Betrugsverdacht bei US-Großbanken

13. Mai 2010, 16:09
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Falsche Informationen sollen zu Besserbewertung von Absicherungen geführt haben

New York - Die Liste der von den US-Justizbehörden untersuchten Banken wird zunehmend länger und liest sich wie ein Who is Who der internationalen Finanzbranche: Goldman Sachs, Morgan Stanley, JP Morgan Chase, Citigroup, Merrill Lynch, Deutsche Bank, UBS, Credit Suisse, Credit Agricole.

Die New Yorker Staatsanwaltschaft hat laut einem Zeitungsbericht Untersuchungen gegen die Banken im Zusammenhang mit dem Handel von Hypotheken-Papieren eingeleitet. Wie die "New York Times" am Donnerstag online unter Berufung auf zwei mit den Ermittlungen vertraute Personen berichtete, stehen die Institute im Verdacht, Rating-Agenturen durch falsche Informationen zu einer Besserbewertung ihrer Hypotheken-Absicherungen bewegt zu haben.

Konkrete Klage bisher nur gegen Goldman Sachs

Eine konkrete Klage liegt bisher nur gegen Goldman Sachs vor: Die US-Börsenaufsicht SEC wirft der Investmentbank vor, ihre Kunden bei Hypothekengeschäften getäuscht zu haben. Nun untersucht die Bundesstaatsanwaltschaft in New York gemeinsam mit der SEC, ob Morgan Stanley, JP Morgan Chase, Citigroup, Deutsche Bank und UBS ähnlich vorgegangen sind.

Der Vorwurf ist nach einem Bericht des "Wall Street Journals" (WSJ) jeweils der Gleiche: Die Banken sollen die Hypothekenpapiere auf Geheiß anderer Finanzakteure kreiert haben, die selbst gegen diese Papiere wetteten.

Banken setzten darauf, dass Wert sinkt und verkauften sie den Investoren als vielversprechend

Auch die Banken setzten teilweise darauf, dass der Wert der Papiere sinkt, während sie diese ihren Investoren als vielversprechende und sichere Wertanlagen verkauften. Mit dem Kollaps der Immobilienblase kam der Fall ins Bodenlose; die Investoren verloren Geld, während Banken und Hedge Fonds kassierten.

Untersuchung noch in früher Phase

Die Untersuchung ist dem Bericht zufolge in einer frühen Phase. Um Anklage erheben zu können, müssen die Behörden mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit beweisen können, dass ein Unternehmen oder seine Angestellten Investoren getäuscht haben. Die Staatsanwaltschaft hat bisher erst eine größere Klage im Zusammenhang mit der Finanzkrise erhoben - gegen zwei Händler von Bear Stearns - und verloren. (APA/sda/dpa)

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