Zwei Tore innerhalb von zwei Minuten in Graz bringen den Bullen den Titel - Cziommer und Wallner sorgten für das Meisterstück
Graz - Red Bull Salzburg hat die erfolgreiche Titelverteidigung in der
österreichischen Fußball-Bundesliga doch noch geschafft. Mit einem
souveränen 2:0 (2:0) in der 36. und letzten Runde auswärts gegen
Sturm Graz holte die Truppe von Huub Stevens die Meisterschale und
darf sich auch im kommenden Sommer in der
Champions-League-Qualifikation versuchen. Die Entscheidung fiel am
Donnerstag bereits in der Anfangsphase.
Cziommer (14.) und Wallner (16./Freistoß) stellten die Weichen
rasch auf Sieg und nahmen dem Titel-Thriller Spannung. Die Wiener
Clubs Austria (2:0 gegen Ried) und Rapid (3:1 in Mattersburg) waren
dadurch trotz Siegen im Titelrennen chancenlos. Salzburg holte sich
mit einem Punkt Vorsprung auf die Austrianer nach 2007 und 2009 den
dritten Titel der Red-Bull-Ära, Rapid kam mit drei Zählern Rückstand
als Dritter ins Ziel.
Spekulationen um Grazer Engagement
Im Vorfeld der Partie in der ausverkauften UPC Arena war sehr viel
über die Einstellung der Grazer spekuliert worden, schließlich ging
es für Sturm "nur" um die Ehre und die Punkteprämien. Und zudem
wartet auf die Steirer mit dem Cupfinale am Sonntag gegen Wiener
Neustadt die letzte Chance auf einen internationalen Startplatz. Doch
Coach Franco Foda stellte kurz vor Anpfiff noch einmal klar: "Diese
Mannschaft hat genug Klasse, um das Spiel zu gewinnen."
Verletzungsbedingt musste Foda auf Salmutter, Jantscher und Lavric
verzichten, Goalie Gratzei wollte trotz muskulärer Probleme unbedingt
spielen. Ansonsten schickte Sturm eine durchaus namhafte Elf auf den
Rasen. Besonders interessiert an einem Sieg gegen die Salzburger war
Hlinka, schließlich spielt der Slowake kommende Saison für die
Austria. Bei den Salzburgern schenkte Stevens in der
Innenverteidigung Sekagya das Vertrauen, im Angriff spielte Wallner
statt Janko.
Sturms Engagement war von Anpfiff weg zu sehen. Genauso wie das
Nervenflattern der Salzburger, die die Meisterschaft aufgrund von
zwei Niederlagen gegen Kapfenberg (0:2) und die Austria (0:1) noch
einmal in einen Thriller verwandelt hatten. Sekagya stellte die
Nerven von Stevens auf eine harte Probe, doch Haas vergab (8.). Die
erste gefährliche Aktion brachte die Gäste aber gleich auf
Meisterkurs: Wallner scheiterte aus kurzer Distanz an Gratzei,
Cziommer war zur Stelle und stellte auf 1:0 (14.).
Der Doppelschlag
Nicht einmal zwei Minuten später erhöhte Wallner nach Foul von
Feldhofer an Leitgeb per Freistoß auf 2:0. Sein scharf, aber zentral
geschossener Ball aus 18 Metern landete mit Hilfe von Gratzei im Tor
(16.). Besser hätte es für Salzburg kaum laufen können, die
Nervosität war mit dem Doppelschlag weg und die rund 2.000
mitgereisten Salzburg-Fans starteten auf der Tribüne ihre
Feierlichkeiten. Afolabi hatte das dritte Salzburger Tor auf dem Kopf
(38.), für die lange Zeit völlig abgemeldet gewesenen Grazer
scheiterte Beichler kurz vor der Pause an Arzberger (44.).
Vieles sprach in den zweiten 45 Minuten für ein Schaulaufen - und
es wurde auch eines. Die Partie war gelaufen, die Titelentscheidung
gefallen. Salzburg blieb wachsam und aggressiv, Sturm konnte dadurch
offensiv kaum in Erscheinung treten. Ein wenig Aufregung gab es nur
bei einem Trikot-Zupfer von Afolabi im Strafraum gegen Schildenfeld,
doch Referee Gangl entschied sich gegen einen Elfmeter (68.). Danach
gab es nur noch Sturm-Halbchancen für Kienast (82.) und Schildenfeld
(89.) und schließlich den Salzburger Meisterjubel. (APA)
SK Puntigamer Sturm Graz -
FC Red Bull Salzburg 0:2 (0:2)
Graz, UPC Arena, 15.327
(ausverkauft), SR Gangl
Torfolge:
0:1 (14.) Cziommer
0:2 (16.) Wallner
Sturm: Gratzei - Ehrenreich, Schildenfeld, Feldhofer, Prawda - Bukva
(74. Kienast), Muratovic, Hlinka, Klem (82. Weber) - Beichler, Haas
(75. Hassler)
Salzburg: Arzberger - Schwegler, Sekagya, Afolabi, Ulmer - Schiemer
- Tchoyi (69. Janko), Leitgeb, Cziommer, Svento (89. Opdam) - Wallner
(82. Vladavic)
Gelbe Karten: Feldhofer, Bukva, Ehrenreich, Hlinka bzw. Schiemer,
Sekagya