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Rausholen, was nicht reingehört

12. Mai 2010, 19:11
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Letztes Jahr im September gesellten sich zu Barsch, Elritze, Hecht – und wie die Fische alle heißen, die sich im Traunsee tummeln – Feuerwehrtaucher. Ihre Mission: Großreinigung in Österreichs tiefstem See

Der Traunsee wird, wie zahlreiche anderebeliebte Badeseen in Österreich, von den Bundesforsten betreut. Das schließt auch eine allfällige Reinigung mit ein. "Es werden zwar Gartensessel, alte Reifen, Einkaufswagerln, sogar funktionstüchtige Fahrräder herausgeholt", erzählt Andreas Gruber, Leiter des Forstbetriebs Traun-Innviertel, indessen Betreuungsbereich der zweitgrößte See Oberösterreichs fällt, "aber meistens sind es unspektakuläre Dinge wie Dosen und Glasflaschen."

Jene "kleinen Dinge", die einen umso größeren Schaden anrichten können - zumal sie in Ufer-, ergo Badenden-Nähe, zu finden sind. Deshalb sollte die Seenreinigungsaktion idealerweise auch vor der Badesaison stattfinden. "Letztes Jahr im Juni aber führte die Traun, die den See hauptsächlich speist, Hochwasser", erinnert sich Robert Benda, Bezirksfeuerwehrkommandant des Bezirkes Gmunden und Mitorganisator der nassen Großreinigungsaktion, "deshalb mussten wir das Ganze verschieben." Denn das Wasser des 191 Meter tiefen Sees, sonst glasklar, war durch den vermehrten Sedimenteintrag trüb. Bendas Feuerwehrtaucher-Kollegen hätten quasi im Dunkeln getappt.

Der See, sagt Bender, brauche mindestens zwei Wochen, um wieder klar zu werden. Der Unterwasserputz wurde schließlich, sozusagen nach Badeschluss, auf Ende September verlegt. An nur einem Tag fischten die 100 freiwilligen Feuerwehrtaucher aus ganz Oberösterreich rund anderthalb Tonnen Müll aus dem Gewässer. Wir beschränken uns hauptsächlich auf jene Bereiche, wo gebadet wird", schildert Gruber, und Benda ergänzt: "Wir tauchen in 10 bis maximal 15 Meter Tiefe. Die einzelnen Abschnitte werden vorher gemeinsam mit den Bundesforsten festgelegt." Die Tauchergruppen wiederum teilten sich diese untereinander auf. Unterstützung erhielten die Putzer-Taucher auch von der lokalen Wasserrettung, die unter anderem ihre Boote zur Verfügung stellte - irgendwie muss der Dreck ja auch an Land gebracht werden. Gesamtorganisation und Finanzierung der Müllentsorgung übernahmen die Bundesforste. Die ganze Aktion, sagt der Bezirksfeuerwehrkommandant, sei letztendlich auch eine schöne Abwechslung für die Taucher und zudem eine gute Übung. "Danach sitzen wir noch gemütlich beisammen und besprechen das Erlebte beim Essen." Das wurde übrigens von den Bundesforsten gesponsert. Ehrensache. Und weil die Zusammenarbeit so gut funktioniert, soll es heuer auch eine Fortsetzung der Seenreinigungsaktion geben.

  • Artikelbild
    foto: öbf/aichinger, simmlinger
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