Wissen: Fehlbetankungsschutz

11. Mai 2010, 20:29
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Der S-Max ist mit einem Fehlbetankungsschutz ausgestattet, damit man nicht versehentlich Benzin in den Dieseltank füllt.

Hintergrund

Wird in einem Dieselmotor Benzin statt Diesel eingespritzt und verbrannt, so ist das für Ventile, Dichtungen etc. eigentlich unbedenklich sofern der Betrieb nicht zu lange dauert. Da Diesel im Gegensatz zu Benzin eine nicht unerhebliche Schmiermittelwirkung hat und diese auch in der Dieseleinspritzeinlage genutzt wird, ist das fälschliche Befüllen von Benzin in einen dieselgetriebenes Fahrzeug mit potentiell hohen Reparaturkosten verbunden. Vor allem in der Einspritzpumpe ist der Diesel als Schmiermittel unerlässlich, deren beweglichen Teile reiben sonst direkt aneinander, was beim Abreißen des Ölfilms rasch zu einem teuren Defekt führt. Benzin ist stark entfettend, löst also den evt. noch vorhandenen Schmierfilm im Einspritztrakt des Motors schnell auf. Wenn man also feststellt dass man Benzin statt Diesel getankt hat: auf keinen Fall den Motor starten oder anderwertig in Bewegung versetzen. Das Auto stehen lassen und sofort einen Pannendienst oder das Tankstellenpersonal benachrichtigen. Ein einzelner Versuch zu starten kann die sehr teure Dieseleinspritzpumpe zerstören!

Warum kann man aber keinen Diesel in einen Benzinmotor tanken?

Prinzipiell kann man das, allerdings passt das etwas dickere Zapfventil für Diesel nicht in den Benzintank. Man müsste also das Dieselzapfventil betätigen ohne dass der Hahn direkt im Tank steckt und den Benzin gezielt reinfliessen lassen. Umgekehrt passt natürlich das schmälere Benzinzapfventil leicht in eine Dieseltanköffnung.

Mechanische Entriegelung

Im Ford S-Max wird nun durch eine mechanische Entriegelung verhindert, dass das dünnere Benzinzapfventil in die Öffnung gesteckt wird. Öffnet man den Tankdeckel, so sieht man, dass vor der Einfüllöffnung eine Klappe das Einsetzen des Zapfventils verhindert. Rund um das (zunächst verschlossene) Einfülloch ist ein schwarzer, zweiteiliger Plastikring angebracht. Nur wenn man beide Teile des Plastikrings mit dem etwas größeren Dieselzapfventil ein wenig nach hinten schiebt öffnet sich der Verschluss und man kann das Zapfventil einführen und tanken. Mit einem Benzinzapfventil kann man nicht beide Teile gleichzeitig betätigen, daher öffnet sich die dahinterliegende Klappe auch nicht. Eine einfache, aber wirkungsvolle Lösung! Will man die Klappe aber gezielt öffnen so ist das mit ein wenig Fingerfertigkeit auch möglich. Da das System aber nur das unbewusste Falschbetanken verhindern soll ist diese Lösung vollkommen ausreichend für die Praxis.

Praktisch an dieser mechanischen Lösung gegenüber eine Lösung mit Lichtschranken oder anderen elektronischen Sensoren ist, dass dieses System auch dann funktioniert wenn z.Bsp. die Batterie keinen Strom liefert oder aus anderen Gründen keine Elektrizität verfügbar ist. Bleibt zu hoffen dass solche System auch am Ende der Lebenszeit des Autos noch funktionieren, sonst schaut man mit fast leerem Tank an der Tankstelle blöd aus der Wäsch' ;-)

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