Militärchef der Rothemden angeschossen

14. Mai 2010, 11:29
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Rothemden halten an Besetzung fest - Auch ein Demonstrant von Kugel getroffen und erlag mittlerweile seinen Verletzungen

Bangkok - Nach den fehlgeschlagenen Bemühungen um ein Ende der Staatskrise in Thailand spitzt sich die Lage zu: Im von Demonstranten besetzten Geschäftsviertel von Bangkok waren am Donnerstag Schüsse und mindestens zwei Explosionen zu hören. Der Anführer der Demonstranten sei angeschossen worden, berichtete das thailändische Fernsehen.

Der suspendierte Generalmajor Kattiya Sawadeepol wurde in schwer angeschlagenem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Kattiya hat sich selbst immer als "Militärchef" der Rothemden bezeichnet. Er wird von der Regierung als "Terrorist" bezeichnet und soll in Dutzende Granatenangriffe involviert sein, die mehr als 100 Menschen verletzt haben sollen.

Nach den Schüssen wurden Menschen in ein Krankenhaus im besetzten Viertel gebracht. Zuvor hatten die Streitkräfte angekündigt, das Viertel abzuriegeln und notfalls mit scharfer Munition gegen die "Rothemden" vorzugehen. Panzer und Scharfschützen würden zusammengezogen, kündigte ein Militärsprecher an. Die Soldaten würden zunächst Gummigeschoße einsetzen, bei Angriffen aber auch scharfe Munition gegen "Terroristen" verwenden.

Die "Rothemden" haben geschworen, jedem Räumungsversuch zu trotzen. Sie haben sich nach Augenzeugenberichten mit Steinen, Schleudern und scharf geschnitzten Bambusstöcken bewaffnet. Die Demonstranten verbarrikadieren sich seit Ostern in dem Geschäftsviertel hinter Autoreifen und Stacheldraht. 

Demonstrant erschossen

Bei den Protesten in Thailand ist erneut ein Teilnehmer ums Leben gekommen. Der Demonstrant wurde durch einen Kopfschuss verwundet. Der 25-Jährige erlag später seinen schweren Verletzungen. Mindestens drei weitere Menschen wurden verwundet.

Notstand ausgeweitet

Die thailändische Regierung hat den Notstand auf weitere 15 Provinzen des Landes ausgedehnt. Die Sicherheitskräfte haben damit in insgesamt 17 Provinzen größere Freiheiten, um gegen Demonstranten vorzugehen und die bürgerlichen Freiheiten einzuschränken. Mit der Maßnahme will die Regierung von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva verhindern, dass sich Demonstranten aus den ländlichen Gebieten einer Protestkundgebung in der Hauptstadt Bangkok anschließen, wo sich am Donnerstag die Lage zugespitzt hatte. (APA/Reuters, DER STANDARD, Printausgabe, 14.5.2010)

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    Der Oppositionelle General Khattiya Sawasdipol auf dem Weg ins Spital nachdem er von einem Heckenschützen angeschossen wurde.

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    General Khattiya Sawasdipol während eines Interviews kurz bevor er angeschossen wurde. Ihm wird immer wieder vorgeworfen, er würde einen paramilitärischen Zweig innerhalb der Oppositionellen Rothemden organisieren wollen.

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