Berlusconi will sich mit Fini versöhnen

12. Mai 2010, 12:22
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Ende des Koalitionskrachs in Rom in Sicht

Rom - Nach drei gespannten Wochen bahnt sich ein Ende des Koalitionskrachs in Rom an. Der italienische Premierminister Silvio Berlusconi will seinen Streit mit dem Präsidenten des Abgeordnetenhauses Gianfranco Fini beenden, der bei einem Parteigremium in Rom offen den autoritären Führungsstil des Ministerpräsidenten in der gemeinsamen Mitte-Rechts Partei "Volk der Freiheit" (Popolo della Liberta - PdL) attackiert hatte. Im Gespräch mit seinen Vertrauensleuten erklärte sich Berlusconi bereit, sich mit Fini zu versöhnen, da der interne Zusammenhalt der Gruppierung in dieser schwierigen Phase für das Land und für die ganze Welt wichtig sei, berichteten italienische Medien am Mittwoch.

Der Premierminister zeigte sich überzeugt, dass sein Mitte-Rechts-Kabinett bis Ende der Legislaturperiode 2013 im Amt bleiben und das Regierungsprogramm voll umsetzen werde. Noch diese Woche könnte es zu einem klärenden Gespräch zwischen Berlusconi und Fini kommen.

Fini hatte Berlusconi unter anderem beschuldigt, sich zu stark vom rechtspopulistischen Bündnispartner Lega Nord beeinflussen zu lassen, der nach dem Erfolg bei den Regionalwahlen im März stark an Einfluss gewonnen hat. Fini hatte vor dem zunehmenden Erfolg der Lega Nord in Norditalien gewarnt, während die PDL-Partei stark an Stimmen verloren habe. Außerdem lasse Berlusconi keine parteiinterne Debatte zu. Trotz des Streits mit Berlusconi hatte Fini stets betont, dass er weder als Parlamentspräsident zurücktreten noch die PdL verlassen wolle.

Nach dem Streit mit Berlusconi hat Fini am vergangenen Wochenende seine eigene liberale Bewegung "Generazione Italia" gegründet, die sich für eine tiefgreifende Erneuerung der Politik im Land einsetzen will. Immer wieder warnte Fini vor der Notwendigkeit, in Italien endlich eine modernere politische Klasse aufzubauen. Vorbild für Fini ist "Generation France" um den französischen Politiker Jean Francois Cope, Fraktionschef der Regierungspartei UMP im Pariser Parlament. Die Gruppe gilt als Sprachrohr Copes, einem möglichen Nachfolger des Präsidenten Nicolas Sarkozy. (APA)

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