Ostjerusalem

Israel verkündet Wiederaufnahme des Siedlungsbaus

13. Mai 2010, 10:35

Innenminister Yishai will zuständige Kommission einberufen - "Niemand kann Bautätigkeiten in Jerusalem aufhalten"

Jerusalem - Kurz nach dem Beginn indirekter Friedensgespräche mit den Palästinensern hat der israelische Innenminister Eli Yishai den Bau weiterer Siedlungen in Ost-Jerusalem angekündigt. Er werde die Kommission einberufen, die über den jüdischen Siedlungsbau entscheidet, um den Bau der Siedlung Ramat Shlomo wieder aufzunehmen, sagte Yishai, der auch stellvertretender Regierungschef ist, am Donnerstag. "Aber dieses Mal werden die Debatten nicht während Besuchen von US-Vertretern in Israel stattfinden", fügte der Minister hinzu. Einen Termin für die Kommissionssitzung nannte er nicht.

Mitte März hatten die israelischen Behörden ausgerechnet während eines Besuchs von US-Vizepräsident Joe Biden den Bau von 1.600 neuen Wohnungen in Ramat Shlomo im annektierten Ostteil Jerusalems angekündigt. Die US-Regierung empfand dies als Affront, weil sie von Israel zur Wiederbelebung des Nahost-Friedensprozesses einen Siedlungsstopp in Ost-Jerusalem und im Westjordanland fordert.

"Offizielle Position der Regierung"

"Die israelische Regierung ist nicht vor den USA zurückgeschreckt und wird nicht zurückschrecken", sagte Yishai. Vielmehr werde sie weiter "überall in Jerusalem, der Hauptstadt des jüdischen Volkes in Ewigkeit", bauen. Der israelische Vize-Außenminister Danny Ayalon sagte dazu im Militärrundfunk, Yishais Haltung spiegle die "offizielle Position der Regierung" wider. Niemand könne die Bautätigkeiten in Jerusalem aufhalten. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu hatte am Mittwoch anlässlich des 43. Jahrestags der Annexion von Ost-Jerusalem seinen Willen zum weiteren Siedlungsbau in dem arabischen Stadtteil bekräftigt.

Israel hatte den Ostteil Jerusalems 1967 im Zuge des Sechs-Tage-Kriegs annektiert und betrachtet die Stadt als unteilbare Hauptstadt. Die internationale Gemeinschaft hingegen erkennt die Annexion nicht an. Der umstrittene Siedlungsbau ist ein Knackpunkt im schleppend verlaufenden Nahost-Friedensprozess. Die Palästinenser warnen davor, dass bei einer Fortsetzung des Baus von Siedlerwohnungen in Ost-Jerusalem die indirekten Gespräche zwischen beiden Parteien gefährdet seien. (APA)

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24 Postings
Kahuna
00
13.5.2010, 17:50
Also sowas... Wer haette das gedacht...

Makronaut
10
13.5.2010, 17:43

"Isr verkündet Wiederaufnahme des Siedlungsbaus"?

eher "Isr Innenminister bekundet die Absicht, eine Kommission einberufen zu wollen, die über die Wiederaufnahme des Siedlungsbaus entscheiden soll"


aber eh. die üblichen n s verharmloser sind trotzdem drauf angesprungen. artikel zu lesen ist schließlich anstrengend...

karl radek1
17
13.5.2010, 16:37
"Siedlungsbau"


Was für ein Euphemismus für Enteignung und Verteibung.
Das Herrenmenschentum (Rassismus) in Kombination mit Militarismus ist ein permanenter Krieg gegen Menschen- und Völkerrecht.

naihoit
116
13.5.2010, 12:56
Immer wieder das gleiche Spiel

Die Israelis spielen auf Zeit, um unumkehrbare Fakten zu schaffen, die ganze Welt weiß das mittlerweile, nur die obercleveren Aussenpolitiker (auch unsere) bemerken das scheinbar nicht.

Makronaut
00
13.5.2010, 17:39

genau! und deswegen drohen sie auch immer mit abbruch der gespräche und so, gell?

Mr.Orange0
12
13.5.2010, 16:30

Wer weiss.
Vielleicht dürfen sie es einfach nicht merken.....

DAS SCHLAGLOCH UND SEIN KIND
414
13.5.2010, 11:34

"Niemand kann Bautätigkeiten in Jerusalem aufhalten"


doch die Juden selbst könnten das tun,aber dieser friedlebende volk denkt nicht mal dran.

Neuer Nick neues Glück
55
13.5.2010, 13:30

Es gibt in Israel eine breite Friedensbewegung.

Zeig mir einen einzigen Anhänger der Liebesreligion, der sich für einen Gewaltverzicht der eigenen Seite einsetzt,

Albtraum der Zensur
13
13.5.2010, 12:05
"Niemand kann Bautätigkeiten in Jerusalem aufhalten"

Israel agiert, als wäre seine Existenz hundertprozentig gesichert! Aber genau das ist es nicht. Die Israelis sollten besser einmal auf die Landkarte schauen, von wem sie umgeben sind.

In 60 Jahren werden wir hoffentlich über die Probleme eines Groß-Palästina posten.

Herzerzog Johann
42
13.5.2010, 15:04
Die Israelis wissen genau, von wem sie umgeben sind

Genau deswegen verhalten sie sich auch so, wie sie es tun.
Und nur deshalb, weil sie sich so verhalten, existiert der Staat überhaupt noch.
Ach ja, und die Nachbarn wurden durch die Bank schon mehrfach geschlagen, das ließe sich in Bedarfsfall gewiß wiederholen. Oder hat sich da zwischenzeitlich etwas Wesentliches geändert? Nix. Also cool bleiben und keine Aufregung.

Albtraum der Zensur
12
13.5.2010, 16:24
das ließe sich in Bedarfsfall gewiß wiederholen

ohne USA wiederholt sich da nix, schon gar nicht auf Dauer! Die Zeit arbeitet GEGEN Israel!

Und die ganze Welt freut sich auf Groß-Palästina. Die quasi Über-Nacht-Anerkennung Israels 1948 war der größte politische Fehler der Nachkriegs-Geschichte.

Herzerzog Johann
00
13.5.2010, 18:13
Die Zeit arbeitet natürlich gegen die Palästinenser

Seit sechzig Jahren. Je mehr sie fordern, je weniger sie kooperieren, desto weniger werden sie letztlich bekommen.
Die USA werden Israel die Unterstützung nicht entziehen (warum sollten sie auch den einzigen stabilen und berechenbaren Staat dort vergraulen), schon gar nicht, solange die Palästinenser ihre Vernichtungsphantasien nicht aufgeben.

Im Ernst, würdest du die Dummheit begehen, mit Leuten zu verhandeln, welche dich vernichten wollen?

Makronaut
10
13.5.2010, 17:56

...und dass die deutschen 3 jahre vorher kapituliert haben, wohl der größte fehler der kriegsgeschichte oder?

*kopfschüttel*

Gerda Soros
128
13.5.2010, 11:27

So züchtet man Terrorismus: man erklärt, dass der liebe Gott ein Volk lieber hat als alle anderen und dass man daher den Anderen ihren Besitz wegnehmen darf! Rassistischer geht es nicht mehr.

Pefo
00
13.5.2010, 19:00

Also, G. Soros,

wo steht etwas von "lieber haben" ?
Mir scheint, Sie haben Probleme mit sinnerfassendem Lesen.

norman m.
120
13.5.2010, 14:01
Jaja, klar...

...weil der NO-Konflikt ein religiöser Konflikt ist. Frau Soros, Sie haben offensichtlich keinen Tau!

die naive
00
13.5.2010, 17:28

"überall in Jerusalem, der Hauptstadt des jüdischen Volkes in Ewigkeit",

Diese Aussage ist ja wohl ein "dezenter" Hinweis auf den religiösen "Hintergrund"!

Enrico Furioso
01
13.5.2010, 14:47
dieser Konflikt ist zum Teil ein religöser.

Da brauchen Sie nur auf Webseiten in Israel zu surfen, um das zu wissen. Die religiöse Rechte in Israel beruft sich in der Tat auf Gott und die Bibel - zb. Gen 15, 18-21, wo es heißt: "An dem Tage schloss der HERR einen Bund mit Abram und sprach: Deinen Nachkommen will ich dies Land geben, von dem Strom Ägyptens an bis an den großen Strom Euphrat".

Damit rechtfertigt ein Teil der Siedler sehr wohl die beständige Ausweitung ihrer Siedlungen auf Kosten der Palästinenser, nehmen sie doch nach eigener Anschauung nur in Besitz, was ihnen von Gott höchstselbst zu eigen gegeben wurde. Für diese Leute sind die Palästinenser nicht viel mehr als Einbrecher in ihr Eigentum,sie zu vertreiben ist, wie sie glauben, daher mehr als nur legitim.

Gerda Soros
17
13.5.2010, 14:06

Mein Gott, wie sind Sie intelligent! Die Religion spielt in diesem Konflikt also keine Rolle! Es spielt keine Rolle, dass die Ultrareligiösen, die möglicherweise auch in dieser Regierung stecken, in Israel das von Gott versprochene Land sehen. Oder wie würden Sie die Aussage im Artikel deuten 'Hauptstadt des jüdischen Volkes in Ewigkeit'. Also entweder haben Sie hier Parallelen zum 'Tausendjährigen Reich' oder eine klare religiöse Aussage! Was Drittes fällt mir hier nicht ein.

soseies
118
13.5.2010, 11:21

was regen die menschen sich auf....

neofaschisten eben, die in israel aktuell die politik bestimmen...

aber solange iran "verdächtig" wird an der atombombe zu bauen gibts`wichtigeres, als israelischer hüttenbau in besetztem gebiet...

glauben zumindest die neofaschistischen politiker israels...

ob sie sich da mal nicht vertun...

Obama - ein gescheiterter Präsident
04
13.5.2010, 11:07

Den Zirkus mit den indirekten Verhandlungen gibts doch nur, weil Obama damit das Desaster seiner Außenpolitik in Nahost übertünchen will. Herauskommen tut dabei sowieso nichts.

Plasmaball
112
13.5.2010, 11:04
Was für A........r! :(

neural forex
217
13.5.2010, 10:59

verbrecher!

Toni Gruber
11
13.5.2010, 10:56
Sicherheitsrat

Es sollte deswegen dringend der Sicherheitsrat angerufe werden, damit Obama den Offenbarungseid dort leisten muss

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