Trotz Krise

Estland darf den Euro einführen

12. Mai 2010, 12:32

Gipfel soll im Juni darüber beraten

Brüssel - Ungeachtet der jüngsten Turbulenzen in der Eurozone hat die EU-Kommission die Einführung der Gemeinschaftswährung in Estland mit Beginn nächsten Jahres empfohlen. "Estland hat einen hohen Grad an dauerhafter wirtschaftlicher Konvergenz erreicht und ist für die Einführung des Euro am 1. Jänner 2011 bereit", erklärte Wirtschaftskommissar Olli Rehn am Mittwoch in Brüssel.

Die endgültige Entscheidung über den Beitritt Estlands zur Eurozone würden die EU-Finanzminister im Juli treffen, erklärte die EU-Kommission. Zuvor sollen die EU-Staats- und Regierungschefs bei ihrem Gipfel im Juni darüber beraten und das EU-Parlament seine Stellungnahme abgeben. Geben die anderen EU-Staaten grünes Licht, wäre Estland das 17. Land in der EU, das der Eurozone angehört.

Beitrittsbedingungen

Estland erfüllt nach Bewertung der EU-Kommission alle Bedingungen, um den Euro einzuführen. Die Empfehlung der EU-Kommission kommt nur drei Tage, nachdem die EU zum Schutz des Euro ein 500 Milliarden schweres Rettungspaket schnüren musste und dem Euro-Mitglied Griechenland mit 80 Mrd. Euro unter die Arme greifen muss, um einen Staatsbankrott abzuwenden.

Die Brüsseler Kommission kommt dennoch zu dem Schluss, dass Estland die Euro-Kriterien erfüllt. So sei die durchschnittliche Inflationsrate Estlands mit -0,7 Prozent "weit unter dem Referenzwert von 1,0 Prozent für diesen Monat und dürfte auch in Zukunft weit darunter bleiben", betont die Kommission. Die Preisstabilität wird als anhaltend bewertet. Estland müsse aber durch einen "ehrgeizigen finanzpolitischen Kurs" und durch Binnennachfrage weiter die Teuerung niedrig halten.

Während fast alle EU-Länder Defizitverfahren am Hals haben, bildet das baltische Land eine rühmliche Ausnahme. Das Defizit lag im vergangenen Jahr trotz eines beispiellosen Rückgangs um 15 Prozent der Wirtschaftsleistung bei 1,7 Prozent, stellt die EU-Kommission fest. Nach der jüngsten EU-Konjunkturprognose wird die Neuverschuldung heuer und 2011 2,4 Prozent ausmachen und damit noch immer deutlich unter der Drei-Prozent-Schwelle liegen. Der Gesamtschuldenstand Estlands von 7,2 Prozent des BIP war 2009 der niedrigste in der EU - das Land damit sehr weit unter der Maastricht-Grenze von 60 Prozent. Für 2010 rechnet die EU-Kommission mit einem Anstieg der öffentlichen Verschuldung auf 9,6 Prozent, für 2011 auf 12,4 Prozent.

Premier Ansip dankt Bevölkerung

Der estnische Ministerpräsident hat der Bevölkerung des 1,1-Millionen-Einwohner Landes gedankt. "Ohne eure Unterstützung wäre es nicht möglich gewesen, die notwendigen, aber schmerzvollen Entscheidungen zu treffen."

Estland werde seine "umsichtige Finanzpolitik auch in Zukunft fortsetzen", so Ansip in einem anderen Kommentar. Der Bericht der EU-Kommission habe "eindeutig bestätigt, dass unsere verantwortungsvolle Finanzpolitik der richtige Weg für Estland war. Alles was wir getan haben, hätten wir auch ohne den Euro als Ziel getan".

Finanzminister Jürgen Ligi verwies darauf, dass die Währungspolitik Estlands seit der Schaffung der Eurozone eng mit ihr verbunden ist: "Die Estnische Krone ist seit beinahe 20 Jahren an den Euro, beziehungsweise davor die Deutsche Mark gebunden. Unter diesem Aspekt sind wir seit langem in die Eurozone involviert und haben deren Finanz- und Wirtschaftspolitik akzeptiert", so der estnische Finanzminister. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 106
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Knüppel Dick
 
24
13.5.2010, 14:40
Dieses Forum hier ist so voller Unwissen und Resentiments

Estland ist ein wirtschaftlich stabiles kleines Land, das viel mehr mit den Skandinavischen Ländern und Deutschland zu vergleichen ist als mit dem klassischen Osteuropa. Ein Gang durch die Hauptsadt Tallinn (Reval) verdeutlicht dies sehr deutlich!
An die ganzen Estland-Basher hier: Bildet Euch doch erstmal bevor Ihr Euren Sermon hier los werdet!

11
13.5.2010, 13:35
gut so

je mehr skandinavische laender in der zone desto besser.freu mich auch schon auf island.
wuerde das gespendete geld jetz den griechen schenken , aber um sie loszuwerden.
ein europa fan.

Michael Rami
01
13.5.2010, 11:17
Ein richtiger Vorschlag

Die EU-Kommission hat völlig recht, denn jetzt ist's auch schon egal!

life is too short for soft porn
214
13.5.2010, 10:38
ich würde gerne wissen

warum hier im forum so sehr auf estland geschimpft wird.

in der rangliste zur staatsverschuldung befindet sich estland am ende der liste. von denen könnten sich nicht nur die griechen etwas abschauen

istjainteressant
02
13.5.2010, 13:28
das sind einfach alte reflexe ...

wir sind der fortschrittliche westen, der dem ostblock an unserem hart erarbeiteten wohlstand gnädigerweise teilhaben lässt.

wer sich jedoch die mühe macht, die zahlen anzuschauen, erkennt, dass in wahrheit estland ein absolut mustergültiges land ist, was staatsverschuldung betrifft von dem wir eine menge lernen können.

https://www.cia.gov/library/p... 6rank.html

r w
04
13.5.2010, 12:45
Der Gesamtschuldenstand Estlands von 7,2 Prozent des BIP war 2009 der niedrigste in der EU

Da können sich Ö, D, F, I und viele andere einiges anschauen!!!!

Ich überlege mir, ob ich nicht sommer 2011 einen Urlaub in Estland machen werde.

GENDERLOS
00
13.5.2010, 13:16

Die Gesamtschulden Griechenlands waren ja auch nie besonders hoch.

Bis vor 3 Monaten zumindest ...

r w
00
14.5.2010, 11:00

Von Griechenland wusste man schon VOR Olympia, dass sie "etwas" über ihre Verhältnisse gewirtschaftet haben, doch alle haben nichts gesagt und sich gedacht: Es wird scho guat geh.

Das haben wir alle jetzt vom wegschauen und nixsagen, denn damals wollte keiner der Böse sein, jetzt bekommen wir alle die Rechnung präsentiert.

oh und übrigens
10
13.5.2010, 11:20

Weil Estland=Osten und Osten=Böse, wie wir wissen...

oh und übrigens
00
13.5.2010, 14:22

herrje, dachte da jemand, ich mein das ernst?

life is too short for soft porn
01
13.5.2010, 10:40

http://de.wikipedia.org/wiki/Staa... rschuldung

das wäre dann noch ein entsprechender link dazu

sensortime.com
10
13.5.2010, 10:03
Stell dir vor...

.. alle Staaten dürfen den Euro einführen - und keiner will ihn mehr

Netz Werk
46
13.5.2010, 09:14

Mit aberwitzigen EU-Fördermilliarden wurde Estland (so wie Island) auf einen annehmbaren Level gepusht.

Estland wird zukünftig eher nicht in der Lage sein, seine Inflation auf niedrigem Niveau zu halten, da kommt der Euro Beitritt ja genau zum günstigen Zeitpunkt - ohne den Euro Schutzschirm wäre auch Estland wieder auf dem absteigenden Ast.

Aber solange der deutsche Michel wird bürgen, wird ihn auch keiner erwürgen.

Erst, wenn Deutschland den Hahn zudreht, ist es vorbei mit der EUDSSR.
Interessiert unsere Politiker eigentlich wirklich nicht, in welche Misere die uns alle hineinsteuern?

Die Geschichte scheint sich zu wiederholen.

Sophist1
01
13.5.2010, 09:14
Estland erfüllt in beispielhafter Weise alle Kriterien

Ein Hinweis auf Griechenland beweist völlig fehlende Sachkunde.

DirtyHarry
31
13.5.2010, 08:18


als vorbild dient wohl griechenland...

Peter Lustig2
04
13.5.2010, 08:37

Würde wohl eher sagen, Estland ist ein Vorbild für Griechenland - bei nur 7,2 % Verschuldung...

GENDERLOS
00
13.5.2010, 13:18

Also bis vor kurzem lag Griechenland weit darunter (zumindest offiziell!).

dieDritteGeneration
03
13.5.2010, 12:12

In der Hinsicht ist Estland ein Vorbild für praktisch alle europäischen Staaten. Mit Ausnahme vielleicht der Schweiz, die machen sogar jetzt mitten in der Wirtschaftskrise Budgetüberschüsse (!)

tomthecat
10
13.5.2010, 08:13

da müssen sie sich aber beeilen, den gibts nämlich nicht mehr lange!! ;-) ...oder vielleicht sind schon die wertlosen Papierschnipsel zum Verheizen gemeint, wer weiß?

Finditout
00
13.5.2010, 07:43
grüße aus athen...

iohui
10
13.5.2010, 03:48
hoffentlich überdenkt estland diesen plan noch einmal.

es ist der grösste fehler in ihrer geschichte und wird garantiert ihre existenz gefährden.

mit dem euro können sie ihre sehr erfolgreiche und stabile politik & verwaltung nicht aufrechterhalten.
es wird alles den bach runtergehen, eine katastrophe jagt die nächste.

sie bekommen schulden aufgehalst die sie im leben nie wieder zurückzahlen können.

die bevölkerung wird gezwungen werden, unter dumpinglöhnen, aberwitzigen steuern und rapide steigender arbeitslosigkeit zu leiden, nur um einen härteren euro vorzutäuschen als es der realität entspricht und den deutschen auf dem weltmarkt diesen wettbewerbsvorteil zu ermöglichen.

die regierung wird entmündigt und alles was in dem land jemals funktioniert hat wird zerstört werden.

depp am huegel
02
12.5.2010, 21:47

wäre ich este würde ich jetzt die notbremse suchen ...

Er staunt
33
12.5.2010, 21:02
Hoffentlich bereuen sie diese Entscheidung später nicht!


(Die Esten meine ich...)

einer im süden
01
12.5.2010, 19:23
Ich kann die hier genannten Zahlen nicht zuverlässig interpretieren,

weil ich weder internationale Finanzwirtschaft noch Makroökonomie oder dergleichen im hinreichenden Umfang studiert hab. Aber irgendwie ist es mir doch sehr sympathisch, dass die Länder an der Ostsee, ein schönes und bedeutendes Stück Europa, dadurch etwas mehr in unseren Blickpunkt rücken. Die Balten sollten halt nur nicht mit den Russen zu viele Probleme haben, ihnen und uns nicht allzu viele Probleme machen.

Linkslinke Atheistenhippiegruftiehobbitpunkemanze
00
12.5.2010, 19:22

Ich hab ja gehört, dass Einhaltung der Menschenrechte und wirtschaftliche Stabilität immer Hand in Hand geben, zumindest so ungefähr.. je schlampiger ein Staat in der Verwirklichung der Menschenrechte und der Bekämpfung der Korruption ist, desto weniger ist es in der Lage, Krisen zu überstehen, desto eher häuft es Schulden an.

(Wobei ich natürlich nicht weiß, was Ursache und was Wirkung ist)

Wie siehts denn aus in Estland mit den Menschenrechten usw...?

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