19-Jähriger gefoltert: Drakonische Strafen

11. Mai 2010, 16:42
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15 Jahre Haft für Haupttäter - Zehn Jahre plus Einweisung für seine zum Tatzeitpunkt 19 Jahre alte Freundin

Wien - Im Fall eines 19-jährigen Burschen, der vor zwei Jahren in seiner Wohnung in Wien-Favoriten mit brennenden Zigaretten und Glasscherben gefoltert und sexuell gedemütigt wurde, hat am Dienstagnachmittag ein Wiener Schwurgericht drakonische Strafen verhängt: Der 35-jährige Haupttäter wurde zu 15 Jahren Haft verurteilt, seine zum Tatzeitpunkt 19 Jahre alte Freundin fasste zehn Jahre Haft aus und wurde darüber hinaus in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen.

10.000 Euro Wiedergutmachung

Ein 45 Jahre alter Bekannter der beiden erhielt siebeneinhalb Jahre Haft. Das Opfer bekam 10.000 Euro an finanzieller Wiedergutmachung zugesprochen. Die Schuldsprüche wegen Vergewaltigung, schwerer Körperverletzung, Raub und gefährlicher Drohung sind nicht rechtskräftig. Der Hauptangeklagte meldete umgehend Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an, der Staatsanwalt behielt sich zu sämtlichen Urteilen Rechtsmittel vor.

Der drogenabhängige 19-Jährige war von den drei Angeklagten in seiner Wohnung aufgesucht und malträtiert worden, weil er angeblich dem 35-Jährigen zwei Tabletten gestohlen hatte. Dieser wollte den Burschen, den er in der Suchtgift-Szene kennengelernt hatte, daraufhin "zur Rede zu stellen", wie er vor Gericht erklärte.

Der 19-Jährige wurde mit Faustschlägen zu Boden befördert, als er dem Trio die Tür öffnete. Nachdem er den Diebstahl zugegeben und sich dafür entschuldigt hatte, legte man ihm eine Hundeleine um den Hals und zerrte ihn durch die Wohnung. Dann wurde er sexuell gedemütigt. Im Anschluss drückte ihm die 19-Jährige - ebenfalls suchtgiftabhängig - eine brennende Zigarette ins Auge. Der Jugendliche leidet nach wie vor an einer posttraumatischen Belastungsstörung. (APA)

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