Erkrankungen / Todesfälle

"Krebsatlas Alpenländer"

12. Mai 2010, 13:46

Die Daten zeigen ein deutliches Nord-/Süd-Gefälle bei Krebserkrankungen und Mortalitätsraten im Ostalpenraum

Innsbruck - Rund sechs Millionen Menschen sind im sogenannten "Krebsatlas Alpenländer 2001 bis 2005" erfasst, dessen aktuellste Ausgabe in Innsbruck präsentiert wurde. Mit den 14 Krebsregistern aus Österreich, Italien, Schweiz und Slowenien wird nahezu der gesamte Ostalpenraum abgedeckt. Die Daten zeigen ein deutliches Nord-/Süd-Gefälle, wobei Regionen in der Schweiz die niedrigsten und Slowenien die höchsten Mortalitätsraten aufweisen, sagte einer der Herausgeber der Studie, der Leiter der Innsbrucker Epidemologie, Willi Oberaigner.

Schlusslicht Slowenien

In italienischen Regionen trete vor allem Harnblasen-, HNO- und Leberkrebs häufiger auf als in den Schweizer Teilen des Krebsatlas. Die Mediziner vermuteten dabei unter anderem mehr Hepatitis-Infektion mit höherem Alkoholgenuss. Dass Slowenien die Negativwerte so stark anführe, hänge möglicherweise mit den dortigen Therapie- und Vorsorgemöglichkeiten zusammen, vermutete Oberaigner.

Eine andere Situation gebe es beim Prostatakrebs. Durch das etwa in Tirol durchgeführte PSA-Screening habe die Rate der Todesfälle im Bundesland Tirol in den letzten zehn Jahren deutlich abgenommen. Waren es in den 90er Jahren noch 100 Todesfälle pro Jahr, sei diese Zahl auf zuletzt 70 zurückgegangen.

Rückschlüsse auf Vorsorgemaßnahmen

Gesundheits-LR Bernhard Tilg will mit den Ergebnissen Schwerpunkte in der Vorsorge treffen bzw. Rückschlüsse über bereits umgesetzte Maßnahmen ziehen, wie er bei der Präsentation betonte. Das Land Tirol investiere "massiv" in den Ausbau der onkologischen Versorgung, dementsprechend könne auch ein flächendeckendes Angebot gewährleistet werden. An insgesamt fünf Standorten (Innsbruck, Hall, Kufstein, Lienz und Zams) sind entsprechende Strukturen vorgesehen. Neben der Sicherstellung einer bestmöglichen Patientenversorgung hätten sich auch die Tiroler Universitäten auf die Krebsforschung spezialisiert. Mit Südtirol besteht im Bereich der Strahlentherapie bereits seit dem Jahr 2003 eine Kooperation, die nunmehr bis 2014 verlängert wurde, wie der Südtiroler Gesundheits-LR Richard Theiner ankündigte.

Erstellt wird der Krebsatlas von Wissenschaftern der Universitäten Innsbruck und Padua. Erfasst sind derzeit unter anderem die Kantone St. Gallen, Graubünden und Tessin, die Bundesländer Vorarlberg, Tirol, Salzburg und Kärnten, Trentino und Südtirol, die Regionen Veneto, Varese, Friaul, sowie Slowenien.  (APA)

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21 Postings
T.IMM.I CONSULTING
 
00
Strahlenatlas

Krebskranke sollten einmal in Ruhe gelassen werden mit der Diagnose und nicht gleich am nächsten Tag zur Chemo geschickt werden und zur Strahlentherapie. Ich würde 3 Monate Urlaub verordnen um mit der Diagnose erst einmal ins Reine zu kommen und mit der Palliantivmedizin vorrangig beginnen. Wichtig sind ganz besonders die Hepatitis A und B Impfung, auf Reisen und fremden Ländern gibt es oft kein so sauberes Wasser, mit dem die Lebensmittel hergestellt werden, gewaschen werden usw. Auch die Untersuchungen der Regionen auf Radiongase wäre wichtig meines Erachtens und laufende Bodenuntersuchungen die veröffentlicht werden müssen

Krebspatienten für Krebspatienten
00
20.5.2010, 17:05
Basis

"....... bieten Gesundheitsförderung/-vorsorge an, nur die Bevölkerung nimmt es nicht an!"
Nein, so geht es nicht! In unseren Selbsthilfegruppen (SHG) hören wir, wie es wirklich zugeht. Das Angebot geht beim Bürger vorbei, ist undurchsichtig, nicht nachvollziehbar, selbst oft für Ärzte!
Beim Sporteln brauchts Informationen als Hol- und Bringschuld.
Rauchen ist .....! Wie sorgt hier welche GKK wie vor? In Tiriol gibt es eine Kopie vom Netz (1 Seite), bei der Pressekonferenz in Villach ein ganzes Paket (http://sis.info).
Sehr, sehr eigenartig, dass nicht mehr Bundesländer (+Bayern) aufgenommen wurden. Die Statistik Austria hat sogar neuere Zahlen, als nur bis 2005. Somit ist dies nur eine erweiterte Darstellung der Accortino Gemeinschaften.

theEdge
 
03
13.5.2010, 11:30
hmm... Schweiz - Slowenien

Wie schon auf der Grafik erkennbar: Ganz eindeutig eine Nord-Süd-Linie...

Herr und Frau Österreicher
 
00
14.5.2010, 09:14

ja stimmt ;-)

fire&n ice
05
13.5.2010, 07:56
Interessant, das wirkliche Gefälle fällt keinem auf

Hat eigentlich wer außer mir die Studie angesehen?
Das Nor-Süd Gefälle ist erstens hauptsächlich bei Männern deutlich ausgeprägt und NICHT für Frauen (interessant ??) Außerdem ist das Bild für alle Krebsarten für Männerwesentlich schlechter als bei Frauen.
Das Gefälle besteht also wesentlich stärker von Frauen zu Männern und erst bei den Männern von Nord nach Süd.
Außerdem ist die Mortalität bei Männern wesentlich deutlicher (schlechter) ausgeprägt nach Nord-Süd als bei Frauen.
Erst lesen,....... dann posten...

Frau Techne
00
13.5.2010, 09:29

Was ich vor allem erschreckend finde, sind die (bei Männern und Frauen auftretenden) oft eklatanten Unterschiede zwischen Inzidenz und Mortalität.
Es gibt Regionen, wo viele erkranken und wenige daran sterben.
Und es gibt Regionen, in denen nur wenige erkranken, aber weit häufiger daran sterben.

Was auch auffällt: Die regional genau entgegengesetzte Inzidenz von Cervix- und Unteruskarzinom.

Kann mir jemand einen Grund dafür nennen?

A. Sieberer
01
13.5.2010, 18:32

Möglicherweise handelt es sich ja nicht um Erkrankte sondern um Diagnostizierte.
Dort wo weniger gut ausgebaute Therapiemöglichkeiten sind, werden im allgemeinen auch weniger Erkrankungen/Verdachtsfälle diagnostiziert.

Dr.Dr. so viel Zeit muß sein...
01
12.5.2010, 17:07
Oberösterreich und Niederösterreich (Wien) fehlen auch

sehr schade - wäre interessant gewesen...

Humanist
 
00
12.5.2010, 14:41
Sehr makaber

Clemens Schwarz
44
12.5.2010, 13:55
Es ist bemerkenswert, dass in diesen Bereichen viel investiert wird

in der Prävention wird gespart. Studien belegen, dass Sport z.B. 30% der Krebsfälle verhindern kann.
Kostet nichts nur eine paar Beratungsstunden und bringt den zusätzlichen Vorteil, das damit auch die Zivilisationskrankheiten nachbehandelt werden.

Hier greift die Selbstverantwortung. man kann doch den Menschen nichts gutes tun, erst wenn diese Krank und fertig sind, dürfen andere daran verdienen. Ein recht ausgeklügeltes System. Jeder der dagegen angeht wird anwaltlich Mundtod oder als unmoralisch abgekanzelt.

Das dies aber ein abgekartetes System ist, dass wollen die wenigsten war haben.

CountOfMonteCrystal
00
14.5.2010, 11:42

stimmt rauchen und übergewicht sind die hauptverursacher für krebs. (50-60%??).

gärtner
10
12.5.2010, 16:55

"ein paar beratungsstunden" bringen gar nichts
und ich wette sie sind selber nicht besonders sportlich.

Clemens Schwarz
02
12.5.2010, 22:18
Ich weiss nicht was sie unter sportlich verstehen

aber wenn sie regelmässig zum teil auch alleine als selbstversorger 1-2 wochen in hochalpinen gelände unterwegs sind, würde ich das nicht als unsportlich bezeichnen. zusätzich arbeite ich auch mit menschen, wo sie selbstfürsorge das hauptteme im leben ist.
ein paar stunden beziehen sich auf 5-30 Stunden.
im verhältnis zum fersehgenuss oder bierstunden sind dies wirklich nur ein paar stunden.

ein tag (24 Stunden) der das leben verändert.

Dante Alighieri
22
12.5.2010, 14:11

Wenn Sie Sport betreiben verdient weder ein Arzt noch ein Krankenhaus etwas, insofern ökonomisch gesehen (leider) logisch dass das nicht gefördert wird...

Nick Tameer
00
16.5.2010, 21:32

Aus ganzem Hrerzen würde ich das nicht unterschreiben. Mag sein, dass es für Internisten zutrifft, aber mir scheint, dass besonders die Orthopädenbranche ohne Sport schmerzhafte Geschäftseinbrüche erleiden würde.

Spielbein
01
13.5.2010, 08:32

Welchen Sport betreiben Sie, dass man sich dabei nicht verletzen kann? Ich würde eher meinen, dass Sport in verschiedener Hinsicht "gut" für das Gesundheitssystem ist.

hockeyjunkie
12
13.5.2010, 09:42

Verletzungen können immer passieren, aber meine Erfahrung ist dass Sportverletzungen (sei es durch Unfall oder Überlastung) vor allem jenen passieren die monatelang nur im Büro sitzen und dann beim ersten mal sporteln total übertreiben.
Wenn man regelmäßig und mäßig Sport betreibt bin ich überzeugt dass es sich in jeder Beziehung positiv auf die Gesundheit auswirkt (Muskeln, Beweglichkeit, Koordination, und nicht zuletzt die Psyche).

Shanajio
00
12.5.2010, 15:01

Für den Arzt nicht, aber zum Beispiel für die Krankekassen und somit für die Gesellschaft.

gärtner
00
12.5.2010, 16:58

jede krankenkassa betreibt gesundheitsförderung und vorsorge, und zwar schon seit jahrzehnten, die leute nehmens nur konsequent nicht an.

ch.ha
00
12.5.2010, 23:46

in welcher form bieten die krankenkassen dies an? mir fällt lediglich die vorsorgeuntersuchung ein würd mich interessieren, damit ichs annehmen kann ;)

Clemens Schwarz
10
12.5.2010, 22:41
Das ist gerade das problem

wenn sie das angebot annehmen könnte, würden sie es auch tun.

der ansatz scheint etwas zu übersehen.

es ist genau der unterton, der bei ihnen mitschwingt, der die lösung sein könnte.

der unterton ist verärgerung.

die leute empfinden zumeist verärgerung im zusammenhang mit selbstfürsorge. für diesen bereich brauchen sie eine beratung nicht wie sie einen fuß vor den anderen stellen müssen, das wissen sie bereits ;-)

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