"Wirklich erschreckend"

11. Mai 2010, 19:05
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Hunderte Meldungen von Missbrauch in Österreich

Wien/Lissabon - Papst Benedikt XVI. hat die europaweiten Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche erneut scharf verurteilt. Die Missbrauchsfälle seien innerhalb der Kirche entstanden, nicht außerhalb, erklärte er am Dienstag auf dem Flug nach Portugal. Er setze sich für eine tiefgreifende Säuberung und Buße innerhalb der Kirche ein, es müsse auch Gerechtigkeit und Verzeihen geben. Die Kirche habe schon immer unter inneren Problemen gelitten, was man aber heute sehe, sei "wirklich erschreckend".

Die von der Kirche eingesetzte und von Waltraud Klasnic geleitete Anwaltschaft für Opfer kirchlichen Missbrauchs in Österreich hat bisher rund 150 konkrete Verdachtsfälle registriert. Kontakt aufgenommen haben bisher mehr als 500 Personen. Die Ombudsstellen der Diözesen verzeichnen einen Rückgang. Österreichweit habe es im April insgesamt 257 Kontakte gegeben, so der Leiter der Wiener Ombudsstelle, Johannes Wancata. Im März waren es 566 Kontakte mit mutmaßlichen Opfern.

Bei der Hotline der privaten Plattform "Betroffene kirchlicher Gewalt" haben sich 259 mutmaßliche Opfer gemeldet. (red/DER STANDARD, Printausgabe, 12./13. Mai 2010)

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