Ubuntu 10.10: Chromium ersetzt Firefox für Netbooks, F-Spot raus

14. Mai 2010, 10:31
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Distribution schmiedet Pläne für die nächste Version der eigenen Softwaresammlung

Aufmerksamen LeserInnen ist es schon bei unserer Berichterstattung über Ubuntus neues Netbook-Interface "Unity" aufgefallen, während in den Screenshots von Mark Shuttleworth Chromium als Default-Browser zu sehen war, setzt die aktuelle Version der Softwaresammlung weiterhin auf Firefox. Eine Diskrepanz, die sich schlicht dadurch ergibt, dass man sich bei der Distribution zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf einen fixen Browser für die nächste Ubuntu-Release "Maverick Meerkat" geeinigt hatte.

Auswahl

Das hat man nun allerdings nachgeholt, im Rahmen des gerade in Brüssel zu Ende gehenden Ubuntu Developer Summits hat man nun die Eckdaten der Softwareausstattung für Ubuntu 10.10 fix gemacht. Ganz so kontroverse Änderungen wie bei 10.04 - wo unter anderem der GIMP aus dem Default-Install geflogen ist, gibt es dieses mal zwar nicht, zumindest zeichnet sich aber tatsächlich ein Kurswechsel in Browserfragen ab.

Wechsel

So soll Chromium künftig der Default-Browser bei Ubuntu sein - zunächst allerdings nur in der Netbook-Edition. Für den klassischen Desktop setzt man hingegen weiterhin auf Firefox, auch wenn man betont, dass Chromium hier zur gleichberechtigten Alternative werden soll.

Shotwell

Eine zweite Änderung betrifft beide Ausgaben der Distribution: Die Bilderverwaltung F-Spot soll durch die schlankere Alternative Shotwell ersetzt werden, ein Wechsel mit dem man dem Beispiel von Fedora folgt, dass diese Änderung schon für das kurz vor der Veröffentlichung stehende Fedora 13 vornimmt. Kurz angedacht hatte man zudem den klassischen Mail/Kalender-Client Evolution in der Netbook-Edition mit dem aktuell vor allem für Meego entwickelten, abgespeckten "Express"-Interface auszuliefern. Eine Änderung, die man in der Diskussion dann aber doch wieder verworfen hat und statt dessen lieber das bestehende Evolution-UI anpassen will.

Verspielt

Weitere immer wieder in der Diskussion stehende Komponenten sollen hingegen unverändert bleiben, darunter etwa der Musikplayer Rhythmbox oder das Desktop-Wiki Tomboy. Angekündigt hat man zudem, dass noch ein neues Spiel in den Default-Install wandern soll, allerdings gibt man sich hier zu weiteren Details noch bedeckt.

Menü

Natürlich beschäftigte man sich beim UDS nicht nur mit Fragen der Softwareausstattung, so wurden etwa weitere Details zum "globalen Menü" für die kommende Netbook-Edition verraten. Demnach soll das Auslagern des Anwendungsmenüs ins Panel- ähnlich wie bei Mac OS X -  nicht nur mit GTK+/GNOME sondern auch mit Qt/KDE-Anwendungen funktionieren.

Panel

Weiter voran treibt man mit "Maverick Meerkat" zudem die eigenen Anpassungen des GNOME Panels, so ist ein einheitliches Sound-Menü geplant, in dem Lautstärkeneinstellungen und die Steuerung von Anwendungen - wie beispielsweise eines Musikplayers - zusammengeführt werden sollen. Auch am MeMenu soll weiter gefeilt werden, dazu zählt etwa dass künftig über das Abschicken von Tweets informiert werden soll sowie die Anzeige der verbleibenden Zeichenanzahl beim Tippen.

Kernel und Co.

Bei der Wahl der grundlegenden Softwarekomponenten will man für Ubuntu 10.10 etwas mutiger als bei "Lucid Lynx" sein: So visiert man bereits den übernächsten Kernel 2.6.35 als Basis an, auch der Grafikserver X.org sollte mit der Version 1.9 zum Zeitpunkt der Veröffentlichung in der neuesten Varianten aufgenommen werden - so zumindest die Pläne der jeweiligen Projekte halten.

Pläne

Ubuntu 10.10 "Maverick Meerkat" soll Ende Oktober fertiggestellt werden, eine erste Alpha-Version ist bereits für Anfang Juni geplant. Allerdings ist nicht davon auszugehen, dass hier bereits alle erwähnten Änderungen enthalten sein werden. (apo, derStandard.at, 14.05.10)

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