert, sondern um Kompetenzentwicklung bemüht, so Krisch. "Die Fixierung auf die Sprach- und Schreibfähigkeit blendet oft andere Fähigkeiten aus. Manche können etwa einen Motor hin und zurück zerlegen aber das Wort Zündkerze nicht schreiben. Andere sind sehr kommunikativ oder bereit, Verantwortung zu übernehmen."
In der JugendZone 16 wird den Besucherinnen und Besuchern unter anderem auch geholfen, wenn es um Bewerbungsschreiben geht und die Vermittlung zun passenden Beratungsstellen geht. Niederschwellige arbeitspolitische Angebote wie "space!lab" oder "c'mon 14" und" c'mon 17" sollen den Jugendlichen helfen, am Ausbildungs- und Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. "Die dramatische Lehrstellensituation ist ein immer größeres Problem", so Krisch. Rund 5.000 Jugendliche absolvieren in Wien in derzeit Maßnahmen, bei denen es sich nicht um eine echte Lehrstelle handelt.
Treffpunkt Park
Bei allen Kindern, Teenies und Jugendlichen gleichermaßen beliebt sind die Parks in Ottakring, die unangefochten an erster Stelle rangieren, wenn es um zentrale Orte geht, an denen die Freizeit verbracht wird. Einzig das Kongressbad schafft es zumindest bei Mädchen im Teenager-Alter auch an die Spitze der Lieblingsorte.
Entscheidend, warum eine bestimmte Parkanlage frequentiert wird, sind bei allen die jeweiligen Freunde, erst danach kommt die Nähe zum jeweiligen Wohnort. Recht unterschiedlich fällt aber die Raumaneignung aus. Während Burschen sehr häufig "territorial" agieren und einen Raum "besetzen", stehen bei Mädchen sich Räume kommunikative Prozesse im Vordergrund, wobei sie weniger raumgreifend aber dafür mobiler agieren: Bleiben Burschen über 12 Jahren vorzugsweiseüber einen längeren Zeitraum am selben Platz, um etwa zu plaudern oder Fußball zu spielen, suchen sich die Mädchen, die oft in Zweier- und Dreiergruppen unterwegs sind, ständig neue Plätze.
Dazu hält die Sozialraumanalyse, in deren Rahmen ExpertInnen-Interviews und Parkbeobachtungen ebenso durchgeführt wurden wie Stadtteilbegehungen, auch generell fest, dass es für Mädchen schwieriger ist, einen guten Platz in der Freizeit zu finden. Relevant sind auch Orte, die sich dem Betrachter nicht sofort als Sozialraum erschließen. So nutzen Mädchen etwa auch Mauervorsprünge in kleinen Seitengassen als Sitzgelegenheiten oder Hauseingänge, die Schutz vor Regen bieten, um sich zu treffen. Entsprechend dem subjektiven Sicherheitsgefühl sind Mädchen in jenen Parks mehr anzutreffen, wo auch der Anteil der Erwachsenen höher ist.
Auch konkrete Empfehlungen hat die Sozialraumanalyse parat, wenn es um die Ottakringer Parks geht. Vorgeschlagen wird etwa, den "nicht sehr spieltauglichen Sandboden" im Richard Wagnerplatz durch einen anderen Belag zu ersetzen, den Standort des Fußballkäfigs im Kongresspark zu adaptieren oder im Fall des Musilplatzes eine Generalsanierung in Angriff zu nehmen.
Treffpunkt JugendZone 16
Als wichtiger Treffpunkt für Jugendlichen fungiert auch die JugendZone 16 selbst, die im Vergleichszeitraum Februar-April 2009/2010 den Mädchenanteil und auch die Besucherzahl (von 2884 auf 4153) steigern konnte. Dass der Migrationshintergrund der BesucherInnen recht unterschiedlich ausfällt, stellt laut Holzhacker im Übrigen kein Problem dar: "Je mehr verschiedene Gruppen herkommen, desto leichter vermischen sie sich." (Karl Gedlicka, derStandard.at, 16. Mai 2010)
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Ich wohne seit 22 Jahren am Richard Wagner-Platz und kann von unseren Wohnungsfenstern immer und dauernd Vandalismus, Verschmutzung, Machogehabe und permanenten Drogenkonsum beobachten. Einige der Drogenkonsumenten sind österreichische Jammergestalten, aber die meisten sind Migranten. Im Winter sind dank der Außentemperatur nur wenige drogenkonsumierende Stammgäste im Park, aber kommen Sie einmal im Sommer vorbei.
und gleichzeitig kein Wunder.
Eine visionäre Politik wäre jetzt gefragt, die das wieder gut macht. Da wäre z.B. eine Stadtplanung und Wohnungsvergabe von Nöten, die für eine ordentliche soziale Durchmischung der Stadt sorgen.
Dazu eine brauchbare Bildungspolitik, in der einerseits Kinder noch vor der Volksschule Deutsch lernen, andererseits aber auch keine Schüler mehr in der Hauptschule positive Deutsch-Noten bekommen, wenn sie es nicht beherrschen.
Schließlich noch eine Politik, die gegen das Glücksspiel etwas tut...
Aber irgendwie schauts da derzeit schlecht aus.
Das Rudel der Männchen verhält sich territorial, das Rudel der Weibchen streift dagegen umher und sucht auf Mauervorsprüngen Rast oder in Hauseingängen, die Sicherheit geben.
Köstlich geschrieben, Danke!
In welchen dieser Parks muss man denn gehen um das Ghetto zu erleben von dem sich hier so viele fürchten? Ich wohne in Ottakring und bin zu allen möglichen und unmöglichen Zeiten unterwegs. Die Geschichten von den Parkabziehern, Prügelknaben usw. hört man immer nur aus fünfter Hand oder aus dem Internet. Also wo sind diese Problemparks wo es dauernd so wild zugeht?
Ich will da sicher nichts verharmlosen aber nach dem was man hier liest muss Ottakring ja härter als die Bronx sein...
am floridsdorfer spitz, stadtpark, reumannplatz, lugner city, laaer berg, und auch fallweise anderswo (schwedenplatz umgebung, endstation u4) es zu einer wirklich hohen anzahl von sogenannten "handyrauben" kommt. die opfer sind im regelfall allerdings burschen zwischen 10-22 so das es gut möglich ist das man als erwachsener davon nichts merkt. wenn du einen schüler fragst wird er also sicher jemanden kennen dems passiert ist.
ausserdem steht natürlich nicht der lächerliche wert des handys im vordergrund sondern dominantes machtgehabe. und es ist nicht selten das die opfer ordentlich geprügelt werden.
diesbezüglich gibts locker mehrere hundert vorfälle jährlich und ist das schon ärgerlich, da dieses phänomen früher unbekannt war.
…was sind mehrere Hundert solcher Vergehen? es gibt in Wien 757 Grundschulen mit über 100.000 Schülern.
Angenommen es sind 500 Handydiebstähle pro Jahr, das wären dann 0,5%. Also jeder 200ste Schüler hat mal ein Handy gefladert und in jeder 2. Grundschule sitzt so ein gewalttätiger, minderjähriger Handyverbrecher Sack…
...macht euch mit eurer Paranoia nicht lächerlich!
den Multikultis nur allmählich nur mehr das hektische Beschwichtigen bleibt. Und ich würde Sie auch niemals zwingen wollen (und können), ihre heile Traumwelt zu verlassen.
Aber eine kleine Fleißaufgabe hätt ich trotzdem für Sie: Lernen`s bitte den Unterschied zwischen "Diebstahl" und "Raub" (auch was die psych./physischen Folgen für die Opfer betrifft).
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