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Gipfeltreffen: Nasslager für den Ernstfall

11. Mai 2010, 16:43
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Die Branche ist sich einig: Nasslager sind ein adäquates Mittel für das Krisenmanagement. Jetzt müssen nur noch die Behörden mitspielen

Strenge Winter und Rekordmengen an Schnee freuen Bürger, Touristiker und Urlauber. Forstwirtschaft und Sägeindustrie hingegen haben an den Auswirkungen dieser Naturereignisse nicht nur ihre helle Freude, können sie doch - wie 2008/2009 in weiten Teilen Österreichs - aufgrund der massiven Schneelage kein Holz ernten. Holz wird in solchen Zeiten schon einmal knapp. Nur weitsichtige Planung hilft über solche Mangel-Zeiten hinweg. Als etwa die Sägeindustrie, die durch die Finanzkrise ohnehin stark unter Druck stand, im Frühjahr 2009 verstärkt Rohstoff nachfragte, war schnelle Reaktion gefragt. Angesichts des vorhersehbaren Versorgungsengpasses lösten die Österreichischen Bundesforste im Sinne der Krisen-Solidarität ihre nach den Windwürfen angelegten Nasslager damals zügig auf. Das Holz wurde zur Versorgung der Sägeindustrie aufgebraucht, obwohl diese "Eisernen Reserven" noch bis mindestens Ende 2010 lagerfähig gewesen wären. Zugegriffen werden konnte damals auf einen Pool von 300.000 Festmetern, gelagert in den größten dieser Konservierungsspeicher in der Geschichte der Bundesforste.

Erzielung mehrerer Effekte

Nachdem "Emma" und „Paula" 2008 über acht Millionen Festmeter Schadholz hinterlassen hatten, war man nämlich bei den Bundesforsten nach international erprobtem Rezept vorgegangen. 2007 hatte man begonnen, Holz in Nasslagern zu konservieren. Damit wurden mehrere Effekte erzielt: Das Schadholz konnte zügig aufgearbeitet werden, Holzschädlingen wurde die Basis für eine Massenvermehrung genommen, die Qualität des Holzes wurde stabilisiert und der Marktpreis gefestigt.

Mehr als Platz und ein Beregnungssystem, das dem im eigenen Garten nicht ganz unähnlich ist, braucht es für die Nasslager nicht. Und die Zustimmung der Behörden. Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Resolution fand der erste Nasslager-Gipfel am 19. Oktober seinen Abschluss. Die Absichtserklärung beinhaltete vor allem ein Bekenntnis zu den Nasslagern als "probatem Instrument", um die Herausforde-rungen des Klimawandels - vom Windwurf bis zum Borkenkäfer - erfolgreich zu bewältigen. "Wir haben einmal in aller Ruhe besprochen, was in Krisensituationen notwendig ist, und Nasslager als wesentlichen Bestandteil zur Krisenabwehr definiert", bringt Felix Montecuccoli, Präsident der Land & Forst-Betriebe Österreichs das Ergebnis auf den Punkt. "Die Branche ist mittlerweile davon überzeugt, dass es sich um ein adäquates Kriseninstrument handelt, vor einem Jahr war das noch anders", benennt Wolfgang Holzer den Fortschritt. Wesentlich sei es jetzt, das gesamte Wissen verfügbar zu halten, ergänzt Montecuccoli und merkt an: „Bei den rechtlichen Rahmenbedingungen sind wir noch nicht weitergekommen."

Drei thematische Schwerpunkte

Gleich drei thematische Schwer-punkte wurden im Zuge des Gipfels, zu dem Vertreter der Branche - von Forst bis Säge, von Frächter bis Forschung - geladen waren, gesetzt: Die Verbesserung von Lagerung und Logistik, die behördliche Durch-setzbarkeit und die wissenschaftliche Erforschung neuer Wege. Die Resolution wurde an die Behörden verschickt, dort liege jetzt auch der Ball, sagt Hans Michael Offner von der Plattform Forst Holz Papier. Offner sieht Handlungs-bedarf: "Der Gipfel hat aufgezeigt, was notwendig ist, aber wir haben keine umfassende Lösung." Für den Katastrophenfall brauche man sofort anfahrbare Nasslager im Ausmaß von eineinhalb bis zwei Millionen Festmetern. Er wünscht sich die Lager vor allem in der Nähe der Industrie, um den Transport ohne Schwierigkeiten bewältigen zu können. Außerdem habe das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft bereits einen Leitfaden für die wasserrechtliche Bewilligung von Nasslagern herausgegeben, den es umzusetzen gelte.

Tatsächlich sei man jetzt in den Mühen der Ebene und habe noch jede Menge Knochenarbeit vor sich, bestätigt Wolfgang Holzer. "Bei den Behörden etwa sind oft mehrere Stellen beteiligt, dann verzögern sich Entscheidungen." Bei den Bundesforsten ist man laut Holzer mittlerweile dabei, eine Österreich-Karte in Sachen Lagerplätze zu erstellen. "Wir hatten ja zahlreiche Plätze bereits im Einsatz, manche mit befristeter Genehmigung. Unser Ziel ist eine Kapazität von einer Million Festmetern, gut verteilt im gesamten Bundesgebiet. Eine weitere Million Festmeter könnten die Großbetriebe übernehmen." Präsident Felix Montecuccoli ist zuversichtlich, "dass man bis zur nächsten Krise Nägel mit Köpfen machen kann, weil jetzt der Druck geringer ist."

  • Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Resolution hat die Branche die Weichen für die Weiterentwicklung der Nasslagergestellt.
    foto: rene van bakel

    Mit der Unterzeichnung einer gemeinsamen Resolution hat die Branche die Weichen für die Weiterentwicklung der Nasslager
    gestellt.

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