BP will Öl aus Leck durch dünnes Rohr absaugen

14. Mai 2010, 06:40
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Abdeckungsversuch mit Stahlglocke vorerst unterbrochen

Washington - Der britische Ölkonzern BP setzt im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko auf eine neue Methode: Das aus dem Hauptleck sprudelnde Öl solle durch ein dünnes Rohr abgesaugt und in einen Tanker an der Wasseroberfläche geleitet werden, sagte BP-Sprecher Bryan Ferguson am Donnerstag (Ortszeit). Die schwierige Operation solle mit Hilfe von ferngesteuerten Robotern ausgeführt werden, die das nur 15 Zentimeter dicke Rohr in 1500 Meter Tiefe direkt am Bohrloch einsetzen sollten.

Doch nicht mit Stahlglocke

Einstweilen wurde der Versuch, das Loch mit einer Stahlglocke abzudecken, unterbrochen. Sollte es misslingen, das Absaugrohr zu installieren, wollte BP den Angaben zufolge den Versuch mit der Stahlglocke wiederaufnehmen. Ein erster Versuch mit einer größeren Abdeckung war vergangene Woche gescheitert, weil sich darin Eiskristalle bildeten und das Absaugen des Öls verhinderten. Die neue Glocke ist kleiner, eine Wärmevorrichtung soll Eis zum Schmelzen bringen.

Warnsignale möglicherweise ignoriert

Die Kritik an BP wegen der Katastrophe hatte mit den Anhörungen mehrerer ranghoher Firmenvertreter vor dem US-Senat zugenommen. Die Aussagen der BP-Manager verstärkten den Verdacht, dass möglicherweise zahlreiche Warnsignale im Vorfeld des Untergangs der Ölplattform "Deepwater Horizon" übersehen worden waren. Offensichtlich sei die Katastrophe durch eine "verhängnisvolle Reihe von Ausrüstungs- und operationellen Fehlern" ausgelöst worden, sagte der Vorsitzende des Senatsausschusses für Energie und Handel, Henry Waxman, am Mittwoch.

Die von BP betriebene Bohrinsel war am 20. April im Golf von Mexiko explodiert, dabei kamen elf Arbeiter ums Leben. Zwei Tage später sank die Plattform, seither strömen täglich schätzungsweise 800.000 Liter Öl aus und bedrohen die Küstengebiete mehrerer südlicher US-Staaten. (APA/AFP)

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