"Österreichs TV-Bundesliga-Rechte nicht optimal"

12. Mai 2010, 23:10
11 Postings

Deutschlands Liga-Chef Christian Seifert kritisiert TV-Vermarktung und politischen Einfluss in Österreich

Im Rahmen des Sports Media Summit in Düsseldorf sprach DFL-Boss Christian Seifert gegenüber 90minuten.at über die TV-Rechte-Situation in Österreich. Seifert bekräftige, dass die Lösung mit einem Live-Spiel pro Runde im Free-TV nicht die optimale Lösung für Sponsoren sei. Seifert: „Wenn es ein Live-Spiel pro Runde gibt, kommen in diesem nur die Sponsoren der beiden Vereine vor." Seifert verwies dabei auf die ARD-Sportschau als optimale Lösung. „Hier haben alle Spiele die gleiche Beitragsdauer und somit werden alle Bundesliga-Sponsoren gleichermaßen berücksichtigt", so Seifert.

Kritik an politischer Einflussnahme

Seifert erzählte auch, dass er in engen Kontakt mit Bundesliga-Vorstand Georg Pangl stehe und diesen um seinen Job nicht beneide, „umgekehrt jedoch schon", scherzte Seifert. Der DFL-Chef verwies aber jedoch auch auf die schwierige Situation in Österreich mit einem sehr starken öffentlich-rechtlichen ORF, an dem man derzeit noch nicht vorbeikäme. Außerdem kritisierte Seifert die politische Einflussnahme in Österreichs Fußball.

Öffentlich-rechtlicher Auftrag

In weiterführenden Diskussionen am Sports Media Summit zu diesem Thema kam auch die Frage auf, ob es überhaupt mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag vereinbar sei, Bundesliga-Live-Spiele zu übertragen. „Vielmehr sollten sich Sender wie ARD, ZDF oder ORF auf Sportarten konzentrieren, die nicht im Rampenlicht stehen. Formel1 oder Bundesliga-Live-Matches gehören da jedenfalls nicht dazu", so die Meinung vieler Teilnehmer des Kongresses.

Werbeverbot auf ARD und ZDF

Die Diskussion über die öffentlich-rechtlichen Sender wird in Deutschland jedenfalls ehrlicher geführt als in Österreich. Thomas Jarzombek, CDU-Bundestagsabgeordneter, fordert etwa ein generelles Werbeverbot auf öffentlich-rechtlichen Sendern. Derartige Forderungen gibt es in Österreich nur selten zu hören. Zu groß ist der politische Einfluss auf den ORF. Ein Werbeverbot in Österreich würde jedenfalls bedeuten, dass die Privatsender an wirtschaftlicher Stärke gewinnen würden und damit gleichzeitig der politische Einfluss auf die Medienlandschaft sinkt. Schwer vorzustellen, dass es also hier in Österreich jemals Bewegung geben wird. Schade.

Zum Autor: Michael Fiala ist freier Journalist, PR- und Medien-Berater in den Bereichen Sport, Sportbusiness, Medien und Tourismus. Außerdem betreibt er die Plattform http://www.90minuten.at, das interaktivste Fußballportal Österreichs und die größte deutschsprachige Panini-Community. Hier tauschen Panini-Fans ihre fehlenden Pickerln.

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Christian Seifert: "Ein Free-TV-Spiel pro Runde ist nicht optimal für Sponsoren"

Share if you care.