Unerwartet

Studie: iPad-Apps haben ein Usability-Problem

12. Mai 2010, 13:33
  • Artikelbild
    foto: usa today

    Außergewöhnliche Navigation bei USA Today App.

Vergrößerte iPhone-Interfaces und wilde Ideen nachteilig - Nutzer waren überrascht

Die ersten iPad-Apps mögen wunderschön aussehen, doch haben sie teils massive Usability-Probleme. So ist es für User schwer zu durchschauen, wie genau die Bedienung und die Navigation durch die gebotenen Inhalte funktionieren. Zu diesem Schluss kommt die Norman Nielsen Group in einer aktuellen Studie. Dabei wurden sieben Testnutzer, die allesamt regelmäßig das iPhone nutzen, auf das Apple-Tablet und diverse Apps losgelassen.

Kopie

Die Probleme fangen demnach schon dabei an, dass zu oft iPhone-Rezepte kopiert werden, ohne die unterschiedlichen Displaygrößen wirklich zu berücksichtigen. "Aus Interaction-Design-Sicht sollte ein iPad-User-Interface nicht einfach ein vergrößertes iPhone sein", betonen die Usability-Experten. Doch auch die Experimentierfreudigkeit von Entwicklern ist nachteilig.

Interface-Wildwuchs

Ein Grundproblem bei iPad-Apps ist der Norman Nielsen Group zufolge, dass es im Gegensatz zu Desktop-Computern keinerlei Konventionen gibt, wie die Bedienung funktionieren sollte. Daher probieren es Entwickler mit allen möglichen, teils "verrückten" Interfaces. Für den User ergibt sich das Problem, dass er zwar überall den Bildschirm berühren kann, aber letztendlich nicht weiß, wo das auch im Sinne der Content-Navigation etwas bringt.

Ein Beispiel ist, dass das Berühren von Bildern in einer iPad-App beispielsweise zum Vergrößern, zum Aktivieren eines Links oder auch einfach zu nichts führen kann. Bei der App der Zeitung USA Today wiederum ruft ein Touch auf die Logo-Grafik ein Navigationsmenü auf. "Das war wohl die unerwartetste Interaktionsmöglichkeit, die wir getestet haben, und kein einziger Nutzer ist darauf gekommen", heißt es in der Studie.

Grundprobleme

Während die Verantwortung für viele verwirrende Ideen klar bei App-Entwicklern liegt, ist Apple an Usability-Problemen doch mitverantwortlich. Die Idee eines Tab Bars am unteren Rand des Bildschirms stammt direkt aus Cupertino und ist vom iPhone übernommen. Doch der Studie zufolge wird die beim Smartphone nützliche Navigationsleiste am Tablet leicht übersehen. Denn die Aufmerksamkeit der Nutzer ist beim größeren Display auf ganz andere Bereiche gerichtet.

Im Vergleich zum iPhone bietet das iPad freilich den Vorteil, dass klassische Webseiten eher sinnvoll nutzbar sind. Allerdings sei es jeder Webseite, die iPad-User anlocken will, dringend zu empfehlen, große Touch-Zonen zu nutzen. "Text, der groß genug zum Lesen ist, ist zu klein zum Berühren", erklärt die Norman Nielsen Group.

Die Studie ist frei verfügbar. Apple möchte zur Usability-Kritik indes nichts sagen. "Wir kommentieren die Studien zu dem iPad von Dritten nicht", heißt es auf Nachfrage. (pte/red)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 51
1 2
daarth
17
13.5.2010, 10:40
Bevor der nächste kommt, und meint, dass sieben Personen zu wenig seien

http://www.useit.com/alertbox/... 00319.html

Usability-Test sind keine Meinungsumfrage.

Gemueseknolle
50
13.5.2010, 10:02
ich bin ja sehr apple-uid-kritisch...

...aber eine usability-studie mit nur 7 (in worten: sieben!) personen durchzuführen, reicht bei uns auf der tu nicht mal für eine bakk arbeit. und daraufhin allgemeine aussagen zu treffen, ist quasi schon unwissenschaftlich.

Ro_bert
00
13.5.2010, 17:56

Bei Apple-Artikeln gehts nicht um Wissenschaft sondern um Emotionen.
DerStandard bemueht sich anscheinend verzweifelt den Geschmack der Leserschaft zu treffen - bei positiven Artikeln laufen die Basher Amok, jetzt ist grad das andere Extrem dran.

daarth
01
13.5.2010, 10:41

Wenn du auf der TU wärest, wüsstest du:
N(1-(1-L)n)

Gemueseknolle
20
13.5.2010, 17:57

das soll jetzt wohl ein scherz sein, oder?

daarth
01
13.5.2010, 10:32

Wie oft noch? Mit 9 Personen hat man bereits ca.90% aller Probleme aufgedeckt. Lies nach, Google ist dein Freund.

Gemueseknolle
20
13.5.2010, 10:34

schlichtweg falsch. es kommt auf die grundgesamtheit an, über die man aussagen treffen will. und vor allem die art der untersuchung (quantitativ oder qualitativ). in der hier gezeigten studie wurden ein quantitaviver zugang gewählt (e.g. abzählen von fingerbewegungen usw...) => quantitiver ansatz => zu kleines sample

somethingbeautiful
01
13.5.2010, 11:45

da muss man daarth recht geben, hoffe ihre bakk-arbeit beschäftigt sich nicht mit der thematik ;-)

daarth
00
13.5.2010, 10:58

Blödsinn. Siehe oben. Was du schreibst, stimmt schlichtweg nicht.

Ro_bert
00
13.5.2010, 08:25

Eine App die so muehsam zu bedienen ist wie MS Office '07 muss erst noch geschrieben werden.

palindromix ...
02
13.5.2010, 09:42
das war jetzt ironisch gemeint, oder?

ms office 07 finde ich nämlich sehr durchdacht und einfach anzuwenden. wer es täglich braucht, der schätzt es schnell im vergleich zu den bisherigen office paketen.

somethingbeautiful
00
13.5.2010, 11:47

kann ich nur zustimmen. anfangs dachte ich mir was die UI-umstellung soll, man findet ja nichts mehr ...

nach knapp einer woche in benutzung will mans nicht mehr hergeben. alles sehr durchdacht, man findet sachen gefühlte 10 mal schneller als in 2003

Ro_bert
00
13.5.2010, 18:33

Dann besteht ja noch Hoffnung - selbiges gilt aber auch fuer die 7 Kandidaten im Test.

MisterTA
21
12.5.2010, 19:16
7 Testnutzer?

Soll das eine repräsentative Anzahl sein? Sind vielleicht allesamt Mitarbeiter der Norman Nielsen Group.

daarth
01
13.5.2010, 09:36

Wenn du von UsabilityTests eine Ahnung hättest, wüsstest du, dass man nicht viele Personen dafür benötigt (ca. 9).

jlox
11
12.5.2010, 20:17
Das waren wohl die 7 Zwerge...

... hinter den 7 Bergen.

ChilliPalmer
11
12.5.2010, 19:46
wie schon vorher erwähnt

handelt es sich bei Usability Tests nicht um quantitative Tests, sondern um Qualitative.
Es benötigt keine 5 Millionen Tester um Probleme beim Usability zu finden. Anscheinend reichen 7 Leute, von denen keiner den Menübutton von USA Today findet, oder?

bb47
20
12.5.2010, 23:25
was ja Unfug ist

um einen repräsentativen Test durchzuführen brauche ich Personen aus allen möglichen Gruppen und dazu reichen sicher keine 7

Mit 7 kann ich Männlein und Weiblein testen, in versch. Generationen. Das wars.

Will ich Computeruser von Nichtusern, Technikern von Nichttechnikern usw. trennen, brauche ich bei weitem mehr als 7

Ansonsten ist der Test nicht aussagekräftig.

Bertee
01
14.5.2010, 17:29
in der oben zitierten studie

ging es aber nicht darum unterschiede zwischen gruppen zu untersuchen, sondern darum usability probleme an und für sich zu finden.
um aussagen bezüglich unterschiede zwischen gruppen zu tätigen braucht man klarerweise viel mehr als 7 benutzer...

rick astley
01
13.5.2010, 14:36

ich denke es reicht, wenn 7 iphone erprobte eine interaktionsform nicht entdecken, um sagen zu können hier könnte ein problem sein.

da brauch ich nicht schauen obs die nächsten 100 doch schaffen.

und schon garnicht obs ein buschmensch schafft der noch nie einen computer gesehen hat.

daarth
01
13.5.2010, 10:44

N(1-(1-L)n)

daarth
01
13.5.2010, 10:33

Informier dich mal über Usability-Tests, bevor du Unsinn verzapfst.

nonixnarretz
00
12.5.2010, 18:10
ach

da haben wir also eine neue form von GUI, und noch gibts keine konventionen, und schon werden dinge programmiert die man nicht gleich checkt, oder wo man erst ein bisschen rumprobieren muss. ueberhaupt gehoert "neues ausprobieren" verboten, alles muss sofort reibungslos funktionieren und selbsterklaerend sein.

boeses ipad.

CC79
04
12.5.2010, 18:52
Der Punkt ist nur

dass nicht ständig das Rad neu erfunden werden sollte, und dann noch in viereckiger Form.

Es gibt für die meisten Geräte schon User-Interface-Paradigmen und -Patterns die schon funktionieren, und nur in sinnvoller und intelligenter Weise übernommen werden müssten.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 51
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.