Würdig in Österreich

13. Mai 2010, 18:47
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Dietrich Mateschitz fehlt zum dreifachen Glück nur noch die Formel-1-WM

Am Wenn-Satz scheiden sich mittlerweile die Geister. Früher war ihm die Würdelosigkeit vorgeschrieben, heute wird das manchmal nicht mehr so eng gesehen. So oder so unterscheidet sich der Wenn-Satz vom Fußballmeister. Denn wer nach 36 Spieltagen oben steht, hat den Teller auf jeden Fall verdient.

Red Bull Salzburg also ist ein würdiger Meister. Hat die meisten Punkte, hat mit Abstand am wenigsten Tore kassiert, hat international am längsten mitgemischt, in einer Europa-League-Gruppe mit Lazio Rom, Villarreal und Lewski Sofia alle Spiele gewonnen. Das größte Budget führte letztlich zum Erfolg, so fehlt Dietrich Mateschitz zum dreifachen Glück nach dem Eishockey- und dem Fußball-Meistertitel nur noch die Formel-1-WM. Dass die Kicker zum wiederholten Mal am Einzug in die Champions League scheiterten, sei am Rande erwähnt.

Auch die Austria und Rapid wären würdig gewesen. Rapid hat die meisten Fans und das attraktivste Spiel, dafür hat die Austria die meisten Ausfälle verkraftet und sogar einen seriösen Trainer, der weder Referees mit der Faust droht wie Salzburgs Huub Stevens noch gegnerischen Fans den Mittelfinger zeigt wie Rapids Peter Pacult. Das Gefälle ist freilich nicht nur bei den Trainern in wenigen Ligen so groß wie in der heimischen. Die guten Klubs spielen sich in den meisten Spielen. Das rächt sich, wenn's international wichtig wird. Oder wichtig werden würde. (DER STANDARD PRINTAUSGABE 14.5. 2010)

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