5.000 Kilometer mit einem Liter Sprit

12. Mai 2010, 14:32
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Wie weit kommt man mit einem Liter Sprit. 213 Teams versuchen sich jährlich am minimalem Spriteinsatz - mit Video

Lausitzring - Wie weit kommt man mit einem Liter Sprit. Dieser Frage gehen seit Jahren Teams aus aller Herren Länder mit eigens gebauten futuristisch aussehenden Gefährten auf den Grund und versuchen sich im Auftrag von Shell am minimalem Spritzeinsatz. Heuer ging die Sache so aus: Gleich zu Beginn wurden beim 26. Shell Eco-marathon alle Rekorde gebrochen. Ein französisches Team fuhr mit umgerechnet einem Liter Kraftstoff fast 5.000 Kilometer mit seinem Brenstoffzellenfahrzeug. Mit 4.896 Kilometer konnte das Team "polyjoule" aus Nantes die Höchstmarke der ETH Zürich aus dem Jahr 2005 von 3836 Kilometern weit übertreffen. "Das hätten wir niemals gedacht. Unser Fahrzeug hat gestern noch nicht einmal den Testlauf geschafft", freute sich Teamleiterin Pauline Tranchard. Bereits im letzten Jahr hatten die Franzosen auf dem EuroSpeedway Lausitz alle anderen Teams auf die Plätze verwiesen. Unter den 213 Teams behaupteten sich auch die Österreicher gut: Die TU Graz fuhr bei ihrem Shell Eco-marathon Debut aus dem Start heraus gleich unter die Top 20.

Der Shell Eco-Marathon (SEM) - stattgefunden hat der Bewerb heuer am 10. Mai - ist ein Wettkampf um das am wenigsten Energie verbrauchende Fahrzeug der Welt. Auf einem Kurs von ca. 25 Kilometern Länge gilt es, so wenig Kraftstoffäquivalent zu verbrauchen wie möglich. Die Fahrzeuge werden mit dem Ziel konstruiert, so wenig Energie wie möglich zu verbrauchen. Leichtbauweise, stromlinienförmige Karosserien, spezielle Materialien wie Kohlenstofffasern, Teflon, hochfestes Aluminium oder Holz werden verwendet, um die mobilen Sparmeister zu bauen. Gestartet wird in zwei Kategorien. Während der Fantasie bei den Prototypen keine Grenzen gesetzt sind, ist bei den UrbanConcepts Fahrzeugen Straßentauglichkeit Pflicht.

Die Geschichte des Rennens geht auf eine inhaltlich vergleichbare Wette zurück, die Wissenschaftler (der Firma Shell) im Jahre 1939 schlossen. 1985 wurde der SEM in seiner derzeitigen Form erstmals in Frankreich ausgetragen. Mittlerweile finden jährlich Wettkämpfe auf dem Rockingham Motor Speedway (Großbritannien, Shell Eco-marathon UK), dem Auto Club Speedway (Shell Eco-marathon Americas) und dem Circuit Paul Armagnac (Shell Eco-marathon Europe) statt. Seit 2009 wird der europäische Wettbewerb auf dem EuroSpeedway Lausitz ausgetragen.(red)

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