"Er hat geglaubt, dass ihn jemand umbringen will"

11. Mai 2010, 19:14
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Wiener Anwalt Werner Tomanek wird vorgeworfen, dass er seine Wohnung zwecks Versicherungsbetrugs in Brand setzen ließ

Graz - Der Prozess gegen den bekannten Wiener Anwalt, Werner Tomanek und seine Frau, denen vorgeworfen wird, dass sie ihre Wohnung zwecks Versicherungsbetrugs in Brand setzen ließen, ging am Dienstag in Graz in die zweite Runde. Tomanek behauptet - wie berichtet -, dass ein ehemaliger Mitarbeiter und Klient aus dem Rotlicht, Thomas U., sich an ihm rächen wollte und deswegen behaupte, er hätte für Tomanek den (geständigen) Brandstifter Christian L. angeheuert. Zu einem mit dem Fall Tomanek nicht direkt in Verbindung stehenden Bankraub, den L. ebenfalls verübt haben soll, wurden am Dienstag Zeugen befragt.

Dann trat eine von der Verteidigung geladene Concierge jenes Hotels, in dem Tomanek nach dem Brand wohnte, in den Zeugenstand: Sie gab an, der Strafverteidiger Tomanek habe große Angst gehabt und sogar hinter der Tür mit einer Waffe gelauert, als ihm bloß ein Zimmermädchen morgens die Zeitung bringen wollte: "Er hat geglaubt, dass ihn jemand umbringen will", ist die 22-jährige Zeugin überzeugt.

Ein Mitarbeiter der Allianzversicherung sollte Staatsanwältin Christin Amschl erklären, warum die Polizze Tomaneks, über die der Schaden von insgesamt 350.000 Euro abgewickelt wird, erst nach dem Brand angelegt wurde. "Anscheinend war die noch nicht reif zur EDV-mäßigen Erfassung", so der Versicherungsvertreter. Der Prozess wird in zwei Wochen fortgesetzt. (Colette M. Schmidt/DER STANDARD, Printausgabe, 12./13. Mai 2010)

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