Salzburg "so gut wie ausverkauft"

12. Mai 2010, 17:39
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Immobilienring-Präsident Gressenbauer: Angebot in großen Städten wird knapp - Kanzleien-Netzwerk machte 2009 rund 40 Millionen Euro Umsatz

Immer mehr Österreicher ziehen die Anbindung an eine sehr gute Infrastruktur dem Wohnen im Grünen vor. Trendforscher prognostizieren eine weitere Verschärfung dieses Trends, die Landflucht sorgt für hohe Nachfrage nach innerstädtischen Lagen.

Auch Energiekosten sind mittlerweile ein wichtiger Faktor bei der Suche nach einer neuen Behausung; diese sind unter dem Strich bei einem Einfamilienhaus höher als in einer Wohnung. "Je zentraler die Wohnung liegt, desto begehrter ist sie, und das hat auch seinen Preis", erklärt der Präsident des Immobilienrings (IR), Andreas G. Gressenbauer. Im direkten Vergleich legen Eigentumswohnungen in zentraler Lage am meisten an Wert zu, Wochenendhäuser am Stadtrand seien die großen Verlierer. "Dort, wo man auf das Auto angewiesen ist, will keiner mehr hinziehen." Kurz: "Alle wollen alles, und das direkt vor der Wohnungstür."

Salzburg "so gut wie ausverkauft"

Dieses Szenario gilt aber nicht nur für Wien, sondern auch für alle anderen Landeshauptstädte und auch für kleinere Landgemeinden. "Es gibt viele Anleger, die im großen Stil denken, aber es gibt kaum mehr ein Angebot in Salzburg. Viele suchen daher ihre Häuser in Wien und kaufen dort", so Gressenbauer über die Situation in der Mozartstadt. Diese sei "so gut wie ausverkauft".

Auch bei Wohnungen sei die Situation nicht anders. "Zwei-Zimmer-Wohnungen mit Balkon und Parkplatz in guten bis sehr guten Lagen sind die Benchmark, die gesucht wird. Auch hier ist der Markt knapp, denn diejenigen, die gute Wohnungen haben, die verkaufen auch nicht, wenn sie nicht müssen."

Andererseits stünden in Graz zur Zeit etwa 11.000 alte Wohnungen leer, für die sich keine Interessenten finden. Stattdessen steigt die Nachfrage nach Neubauten, die Mangelware sind und daher auch relativ teuer.

Wiener Süd-Osten profitiert von der U-Bahn

In Bregenz lege man auf gute Bauqualität so viel Wert wie sonst in keiner anderen Landeshauptstadt. "Hier eine günstige, leistbare Wohnung zu finden, ist schwierig geworden." Auch Innsbruck sei von der Landeshauptstadt zu einer kleinen Metropole im Westen Österreichs aufgestiegen, und damit auch das Preisniveau der Immobilien. Hauptproblem ist mangelnder Baugrund.

St. Pölten punktet mit der neuen Hochleistungsbahn, die ab 2012 die niederösterreichische Hauptstadt mit Wien-Mitte verbinden wird. Auch das treibt die Immobilienpreise in die Höhe. "Und in Wien boomen die Bezirke an der Südost-Peripherie und der Süden", weil hier von der ausgebauten U-Bahn profitiert werde, erklärt Gressenbauer. "Gefragte Standorte verlagern sich und bedeuten für den Immobiliensektor neue, große, aber auch interessante Herausforderungen."

40 Millionen Euro Umsatz 2009

Eine Herausforderung war für die Mitglieder des Immobilienring auch das Jahr 2009. Trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen auf dem heimischen Immobilienmarkt habe man im Vorjahr aber wieder einen Honorarumsatz von etwas mehr als 40 Millionen Euro erzielen können, so Gressenbauer. Dies, obwohl von 13 Unternehmen - es handelt sich beim IR um einen Zusammenschluss unabhängiger Maklerkanzleien - keine Zahlen an den zur Listung beauftragten Notar gemeldet worden seien. 2008 war ein Volumen von etwa 36 Millionen
Euro erzielt worden.

Knapp über 30 Millionen Euro Umsatz wurden 2009 allein im Raum Wien, Niederösterreich und Burgenland erwirtschaftet, wo etwa zwei Drittel der österreichischen Makler tätig sind. Die Zahl der Mitglieder blieb mit 65 Kanzleien an rund 90 Standorten konstant.

Um in den Immobilienring aufgenommen zu werden, müssen Maklerkanzleien bestimmte Kriterien erfüllen: Praxis und Markterfahrung von mindestens fünf Jahren sowie ein fixer Bürostandort mit professioneller Struktur und der Abschluss einer Vermögensschadenhaftpflichtversicherung gehören dazu. (red)

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