Die Mafia ist museumsreif geworden

12. Mai 2010, 17:43
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Mitgestalter Oliviero Toscani ließ sich das Akronym MAFIA als Markennname sichern

Rom - In der sizilianischen Kleinstadt Salemi ist Italiens erstes Mafia-Museum eröffnet worden. In den zwölf Sälen des Museo della Mafia sind Dokumente, Bilder, Fotografien, Installationen und Zeugnisse ausgestellt, die die kriminelle Geschichte der sizilianischen Mafia in den vergangenen 150 Jahren erzählen. Initiator des Projekts ist der Bürgermeister von Salemi und Ex-Kulturminister Vittorio Sgarbi, der mit einem beschränkten Budget von 60.000 Euro das multimediale Museum zu Ehren des verstorbenen sizilianischen Schriftstellers Leonardo Sciascia entworfen hat.

Mit beeindruckenden Installationen wird die Aufmerksamkeit des Besuchers auf die illegale Bauwirtschaft gerichtet, mit der sich die Mafia auf Sizilien bereichert hat. Ein Tunnel mit Fotografien der von Bausünden zerstörten Stadt Palermo führt zu einem Zementpfahl, in dem die Leiche eines Mafia-Opfers eingemauert wurde. Beeindruckend sind auch zehn multimediale Wahlkabinen, die symbolisch den engen Bezug zwischen Mafia und korrupter Politik bezeugen sollen. Der belgische Künstler Patrick Ysebaert hat 80 Gemälde der bekanntesten Mafia-Opfer für das Museum gemalt. Weitere Installationen weisen auf die Beziehung zwischen Mafia und Religion hin.

Oliviero Toscani in Aktion

Das Logo des Museums, das am Dienstag von Italiens Staatspräsidenten Giorgio Napolitano eingeweiht wurde, ist ein roter Blutfleck in der Form Siziliens. Entworfen wurde das Logo vom Fotografen Oliviero Toscani, der mit seinen provokativen Werbekampagnen für die Modegruppe Benetton zum Star geworden ist. Toscani ist Stadtratmitglied Salemis. "Mit der Einweihung dieses Museums hoffen wird, dass die Mafia auf Sizilien bald tot sein wird", erklärte Sgarbi.

Toscani ließ kürzlich das Wort "Mafia" als Markennamen registrieren. Das Akronym MAFIA steht für "Mediterranean association for international affair". Damit will Toscani Kommunikationsprojekte auf Sizilien fördern.  (APA)

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