Sieben Kinder und eine Lehrerin erstochen - Bereits der fünfte derartige Angriff auf Kinder in zwei Monaten
Peking - Bei einer Bluttat in einem Kindergarten in China hat ein Mann am Mittwoch sieben
Kinder und zwei Erwachsene mit einem Hackmesser getötet. Elf Kinder wurden
verletzt, zwei davon schwer, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Die
blutige Attacke ereignete sich im Dorf Linchang in der Provinz Shaanxi. Nach der
Tat ging der 48-Jährige nach Hause und brachte sich mit einem Messer um, wie
eine Behördensprecherin berichtete. "Er hatte psychische Probleme", sagte die
Sprecherin.
Innerhalb von nur zwei Monaten war es bereits die sechste Bluttat in
chinesischen Kindergärten und Schulen. Die Serie hat Eltern in Angst und
Schrecken versetzt.
In Linchang starben fünf Buben, zwei Mädchen, die 50 Jahre alte Besitzerin
des privaten Kindergartens und deren 80-jährige Mutter, berichtete Xinhua. Die
getöteten Kinder sollen zwischen vier und sechs Jahre alt gewesen sein.
Der Zwischenfall passierte um 8.00 Uhr (Ortszeit), als die Kinder
gerade in den Kindergarten gekommen waren. Nach ersten Ermittlungen der Polizei
ließ der Täter offenbar seine Wut über einen Streit mit der Kindergartenleiterin
auch an den Kindern aus. Wie Xinhua berichtete, hatte der Mann das Gebäude an
den Kindergarten vermietet und den Auszug zum Ende des Mietvertrages im April
gefordert. Die Leiterin habe das Haus erst im Sommer räumen wollen.
Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen
Seit Beginn der Bluttaten Ende März haben Kindergärten und Schulen ihre
Sicherheitsvorkehrungen massiv verschärft. Die Behörden gehen davon aus, dass
meist psychisch gestörte Nachahmungstäter am Werk sind, doch wiesen Experten
auch auf tiefer liegende soziale Ursachen für die Gewalt gegen Kinder hin.
Die Behörden haben die Zensur der Nachrichten über die Bluttat in den
chinesischen Medien verschärft. Nachdem Nachrichtenportale die Meldung anfangs
noch verbreitet hatten, wurde sie im Laufe des Mittwochs an vielen Stellen
wieder zurückgezogen. Am Abend war im Internet nur eine kurze Meldung auf
Chinesisch zu finden, während die Staatsagentur Xinhua zumindest auf Englisch
eine längere Version verbreitete. (APA)