Klagenfurter Lindwurm als Denkmal für NS-Opfer

11. Mai 2010, 18:37
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Obwohl die Installation nur für eine Woche bewilligt worden war, regte sich Unmut

Klagenfurt - Klagenfurts Wahrzeichen, der Lindwurm am Neuen Platz, präsentiert sich seit 8. Mai als temporäres Denkmal für die Kärntner NS-Widerstandskämpfer. 2000 Namen, auf Banderolen geschrieben und um den Lindwurm gewickelt, sollen an die rund 10.000 Opfer des Nazi-Regimes in Kärnten erinnern. Deren Schicksale werden derzeit vom Sozialwissenschafter Helge Stromberger erforscht. Obwohl die Installation nur für eine Woche bewilligt worden war, regte sich Unmut. Das Klagenfurter Stadtmarketing verlangte einen frühzeitigen Abbau: Man müsse den Lindwurm für eine neue Klagenfurter Imagebroschüre fotografieren, hieß es.

"Lächerlich", befindet Gemeinderätin Sieglinde Trannacher, Sprecherin der überparteilichen Initiative 8. Mai 1945-2010, die sich zum Ziel gesetzt hat, den bislang vergessenen NS-Opfern in Kärnten ihre Namen zurückzugeben und Kärnten abseits von Abwehrkampf und Volksabstimmung 1920 eine neue Erinnerungskultur zu geben. "Es ist das erste Mal, dass an einem prominenten Ort an die Leiden der NS-Opfer erinnert wird", erläutert Trannacher. Man werde das Denkmal keinesfalls früher abbauen und wolle auf den "schlampigen und verantwortungslosen Umgang" der Bundes- und Kärntner Landesregierung mit der NS-Vergangenheit aufmerksam machen. (Elisabeth Steiner, DER STANDARD, Printausgabe, 12.5.2010)

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