Bank Austria halbiert Nettogewinn

12. Mai 2010, 15:52
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Kreditrisiken drücken aufs Ergebnis

Wien - Die Bank Austria musste im ersten Quartal 2009 einen Einbruch beim Nettogewinn um mehr als die Hälfte hinnehmen. Vor allem Kreditrisiken in Höhe von 439 Mio. Euro drückten den Gewinn, der im Vergleich zum Vorjahresquartal um 56 Prozent auf 242 Mio. Euro zurückging. Der Mutterkonzern, die italienische UniCredit, ist dank geringerer Kreditausfälle mit einem Gewinnsprung ins Jahr gestartet und verdiente 520 Mio. Euro, ein Plus von 16,5 Prozent. Die Schwesterbank der Bank Austria, die HypoVereinsbank (HVB) profitierte vom florierenden Investmentbanking und baute ihren Gewinn deutlich auf 450 Mio. Euro aus. Die UniCredit-Fondstochter Pioneer steht zum Verkauf.

Bank Austria-Vorstandsvorsitzender Willibald Cernko sprach heute von einem "soliden Ergebnis". Es sei gelungen, die sinkende Tendenz des zweiten Halbjahrs 2009 zu durchbrechen und das Quartalsergebnis gegenüber den beiden Vorquartalen deutlich zu steigern. Cernko ortet eine Verbesserung der Situation der Bank: Die Risikokosten seien erstmals seit einem Jahr wieder gesunken, die CEE-Region habe internationales Vertrauen zurückgewonnen und die Volumina im kommerziellen Kundengeschäft seien gestiegen.

CEE-Region bleibt Wachstumsmotor

"Die CEE-Region bleibt der Wachstumsmotor für Europa, und wir haben bereits wieder selektiv mit Investitionen in unser Bankennetzwerk begonnen", erklärte Federico Ghizzoni, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Bank Austria. Heuer sollen insgesamt rund 100 Filialen eröffnet werden. Die Division CEE erwirtschaftete im ersten Quartal ein Vorsteuerergebnis von 259 Mio. Euro, eine Steigerung gegenüber den beiden Vorquartalen, jedoch ein Rückgang gegenüber der Vorjahresperiode. Dies sei praktisch ausschließlich auf den Rückgang des Handelsergebnisses in Folge der Normalisierung des Marktumfelds zurückzuführen.

Der Zinsüberschuss der Bank Austria war im ersten Quartal mit 1,118 Mrd. Euro fast auf Höhe des Vorquartals (minus 1 Prozent), aber um 16 Prozent geringer als im ersten Quartal 2009. Der Provisionsüberschuss blieb mit 470 Mio. Euro zwar um 5 Prozent hinter dem vierten Quartal 2009, legte aber gegenüber dem ersten Quartal 2009 um 3 Prozent zu.

Das Kreditrisiko drückte mit 439 Mio. Euro deutlich aufs Ergebnis: Der Aufwand für das Kreditrisiko sank erstmals seit einem Jahr. Gegenüber der Vorjahresperiode sind die Kreditrisiken nur geringfügig gesunken. Im vierten Quartal 2009 fielen allerdings noch 655 Mio. Euro an. Durch die von der UniCredit Group getragene Kapitalerhöhung hat sich die Kernkapitalquote auf 10 Prozent erhöht.

Nach Angaben von UniCredit-Konzernchef Alessandro Profumo werden in Bezug auf die Fondstochter Pioneer alle Möglichkeiten überprüft, darunter auch der Verkauf an eine neue Gesellschaft, an der sich die UniCredit in der Folge mitbeteiligen könnte.

Fondstochter Pioneer steht zum Verkauf

In Österreich sind bei Pioneer Investments Austria, vormals Capital Invest der Bank Austria, rund 140 Mitarbeiter beschäftigt. Pioneer Austria ist von Wien aus auch für den mittel- und osteuropäischen Raum zuständig. Die österreichische KAG wurde Ende 2006 umbenannt und rechtlich per Ende 2008 direkt der Pioneer Global Asset Management (PGAM) in Italien unterstellt. Die PGAM, derzeit eine 100-Prozent-Tochter der UniCredit, verwaltet mit über 2.000 Mitarbeitern ein Fondsvolumen von insgesamt 180 Mrd. Euro. (APA)

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