"Wir sind kein Sparverein"

12. Mai 2010, 21:37
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Rapid-Sportdirektor Hörtnagl bastelt an Team für neue Saison: Boskovic, Jelavic, Kavlak als größte Fragezeichen

Wien  - Kurz vor dem Ende der laufenden Fußball-Meisterschaft bastelt Rapid-Sportdirektor Alfred Hörtnagl eifrig an der Mannschaft für die kommende Saison. Im Groben steht der Kader für das Spieljahr 2011, das für die Hütteldorfer schon in der dritten Juli-Woche die ersten beiden Pflichtspiele - eines im Europacup und eines in der Bundesliga - vorsieht.

Allerdings sind einige Zu- und Abgänge im Sommer auch nach dem Saisonstart alles andere als ausgeschlossen - so passiert im vergangenen Sommer, als während der Saison Erwin Hoffer und Stefan Maierhofer verkauft und Hamdi Salihi verpflichtet wurde. Diesmal gilt Nikica Jelavic als heißer Wechselkandidat. "Bisher ist in dieser Sache niemand konkret an uns herangetreten. Wenn, dann wird das wahrscheinlich später passieren", erklärte Hörtnagl.

Auch Veli Kavlak könnte den Verein in Richtung Ausland verlassen. "Wir werden sehen, ob es so kommt, wie er sich es vorstellt. Es ist aber auch von mir in den Raum gestellt worden, dass wir mit ihm verlängern", sagte der Tiroler über den ÖFB-Teamspieler, dessen Vertrag in Wien-Hütteldorf mit Jahresende 2011 ausläuft.

Boskovic noch nicht aufgegeben

Mit Branko Boskovic steht ein dritter Stammspieler vor dem Absprung. Die Verhandlungen mit dem Montenegriner verliefen bisher ergebnislos, auch wenn Hörtnagl noch nicht aufgegeben hat. "Wir werden bei ihm noch einmal einen Versuch starten."

Für diverse Abgänge wäre Rapid nach den Angaben des Tirolers auf jeden Fall gerüstet, und außerdem hätte ein geringer Aderlass auch etwas Gutes. "Wenn in der Vergangenheit der eine oder andere Abgang nicht erfolgt wäre, wären zum Beispiel ein Drazan oder ein Jelavic nicht so hervorgetreten. Eine gewisse Fluktuation kann positiv sein, wenn sie nicht übertrieben wird. Alle Spieler auf Druck zu halten, wäre schlecht", betonte der Sportdirektor.

Ziehen lassen hat man zuletzt etwa Hoffer, Maierhofer und Ümit Korkmaz, von den daraus lukrierten Geldern verwendete Rapid einen Gutteil zum Schuldenabbau - Knausrigkeit will sich Hörtnagl dennoch nicht nachsagen lassen. "Sparverein sind wir keiner. Wir haben für Spieler Geld ausgegeben und werden das auch in Zukunft tun", meinte der 43-Jährige mit Hinweis auf die für Maierhofer, Salihi, Jelavic, Ragnvald Soma oder Hannes Eder bezahlten Ablösen.

"Der für Österreich einzig gangbare Weg"

Die Philosophie, stark auf den eigenen Nachwuchs zu setzen und immer wieder Spieler von den Amateuren zu den Profis hochzuziehen, werde konsequent weiterverfolgt. "Das ist ein vorbildhafter Weg und der für Österreich einzig gangbare Weg. Ich kenne genügend andere Beispiele, habe sogar selbst eines erlebt und möchte so etwas nicht noch einmal erleben", meinte der ehemalige Spieler des in Konkurs gegangenen FC Tirol.

Immerhin habe man in den vergangenen Jahren ein erfolgreiches Team zusammengestellt und gleichzeitig schwarze Zahlen geschrieben. "Wir haben ein gutes Budget, in dem wir nächste Saison noch mehr für die Kampfmannschaft zur Verfügung haben als in diesem Jahr, und wir haben eine schlagkräftige Mannschaft. Bei dieser sportlichen und wirtschaftlichen Stabilität kann man nur zufrieden sein", meinte Hörtnagl.

Was bleibt, ist die krasse finanzielle Überlegenheit von Red Bull Salzburg - doch die könnte sich künftig nicht mehr so extrem wie bisher in der Transferpolitik und damit in der Kader-Qualität widerspiegeln. Schließlich kündigte Dietrich Mateschitz an, in Bälde mit einem "quasi U-21 Team mit einem möglichst hohen Anteil an Spielern aus unseren Akademien" antreten zu wollen. "Bei Red Bull kann ich mir durchaus vorstellen, dass sie weiter in diese Richtung arbeiten", meinte Hörtnagl. (APA)

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    Spart Rapid beim Gehalt des Montenegriners?

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