Geschäftsklima in Euro-Zone steigt im Frühjahr leicht

12. Mai 2010, 13:05
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Experte Sinn: Erholung wird sich in zweiter Jahreshälfte fortsetzen, allerdings verlangsamt

Berlin - Das Geschäftsklima in den Euro-Ländern ist so gut wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Ein entsprechender Index stieg im zweiten Quartal auf 102,3 Punkte von 101,3 zum Jahresauftakt, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung am Mittwoch mitteilte. Obwohl das Barometer damit auf den höchsten Stand seit Anfang 2008 kletterte, liegt es immer noch unter seinem langjährigen Durchschnittswert.

"Die neuesten Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich die konjunkturelle Erholung in der zweiten Jahreshälfte fortsetzen wird, allerdings verlangsamt", sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn. Im ersten Quartal war die Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone um 0,2 Prozent gestiegen.

Firmen leicht optimistisch

Die Firmen schätzten ihre Lage etwas besser ein als noch zum Jahresauftakt, wenngleich das Niveau immer noch vergleichsweise niedrig sei. Noch am besten sei die Lage in Deutschland und der Slowakei. Düster sehe es dagegen in Griechenland, Irland, Spanien, Portugal, Italien und Frankreich aus. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate sind deutlich günstiger. In fast allen Ländern gehen die Umfrageteilnehmer von einer Geschäftsbelebung aus. Ausnahme sind hier Spanien, Portugal und vor allem Griechenland, wo mit einem deutlichen Rückgang gerechnet wird.

Angesichts der anziehenden Konjunktur erwarten die befragten Unternehmen und Experten eine schrittweise anziehende Inflation. Immer mehr gehen zudem davon aus, dass die Europäische Zentralbank ihre Zinsen im kommenden halben Jahr anheben wird.

An der Umfrage, die am 30. April abgeschlossen wurde, nahmen 264 Experten teil. Die jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten im Zuge der Griechenland-Krise seien daher noch nicht in den Antworten enthalten, erklärte das Ifo-Institut. (APA/Reuters)

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