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"Wir Menschen verbrauchen zu viel von der Erde"

Michael Hausenblas, 12. Mai 2010, 16:22
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    foto: rene van bakel

Umweltminister Nikolaus Berlakovich im Gespräch über den Wert der Natur

Umweltminister Nikolaus Berlakovich mag Pilze, Eichen und nasse Wiesen. Über die neue Sehnsucht nach und den Wert der Natur sprach er mit Michael Hausenblas bei einem Waldspaziergang.

***

Märchenwald, Zauberwald, Räuberwald. Was fasziniert den Menschen am Wald? 

Nikolaus Berlakovich: Es geht um Einzigartigkeit, um das Dunkle, das Mystische. Als ich zuletzt mit meiner Familie im Wald spazieren war und es allmählich dunkel wurde, hatte das schon auch etwas Unheimliches. 

Wie alt schätzen Sie diese Eiche dort drüben? 

Nikolaus Berlakovich: Ich würde sagen, 50, 60 Jahre. 

Glauben Sie, dass damals schon jemand an Umweltschutz gedacht hat? 

Nikolaus Berlakovich: Ich glaube schon. Der Begriff der Nachhaltigkeit stammt ja aus der Forstwirtschaft und ist vor 150 Jahren erstmals im Forstgesetz vorgekommen. Dieses Bewusstsein ist natürlich besonders in den letzten Jahrzehnten gewachsen. Durch die Hainburger Au, Tschernobyl usw. 

Und wenn wir versuchen, in die Zukunft zu blicken. Was würden Sie gern an diesem Ort in 50, 60 Jahren sehen? 

Nikolaus Berlakovich: Dieselbe Pflanzenvielfalt, die man auch jetzt sieht. Diese Eiben dort unten, den Holler, diesen Nussbaum etc. Wir sind heuer übrigens im Jahr der Artenvielfalt. 

Können Sie sich an Ihr erstes Erlebnis im Wald erinnern? 

Nikolaus Berlakovich: Ich bin schon immer sehr gerne Schwammerl suchen gegangen. Heute habe ich leider nur mehr sehr wenig Zeit dafür. Aber es war immer toll, mit den Eltern im Wald zu sein, einen Pilz zu finden und etwas über die Natur zu erfahren. Da entwickelte sich schon sehr früh eine Liebe zur Natur. 

Natur wird gern als Idylle bezeichnet? Ist das nicht bloß romantisch? 

Nikolaus Berlakovich: Klar. Gerade dieses Waldstück hier ist ja auch sehr idyllisch, zur Natur gehört aber auch der abgestorbene Baum dort drüben. Man sieht, in der Natur findet auch ein Verdrängungswettbewerb statt. 

Wie würden Sie einem Sechsjährigen den Begriff Klimawandel erklären? 

Nikolaus Berlakovich: Wir Menschen verbrauchen zu viel von der Erde. Dadurch steigt die Welttemperatur so stark an, dass sich die Lebensbedingungen, wenn es so weiter geht, verschlechtern und es nicht so schön und gemütlich bleiben würde, wie es derzeit ist. 

Verraten Sie uns Ihre größte Umweltsünde? 

Nikolaus Berlakovich: Meine größte Umweltsünde ist, dass ich berufsbedingt immer noch viel mit dem Auto fahre. Aber ich freu mich auch, dass ich zumindest für den städtischen Bereich der erste Minister bin, der ein Elektroauto als Dienstwagen hat. 

Wie erklären Sie sich die neue Sehnsucht nach Natur? 

Nikolaus Berlakovich: Ich denke, die Menschen sind heute einfach durch ihren Berufsalltag immens gefordert. Daraus entsteht so etwas wie eine Sehnsucht danach, barfuss über eine nasse Wiese zu gehen. Es geht um Ursprünglichkeit, um ein Spüren der Natur. Die Menschen sehnen sich nach Beständigkeit. Natur ist Beständigkeit. 

Aber Natur kratzt und sticht auch. Sie kann stinken und sogar töten. Wird das im Zusammenhang mit diesem lifestyligen Naturbild nicht zu sehr ausgeblendet? 

Nikolaus Berlakovich: Klar merkt man, dass Menschen, die wenig mit Natur zu tun haben, dazu neigen, die Natur zu romantisieren. Dabei bedeutet Natur auch beinharter Überlebenskampf. Ja, Natur ist auch rau. Mit dem sollte man umgehen können, sonst ist das Bild von der Natur ein falsches. Es geht darum ein Bewusstsein für die Natur zu entwickeln. Wenn ich Erde rieche und nassen Wald, dann weiß ich, wofür ich arbeite. 

Sogar die Pariser Modewoche setzte heuer stark auf "Zurück zur Natur". Was halten Sie davon? 

Nikolaus Berlakovich: Grundsätzlich find ich das gut. Das Bild von der Natur muss aber ein richtiges sein, kein verkitschtes, verdrehtes. Eine deutsche Studie besagt, dass nur jeder dritte Schüler zwischen 12 und 15 Jahren jemals einen Käfer oder Schmetterling auf der Hand hatte.

Wann hatten Sie ihren letzten freiwilligen Kontakt zu einem Krabbeltier? 

Nikolaus Berlakovich: Das war gestern. Ich habe eine Florfliege bewundert. Das ist so ein dünnes, hellgrünes Insekt mit großen Flügeln.

Sehen Sie sich Klimawandel-Katastrophenfilme im Stile von "The day after tomorrow" an? 

Nikolaus Berlakovich: Ja, schon. Wenn man den Action-Teil weglässt, hat das schon einen gewissen Unterhaltungswert. Mir geht es natürlich um ein realistisches Verhältnis. Es ist klar, dass es einen Klimawandel gibt, den wir bremsen und verhindern müssen. Die Natur ist in Wahrheit vom Menschen nicht beherrschbar. Und das ist auch gut so.

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Posting 1 bis 25 von 60
1 2
AndreasM2
00
Wir zerstören unser letzen Flüsse

Wie zum Beispiel die Mur
siehe: www.rettetdiemur.at

Max Nolte
00
IV. Ein völlig schwachsinniges Interview

und noch etwas vielleicht zur Ehrenrettung von Niki Berlakovic, wenn es nach wie vor stimmt, ist er der einzige Minister, der mit einem kleinen eMobile in der Stadt unterwegs ist und nicht mit einem Benzinfresser. Das sollte gesetzlich für die dienstautoberechtigten Mandatare vorgeschrieben werden, mit entsprechenden Solartankstellen. Die Technologie ist bereits verfügbar vor allem für Fahrten in der Stadt oder näheren Umfeld (funktioniert bereits in Vorarlberg und in der Stmk). Wird aber sicher von der Benzinlobby verhindert werden.
Und im übrigen könnte jeder einmal überprüfen wie sehr er durch seine Lebensführung die Umwelt belastet:
z.B. http://www.wwf.ch/de/tun/ti... f_schweiz/
Das wäre an sich Thema gewesen

Max Nolte
00
III. Ein völlig schwachsinniges Interview

ist alles etwa im NöLdJagdgesetz geregelt. Chef dieser Bande ist der Landesjägermeister (und Raika-Chef) Konrad - bekannt auch aus diversen Seitenblicken.
Übrigens Raiffeisen - Düngemittel, gentechnisch verändertes Saatgut (Monsanto, ect.), Abhängigkeit der Bauern durch Verschuldung, sinnlose Monokulturen, Überproduktion zu Gunsten der Hersteller von Düngemitteln, ect. Alles ein Refugium des Bauernbundes und Raiffeisen (nicht nur in Österreich).
Weiter Unterdrückung von alternativen Energielösungen, obwohl - wie etwa in Güssing (völlig autark), oder Gemeinden im Schwarzwald - schon längst realisierbar durch Kraftwerklobbies, wo etwa kürzlich W. Schüssel in den Dienst gestellt wurde (neben Bundeskanzlerpension und Abgeordnetengehalt).

Max Nolte
00
II. Ein völlig schwachsinniges Interview

Wenn die Jagd angesprochen wurde, so ist es gerade die Jagd (einiger weniger Priviligierter), die in den letzten Jahrhunderten, das Gleichgewicht der Natur nachhaltig verändert hat (die natürlichen Feinde wurden ausgerottet). Heute kommen die Jäger überhaupt nicht mehr nach etwa den Wildschweinbestand eingedämmt zu halten, weil sie wahrscheinlich spätestens um Mitternacht besoffen von den Hochständen fallen, statt bis zur zweiten Nachthälfte zu warten, wo man diese Tiere dann jagen kann. Bären, Luchse oder Wölfe werden aber rückschtslos abgeknallt, weil sie sonst das Wild dezimieren würden. Das Wild, das durch Überbevölkerung wieder den Baumbestand durch Verbiss schädigt.

Max Nolte
00
I. Ein völlig schwachsinniges Interview

das mit Umweltschutz überhaupt nichts zu tun hat. Aber sicher mit anderen Problemen, etwa, dass die heutige Stadtbevölkerung bezüglich Natur völlig vertrottelt ist. Schließlich wurden in den Generationen massenweise Kinder vor der Glotze geparkt, statt wie früher in die Natur geführt wurden. Das gipfelt etwa in Dingen, dass Wiener Kinder auf einen Musterbauernhof (ich glaube am Kahlenberg) geführt werden, damit sie erfahren woher die Milch kommt (so sie nicht schon Mc_ColaKids sind).
Darüber hinaus gibt es eine immer größere Menge von Vollidioten, die glauben, dass im Winter etwa Weintrauben vom Billa, Zielpunkt oder sonst wo kommen, geschweige denn Knoblauch aus China (nur wenige Beispiele). Und die KonsumIdioten kaufen das auch.

Wesentliches (Un)Wesen
00

ÖVP Umweltminister ist der gemütlichste Job Österreichs.

Die MA2412 ist dagegen ein tödliches Arbeitslager.

mother miles
00
21.5.2010, 15:43
letztklassiges feelgood-geschwafel

von einem pronouncierten parteigänger der atomlobbyisten, der großindustrie und der agroindustriellen monokultur.

"zauberwald..." und der journalist kriecht ihm auch noch hinten rein; wer hat das interview geführt, stefan petzner?

Peter Rauschebart
00
21.5.2010, 10:12
Komisches Interview......

Komische Fragen, auf die es nur komische Antworten geben kann!!

Inno Vision
 
00
21.5.2010, 10:08
Wunderbar, die Worte des Ministers

ob die in der ÖVP - bie Raifeisen, etc., auch gehört und verstanden werden?
Soweit ich weiß verkauft man da Tonnen Kunstdünger und predigt vom Wirtschaftswachstum, damit jeder eine Arbeit hat.
Und trotzdem haben immer weniger Arbeit und vor allem eine vernünftig bezahlte und vernünftige Arbeit.
Und die Spekulation und die Gewinnmaximierung blüht.
Die Postämter werden zugesperrt, die Briefkästen abmontiert und die großen in der Landwirtschaft kriegen Förderungen, dass sie sich Taglöhner bezahlen können.
Verrückte Ellbogengesellschaft und kriminelle Politik, unter Schüssel hoffähig gemacht reiben sich die Hände.
Wenigen Multimillionären, die einfach und spekulativ zu Geld kommen, stehen geschundenen Arbeits- Wegwerf - Sklaven gegenüber.

Karin Stadler2
00
20.5.2010, 21:00
Der Herr ist Umweltminister?

Bin da nicht mehr so am laufenden, was sich in Oe so abspielt. Was recht erholsam sein kann.

Wenn jemand so daher faselt, dann Gute Nacht.

Allein die Formulierung - meint er damit, dass die Menschen zu viele Resourcen verbrauchen. Da hat er allerdings recht.

Massnahmen, Massnahmen Herr Minister, auf internationaler Ebene und im eigenen Land, dafuer werden Sie bezahlt.

Jo H
01
20.5.2010, 20:23

wir haben eine fastfood-landwirtschaft, mein lieber herr!

E_Rybin
00
20.5.2010, 20:01
Perfid wenn ein Jäger über Natur redet...

für diese Überbleibsel der Steinzeit ist Natur das, was man mit dem SUV durchfährt um möglichst bequem möglichst viele extra herangezüchtete Tiere abzuknallen...

Mahatma Mahatmaned
00
20.5.2010, 18:17

Standard-Sätze ohne Hirn sind das.

Was soll das heißen, wir Menschen verbrauchen zu viel von der Natur?

Die Politiker haben es doch selbst in der Hand hier etwas zu ändern, aber solange man auf einem zinsbasierten Wirtschaftssystem baut, ist ein Wirtschaftswachstum notwendig und somit immer mehr Umweltzerstörung.

der_Troubadour
00
20.5.2010, 23:42

da ging es darum einem sechsjährigen den klimawandel zu erklären.

aber gut, kann ja nicht jeder verstehen

ProfKreuzundQuer
00
20.5.2010, 18:10
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mehr gibts dazu nicht zu sagen ....

Wolfi Krawattl
00
20.5.2010, 17:50
Wenn man...

den Gehalt vom Herrn Minister in wirklich sinnvolle Umweltschutzmassnahmen investieren würde wäre das ein sehr sehr hoher Prozentsatz, dessen jetzt für wirklichen Umweltschutz ausgegebenen Betrages, denn das meiste ist ja nur Larifari was das Umweltschtzministerium da veranstaltet!
Der Umweltschutz in Österreich wird ja vom Ministerium nicht nach Projekten beurteilt sondern einzig und allein vom Budget!

smea_gol
01
20.5.2010, 17:24
natur- und Umweltverbunden, naja

http://wien.orf.at/stories/418571/

Auszug: [...] Mehr mit der Jagd vertraut dürften Vizekanzler Josef Pröll (ÖVP) und Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich (ÖVP) sein. Pröll erlegte erst am 4. Jänner ein Wildschwein, Berlakovich zu Silvester ein Reh. [...]

Tiere töten aus "spaß" (da man Pröll und Berlakovich wohl kaum als professionelle Jäger/Förster bezeichnen kann). Solche Menschen werden (Umwelt)Minister. traurige Welt.

Mahatma Mahatmaned
00
20.5.2010, 18:14

Er hat ja im Interview gesagt, dass das Leben in der Natur manchmal hart und rau ist.

Wolfi Krawattl
00
20.5.2010, 17:54
Kann ihmem leider...

nur beipflichten! Das Umweltministerium ist eigentlich nur ein Posten der das Geld per Freunderlwirtschaft im Land verteilt und umweltschädliche Projekte im Ausland finanziert damit das CO2 in Österreich sinkt!
Im Grunde eine Schande!

Wolfi Krawattl
00
20.5.2010, 17:55
IHNEN statt ihmem

good vibration
10
20.5.2010, 16:52
Nein, nicht wir Menschen, sondern die massiv gestützte Radikal-Landwirtschaft mit ihren neuen Agrar-Fabriken

..die Bauern sind unter Dollschüssel massiv ausgestorben, Herr "Blut-und Boden-mister"
dazu noch die Raika mit dem unsinnigen bis perversen Bio-Sprit, bei dem nicht mal Steuern anfallen, das meinen Sie vielleicht mit rauer Natur, ist aber in Wirklichkeit "Das Große Fressen", geplant von den Bauernbündlern

radikal
01
20.5.2010, 16:00
"Wir Menschen verbrauchen zu viel von der Erde"

ja nur "Wir" wer soll das sein?

die nimmersatten industriellen werter herr minister

radikal
00
20.5.2010, 16:07

eure allerliebsten freunde - sozusagen

Eckman
01
20.5.2010, 15:43

Sehr natürlich wie er da im Anzug einen Waldspazierung unternimmt, der Niki. Danke dass ich das auch noch bezahlen durfte. Schäm Dich und bleib gleich im Wald.

derpradler
01
20.5.2010, 15:37
AHA

Bei meiner EHR! Haben die Banken noch nie so abkassiert wie unter den SCHWARZEN. Wo hat in dieser Politik die "ERDE" überhaupt einen Stellenwert?

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