Regierung will Rothemden aushungern

12. Mai 2010, 09:30
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Ultimatim des Ministerpräsidenten: Besetzung bis Mitternacht aufgeben, sonst sollen Demonstranten vertrieben werden

Bangkok - Die Staatskrise in Thailand hat sich am Mittwoch erneut zugespitzt. Die Regierung von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva begann am Vormittag mit der Umsetzung ihrer Drohung, die Demonstranten aus dem seit Wochen besetzten Geschäftsviertel von Bangkok zu vertreiben, sollten sie bis Mitternacht (19.00 Uhr MESZ) nicht freiwillig gehen. Die Bewohner wurden zum Verlassen des Viertels aufgefordert. Nach Mitternacht werde der Bezirk abgeriegelt.

Die Behörden kündigten zudem an, die Versorgung der Demonstranten mit Strom, Wasser und Lebensmitteln zu kappen. Auch der Handy-Empfang in dem Viertel sollte unterbunden werden. Die Protestierenden wiesen das Ultimatum der Regierung zurück und wiesen darauf hin, dass es auf dem besetzten Gelände seit langem eigene Generatoren zur Stromversorgung gebe. "Wir haben uns dazu entschieden, den Kampf für die Gerechtigkeit für unser Volk hier fortzusetzen", sagte einer der Rothemden-Anführer, Nattawut Saikuar, am Mittwoch. "Wenn die Regierung noch mehr Opfer möchte, soll sie ruhig hierher kommen und sie sich holen."

Abhisit hatte in der vergangenen Woche dem Druck der "Rothemden" nachgegeben und für Mitte November Neuwahlen vorgeschlagen. Seine Gegner erklärten sich im Grundsatz mit seinen Vorschlägen einverstanden, verknüpften sie jedoch mit immer neuen Forderungen. Abhisit zeigte sich enttäuscht, dass die Rothemden auf seine Zugeständnisse mit immer neuen Forderungen reagiert hätten. "Die Regierung wird keine Kompromisse mehr eingehen", sagte er. Er drohte, den Versöhnungsplan wieder fallenzulassen, sollten die "Rothemden" das besetzte Viertel nicht räumen. (APA)

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    Reinigungskräfte säubern die Stufen von Parolen der "Rothemden" vor einem besetzten Einkaufszentrum in Bangkok.

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